{"id":1127,"date":"2019-01-17T00:00:00","date_gmt":"2019-01-16T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/2019\/01\/17\/der-kaukasische-schaeferhund\/"},"modified":"2024-05-31T09:58:50","modified_gmt":"2024-05-31T07:58:50","slug":"der-kaukasische-schaeferhund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/hunderassen\/der-kaukasische-schaeferhund\/","title":{"rendered":"Der Kaukasische Sch\u00e4ferhund"},"content":{"rendered":"<p>H\u00fctehunde sind kleine bis mittelgro\u00dfe Hunde, die Herden zusammenhalten, einzelne Tiere wieder zur Herde treiben und den Hirten damit bei seiner Arbeit unterst\u00fctzen. Im Gegensatz dazu \u00fcbernimmt ein Herdenschutzhund noch eine weitere Aufgabe. Er besch\u00fctzt die Herde und vertreibt W\u00f6lfe oder andere Raubtiere. Aus diesem Grund muss ein Herdenschutzhund gro\u00df und kr\u00e4ftig sein. Nur so kann er die ihm anvertraute Herde verteidigen. Herdenschutzhunde verbringen ihr ganzes Leben mit der Herde und sind zu einem gro\u00dfen Teil vom Hirten v\u00f6llig unbeobachtet und damit unabh\u00e4ngig. Nur ein sehr selbstst\u00e4ndiges und eigenst\u00e4ndiges Tier kann diese Aufgabe erfolgreich erledigen. Zu den Hunden mit diesen speziellen Eigenschaften geh\u00f6rt der Kaukasische Sch\u00e4ferhund oder <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/hunderassen\/der-kaukasische-owtscharka\/\">Owtscharka<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_4558\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4558\" class=\"size-full wp-image-4558\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kaukasischer-Schaeferhund.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Kaukasischer Sch\u00e4ferhund\" width=\"825\" height=\"550\" \/><p id=\"caption-attachment-4558\" class=\"wp-caption-text\">Kaukasischer Sch\u00e4ferhund | Foto: Kate Ovcharenko \/ bigstock.com<\/p><\/div>\n<h2>Der Kaukasische Sch\u00e4ferhund ist ein Hund f\u00fcr erfahrene Hundehalter<\/h2>\n<p>Dieser riesig anmutende und kr\u00e4ftige Hund stammt aus dem Gebiet der einstigen Sowjetunion. Bis heute ist er vorwiegend in dieser Region vertreten. Hier ist der Typ des Hundes von Region zu Region sehr verschieden. W\u00e4hrend in den Steppengebieten ein h\u00f6herer und leichterer Kaukasische Sch\u00e4ferhund zu finden ist, zeigt er sich im Bergland deutlich kompakter. Das Wesen ist jedoch stets gleich, denn das ist f\u00fcr seinen Aufgabenbereich sehr wichtig. Viele Jahrhunderte lang war es das bedeutendste Kriterium f\u00fcr die Zucht. So hat auch ein Kaukasische Sch\u00e4ferhund, der etwa in Deutschland lebt, keine wichtigere Aufgabe als seine Familie und deren Eigentum zu sch\u00fctzen. Genau diese Tatsache kann unter Umst\u00e4nden sehr problematisch werden. Er ist daher ein Hund, der nur in erfahrene H\u00e4nde geh\u00f6rt. Andernfalls kann er sogar zur Gefahr werden.<\/p>\n<h2>Bewacher der Kuh- und Schafherden<\/h2>\n<p>Der Name Owtscharka bedeutet \u00fcbersetzt \u201eHund des Sch\u00e4fers\u201c oder \u201eHund des Hirten\u201c. Allerdings ist dieser Name eigentlich ein wenig irref\u00fchrend, denn der Kaukase ist ein Herdenschutzhund. Ursprung dieses Hundes ist \u2013 wie der Name schon sagt &#8211; der Kaukasus, eine Gebirgsregion in Russland. Nachweislich existieren diese Hunde seit mehr als 600 Jahren. In Wirklichkeit sind sie aber wahrscheinlich deutlich \u00e4lter. In fr\u00fcherer Zeit wurde er zum Bewachen und Besch\u00fctzen der Schaf- und Kuhherden in Russland gez\u00fcchtet. Daneben \u00fcbernahm er auch den Schutz von Haus und Hof. In der einstigen Sowjetunion wurde er gerne als Personenschutzhund eingesetzt. W\u00e4hrend des Kalten Krieges war der Kaukasische Sch\u00e4ferhund auch in der DDR sehr beliebt und galt auch hier in erster Linie dem Personenschutz.<\/p>\n<h2>Seine Seltenheit hat einen Grund<\/h2>\n<p>Erst im Jahr 1984 wurde der Kaukasische Sch\u00e4ferhund offiziell vom FCI als Rasse anerkannt. Betreut wird die Rasse in Deutschland vom Kaukasischen Owtscharka Club. Deutschlandweit kommen j\u00e4hrlich nur etwa h\u00f6chstens 60 Tiere in der seri\u00f6sen Zucht zur Welt. So ist der Kaukasische Sch\u00e4ferhund heute kaum zu sehen. Eine artgerechte Haltung ist in unseren Breiten kaum gegeben. Zudem ist es heute nicht mehr erw\u00fcnscht, dass ein Hund im Ernstfall verl\u00e4sslich Heim und Haus besch\u00fctzt und wom\u00f6glich sogar \u201escharf\u201c ist. Jegliche Aggression eines Hundes kann in unserer heutigen Zeit gef\u00e4hrlich f\u00fcr den Hund werden und so ist der Kaukase auch auf einigen Rasselisten vermeintlich gef\u00e4hrlicher Hunde zu finden.<\/p>\n<h2>Der Kaukase ist gro\u00df und kr\u00e4ftig<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Hirtenhund z\u00e4hlt zu den gro\u00dfen Hunderassen. Er hat eine sehr kr\u00e4ftige und manchmal sogar grobkr\u00e4ftige Erscheinung. Der Knochenbau ist massiv und die Muskulatur stark ausgepr\u00e4gt. R\u00fcden erreichen eine Widerrist-H\u00f6he von mindestens 65 Zentimetern, H\u00fcndinnen nicht unter 62 Zentimeter. Dabei ist der Unterschied zwischen R\u00fcden und H\u00fcndinnen relativ leicht erkennbar. R\u00fcden pr\u00e4sentieren sich deutlich schwerer und massiver und sind auch gr\u00f6\u00dfer. Je nach Herkunft k\u00f6nnen sich die Kaukasen sehr unterschiedlich zeigen. Auch beim Fell gibt es Unterschiede. Die langhaarigen Hunde haben langes Deckhaar. Am Hals bildet es eine M\u00e4hne und auch an den Beinen ist das Fell lang. Die Rute ist dick und buschig. Die Hunde mit Kurzhaar haben verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kurzes Haar. Die M\u00e4hne fehlt und auch die Rute ist deutlich weniger behaart. Es gibt jedoch noch eine dritte Variante, die zwar langes Haarkleid aufweist, aber keine M\u00e4hne hat und eine buschige Rute zeigt.<\/p>\n<h2>Farbvarianten sind erlaubt<\/h2>\n<p>Bei den Farben der Tiere ist beinahe alles erlaubt. Der Kaukasische Sch\u00e4ferhund darf unterschiedliche Graut\u00f6ne ebenso haben wie wei\u00df, erdfarben, rostfarbig oder gelb. Er darf gestreift, scheckig oder gepunktet sein. Nicht erlaubt sind allerdings die Farben schwarz und braun. Der Kaukase hat einen Kopf, der ebenso massiv wirkt wie seine gesamte Erscheinung. In den Ursprungsl\u00e4ndern des Kaukasen sind die H\u00e4ngeohren stets kupiert. Das Kupieren der Ohren und der Rute von Hunden ist in Deutschland jedoch verboten. Der kaukasische Sch\u00e4ferhund hat dunkle und mittelgro\u00dfe ovale Augen. Der Hals ist kr\u00e4ftig und kurz, R\u00fccken und Bauch sehr breit. Die hoch angesetzte Rute tr\u00e4gt der Hund aus Russland h\u00e4ngend.<\/p>\n<h2>Wenn es um Bewachung geht, versteht der Kaukasische Sch\u00e4ferhund keinen Spa\u00df<\/h2>\n<p>Ein Kaukasische Sch\u00e4ferhund nimmt seine Aufgaben sehr ernst. H\u00fctet er eine Herde, liegt er auf erh\u00f6hter Stelle und beobachtet die Umgebung. Der Schutz der Herde und seiner Familie sowie deren Hab und Gut steht bei ihm an erster Stelle. Er liebt seine Familie und folgt ihr stets treu ergeben. Fremden allerdings begegnet er mit Misstrauen. Bemerkt er feindliche Stimmung, z\u00f6gert er nicht, sofort zuzuschlagen. Betrachtet man den Charakter dieses interessanten Hundes genauer, muss man unbedingt seine Herkunft vor Augen haben. Die weitl\u00e4ufigen Landschaften Russlands, die einsamen Geh\u00f6fte oder Anwesen und die endlosen Weiten, die dazwischenliegen, pr\u00e4gen das Land. Hier ist ein kr\u00e4ftiger und selbstbewusster Hund gefragt, der in dieser Einsamkeit das Haus bewacht und Eindringlinge in die Flucht schl\u00e4gt. Dieses Verhalten hat der Kaukasische Sch\u00e4ferhund im Blut.<\/p>\n<div id=\"attachment_4557\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4557\" class=\"size-full wp-image-4557\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kaukasischer-Schaeferhund-im-Schnee.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Kaukasischer Sch\u00e4ferhund im Schnee\" width=\"825\" height=\"550\" \/><p id=\"caption-attachment-4557\" class=\"wp-caption-text\">Kaukasischer Sch\u00e4ferhund im Schnee | Foto: MegSopki \/ bigstock.com<\/p><\/div>\n<h2>Ohne Freiraum funktioniert die Haltung nicht<\/h2>\n<p>Um einen Herdenschutzhund artgerecht zu halten, bedarf es eines abgelegenen Hofes und viel Freiraums. Selbst in l\u00e4ndlichen Gebieten ist die Besiedlung so dicht, dass es bei diesen Hunden zu einer \u00dcberforderung kommen kann. Er beginnt, seine Ressourcen zu verteidigen. Das geringste \u00dcbel dabei ist st\u00e4ndiges Bellen. Diese Hunde sind darauf gepr\u00e4gt, Gefahr anzuzeigen. In ihrer Heimat ist das wichtig, damit der Hirte dann entscheiden kann, was weiter passiert. In unseren Breiten ist der Halter bei zu h\u00e4ufigem Bellen jedoch nicht selten verunsichert. Gerade dann, wenn sich alle paar Minuten Fu\u00dfg\u00e4nger, andere Hunde oder Autos am Zaun entlang bewegen, kann das zu Dauerbeschallung durch den Hund f\u00fchren. H\u00e4ufig wird darauf dann auch noch falsch reagiert.<\/p>\n<h2>Probleme bei der Haltung<\/h2>\n<p>Der Hund beginnt, Aggressionen zu zeigen. Schon erf\u00fcllt er damit die Vorurteile, die diesen Riesen sowieso schon entgegen gebracht werden. Genau darum sollte ein Kaukasische Sch\u00e4ferhund nur in sehr erfahrene H\u00e4nde gelangen. Sein Halter sollte ein selbstsicherer Hundeliebhaber sein, der Ruhe bewahren kann. Gewisse k\u00f6rperliche Voraussetzungen sollte der Halter eines solchen Hundes auch erf\u00fcllen, denn die Erziehung des kleinen B\u00e4ren erfordert manchmal auch K\u00f6rpereinsatz im positiven Sinn. Keinesfalls sollte der angeborene Schutztrieb des Hundes gef\u00f6rdert werden. Eine Schutzhundeausbildung kann unter Umst\u00e4nden sogar gef\u00e4hrlich werden. Ein Kaukasische Sch\u00e4ferhund sollte stets \u2013 wie alle anderen Hunde auch \u2013 in erster Linie Hund sein d\u00fcrfen. Seine Arbeit erledigt er sicher gerne gemeinsam mit seinem geliebten Menschen. Ideal f\u00fcr einen Herdenschutzhund ist ein vierbeiniger Kollege. Kein Herdenschutzhund h\u00fctet eine Herde alleine.<\/p>\n<h2>Robuster Hund mit hoher Lebenserwartung<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Sch\u00e4ferhund ist ein sehr robuster Kerl. Das gilt auch f\u00fcr seine Gesundheit. So l\u00e4sst es sich auch erkl\u00e4ren, dass er f\u00fcr seine Gr\u00f6\u00dfe eine sehr hohe Lebenserwartung von rund 12 Jahren hat. Es sind keine Krankheiten bekannt, f\u00fcr die der Russe eine Pr\u00e4disposition hat. Auch die Pflege dieses Hundes gestaltet sich sehr einfach. Lediglich rund um den Fellwechsel sollte er gut durchgeb\u00fcrstet werden.<\/p>\n<h2>Die Anschaffung sollte wohl \u00fcberlegt sein<\/h2>\n<p>Die Anschaffung eines Kaukasischen Sch\u00e4ferhundes sollten wirklich nur erfahrene Hundehalter in Erw\u00e4gung ziehen, die dem Tier das richtige Umfeld geben k\u00f6nnen. Diesen Hund in die H\u00e4nde eines Anf\u00e4ngers zu geben w\u00e4re verantwortungslos. Der Kaukasische Sch\u00e4ferhund sollte seinen Platz in einem abgeschieden gelegenen Anwesen finden. Hier kann er seine Aufgabe mit Bravour erledigen und wird ein wunderbarer Familienhund werden. Zu bedenken gilt auch, dass der Kaukasische Sch\u00e4ferhund in L\u00e4ndern wir den Niederlanden oder D\u00e4nemark auf der Liste der gef\u00e4hrlichen Hunde zu finden ist. Reisen mit Hund in diese L\u00e4nder m\u00fcssen unbedingt unterlassen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00fctehunde sind kleine bis mittelgro\u00dfe Hunde, die Herden zusammenhalten, einzelne Tiere wieder zur Herde treiben und den Hirten damit bei seiner Arbeit unterst\u00fctzen. 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