{"id":1564,"date":"2020-04-08T00:00:00","date_gmt":"2020-04-07T22:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/2020\/04\/08\/die-chemische-kastration-beim-hund\/"},"modified":"2024-05-31T09:56:16","modified_gmt":"2024-05-31T07:56:16","slug":"die-chemische-kastration-beim-hund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/die-chemische-kastration-beim-hund\/","title":{"rendered":"Die chemische Kastration beim Hund"},"content":{"rendered":"\n<p>Kastration \u2013 viele Hundebesitzer zucken bereits bei der Erw\u00e4hnung dieses Wortes empfindlich getroffen zusammen. Zun\u00e4chst sollte angef\u00fchrt werden, dass eine Kastration sowohl den R\u00fcden <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/kastration-huendin\/\"   aria-label=\"als auch die H\u00fcndin (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">als auch die H\u00fcndin<\/a> betreffen kann. Doch neben der Tatsache, dass sich die betroffenen Tiere nicht mehr fortpflanzen k\u00f6nnen, sollte nat\u00fcrlich auch erw\u00e4hnt werden, dass sich bei der chirurgischen Kastration verschiedene Nebeneffekte einstellen k\u00f6nnen. Diese k\u00f6nnen sowohl das Verhalten des Tieres als auch Ver\u00e4nderungen des K\u00f6rpers betreffen. Neben dem chirurgischen Weg gibt es auch noch die chemische Kastration. Bringen wir Licht ins Dunkel, damit wir die Unterschiede kennenlernen und uns klar dar\u00fcber werden, warum eine Kastration generell durchgef\u00fchrt wird. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ist eine Kastration?<\/h2>\n\n\n\n<p>Dies ist die grundlegende Frage, die diesem Artikel zugrunde\nliegt. Allerdings m\u00fcssen wir an dieser Stelle gleich zwischen R\u00fcden und H\u00fcndin\nunterscheiden. Beide k\u00f6nnen kastriert werden. Doch handelt es sich nicht\nzwangsl\u00e4ufig um die gleichen Gr\u00fcnde. Auch sind die Auswirkungen des Eingriffs\nunterschiedlich. Eines jedoch ist gleich: Beide werden in Vollnarkose versetzt.\nZudem erfolgt zuvor eine gr\u00fcndliche Untersuchung. Sollte der Hund andere\nBeschwerden oder Parasiten haben, muss die Operation verschoben werden, bis der\nHund auskuriert und vollkommen gesund ist. Auch m\u00fcssen beide Tiere nach der\nOperation einen Kragen tragen, damit sie nicht unn\u00f6tig an der Operationswunde\nlecken. Sicherlich ist dies ein intuitives Handeln, sollte aufgrund der\nInfektionsrisiken nicht gestattet werden.\u00a0\nZudem ist ein regelm\u00e4\u00dfiges Kontrollieren der Operationswunde in den\nersten Tagen nach der Operation unbedingt notwendig, um bei einem Aufflammen einer\nEntz\u00fcndung sofort einschreiten zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der R\u00fcde<\/h3>\n\n\n\n<p>Kastration ist ein Begriff, der aus der Tiermedizin stammt.\nGrunds\u00e4tzlich bedeutet es, dass dem Tier die Keimdr\u00fcsen entfernt werden. F\u00fcr\nden R\u00fcden bedeutet dies, dass ihm die Hoden entfernt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Hierzu wird der R\u00fcde in eine Kurznarkose versetzt, denn der\neigentliche Eingriff ist recht kurz, da bei ihm die Keimdr\u00fcsen von au\u00dfen\nentfernt werden k\u00f6nnen. Der Eingriff selber l\u00e4uft wie folgt ab:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Rasieren, desinfizieren und steril abdecken des\nIntimbereichs<\/li><li>Verschieben der Hoden vor den Hodensack.\nEr\u00f6ffnen der Haut mit einem Skalpell. (Dies kann auch auf andere Weise\ndurchgef\u00fchrt werden.)<\/li><li>Freilegen des Hoden und des Hodenstranges.<\/li><li>Abbinden des Hodenstranges. <\/li><li>Abtrennen und entnehmen des Hoden.<\/li><li>Freigeben und vern\u00e4hen des Hodenstranges. <\/li><li>Vern\u00e4hen der \u00e4u\u00dferen Wunde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wie nach jeder Operation wird es dem R\u00fcden in den ersten\nStunden nicht besonders gut gehen. Doch kann er relativ schnell seinen\ngewohnten Tagesablauf wieder aufnehmen. F\u00fcr gew\u00f6hnlich verheilen\nKastrationsnarben problemlos und schnell. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die H\u00fcndin<\/h3>\n\n\n\n<p>Bei der H\u00fcndin ist die Kastration nicht ganz so einfach. Bei\nihr sind die Keimdr\u00fcsen im Bauchraum gelegen, sodass es zu einer\nverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gro\u00dfen Operation kommt. Eine Vollnarkose ist unumg\u00e4nglich. Die\nOperation wird wie folgt ablaufen: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Rasieren, desinfizieren und steril abdecken der\nentsprechenden Bauchregion (Bauchnabel \u00fcber die gesamte Unterbauchregion)<\/li><li>Verschieben der so genannten Geb\u00e4rmutterh\u00f6cker<\/li><li>Abbinden der Ovarien (Eierst\u00f6cke)<\/li><li>Abschneiden der Eierst\u00f6cke<\/li><li>Vern\u00e4hen der Schnitte mit einem resorbierbaren\nFaden<\/li><li>Replatzieren der Geb\u00e4rmutter und vern\u00e4hen der\nStelle. In der Mehrzahl aller Kastrationen der H\u00fcndin wird die Geb\u00e4rmutter\nallerdings ebenfalls entfernt. <\/li><li>Vern\u00e4hen der Bauchdecke. Die nicht\nresorbierenden F\u00e4den werden nach gut 10 Tagen gezogen. Alle inneren F\u00e4den sind\nresorbierbar, sodass sie nach einiger Zeit nicht mehr vorhanden, die N\u00e4hte aber\ngut verheilt sind. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Aufgrund der relativ gro\u00dfen Naht ist es notwendig, die\nH\u00fcndin in den n\u00e4chsten Tagen relativ ruhig zu halten. Auch sie ben\u00f6tigt einen\nKragen. Zudem sollte ihr der Zugang zu einem warmen Hundebett gew\u00e4hrt werden,\ndamit sie mit der frischen Narbe nicht auf dem blanken Boden liegen muss. Nicht\nimmer wird dieses Bett angenommen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum wird eigentlich kastriert?<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch hier muss zwischen R\u00fcde und H\u00fcndin unterschieden\nwerden. Viele H\u00fcndinnen werden nach einer Erkrankung an der Geb\u00e4rmutter, meist\neine Geb\u00e4rmutterentz\u00fcndung, operiert. Leider neigen H\u00fcndinnen, die bereits eine\nGeb\u00e4rmutterentz\u00fcndung gehabt haben dazu, weitere entz\u00fcndliche Prozesse im\nGenitalbereich zu entwickeln. Wird die Kastration durchgef\u00fchrt, ist ein\nneuerliches Aufflammen der Entz\u00fcndungsprozesse nicht mehr zu verzeichnen.\nOftmals wird auch eine Entscheidung zugunsten der Operation getroffen, um eben\ngenau diesen Erkrankungen der H\u00fcndin vorzubeugen. Diese Entscheidung jedoch\ntr\u00e4gt nicht jeder Tierarzt mit. Ein weiterer Grund f\u00fcr die Kastration einer\nH\u00fcndin ist die Haltung mehrerer Hunde, die im Rudel gehalten werden. Um einem\neventuellen Wurf vorzubeugen, ist die Kastration der H\u00fcndin der sicherste Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kastration des R\u00fcden wird ebenfalls in vielen F\u00e4llen\ndamit begr\u00fcndet, dass mit ihm ja nicht gez\u00fcchtet werden soll und ihm dadurch\nviel Stress erspart werden soll. Allerdings sollte man hierzu wissen, dass auch\nder kastrierte R\u00fcde durchaus wei\u00df, wann die H\u00fcndinnen der Umgebung l\u00e4ufig sind\nund sich entsprechend verh\u00e4lt. Das Verhalten des Tieres ist ein weiterer Grund\nf\u00fcr einen Kastrationstermin. Die R\u00fcden untereinander, aber nat\u00fcrlich auch in\nder Gesellschaft von H\u00fcndinnen sind oftmals sehr herausfordernd. Viele Besitzer\nsind mit dem typischen Verhalten des dominaten R\u00fcden tats\u00e4chlich\n\u00fcberfordert.\u00a0 Allerdings ist diese\nBegr\u00fcndung nicht immer gut durchdacht. Denn es sind nicht nur die Hormone, die\nden Hund zu einem gestressten Tier machen, wenn sie mit dem Duft l\u00e4ufiger\nH\u00fcndinnen in Kontakt kommen. Stellen wir uns einmal mehrere R\u00fcden vor, die sich\nin der Rudelhaltung befinden. Kommt ihnen eine l\u00e4ufige H\u00fcndin in die Quere,\nbraucht nur einer von ihnen zu reagieren, um eine Kettenreaktion auszul\u00f6sen.\nNicht nur, dass sie nun alle wie liebestolle R\u00fcden umherlaufen. Auch kommt nun\ndie Frage der Alpha-Rolle ins Spiel, sodass es zudem auch noch zu\nRivalit\u00e4tsk\u00e4mpfen untereinander kommen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielfach wird gesagt, dass kastrierte R\u00fcden umg\u00e4nglicher\nw\u00e4ren. Ob dem tats\u00e4chlich so ist, kann eigentlich nur individuell bestimmt\nwerden. Denn zum einen gt es vom Hund ab, zum anderen aber auch vom Besitzer\nund der Interaktion der beiden. <\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch sollte an dieser Stelle ganz eindeutig erw\u00e4hnt\nwerden, dass die Kastration auf die folgenden Problematiken \u00fcberhaupt keine\nEinwirkung hat: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Rassebedingtes Schutzverhalten<\/li><li>Rassebedingtes Territorialverhalten<\/li><li>Fehlende oder ungen\u00fcgende Leinenf\u00fchrigkeit<\/li><li>Ungehorsam unterschiedlicher Art<\/li><li>Aggression und Dominanz, solange diese nicht\nhormonell bedingt sind<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p style=\"background-color:#fefad8\" class=\"has-background\"><strong>ACHTUNG -WICHTIG: <\/strong>Genau genommen bedarf es in\nDeutschland immer einer medizinischen Indikation, um eine Kastration, egal ob\nbei H\u00fcndin oder R\u00fcden, vornehmen zu d\u00fcrfen. Die andere zul\u00e4ssige Begr\u00fcndung\nist, einer unkontrollierten Vermehrung der Tiere vorzubeugen. Ob dies in jedem\neinzelnen Fall gegeben ist, sollte vielleicht besser im Dunklen verborgen\nbleiben. Doch hat es einen Grund, warum eine medizinische Indikation gefragt\nist. Denn \u00d6strogene und Testosterone werden ja nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr die\nFortpflanzung ben\u00f6tigt. Dies ist beim Hund nicht anders als beim Menschen.\nUnterbricht man also die Produktion dieser Hormone dauerhaft, kann es zu einem\nhormonellen Ungleichgewicht mit ungeahnten Nebenwirkungen kommen. Ungeahnt\ndeshalb, weil des Zusammenspiel aller Hormone im Organismus auch bei den Tieren\nnoch nicht zu 100 Prozent erforscht ist. Sicherlich ist mittlerweile vieles\nbekannt, aber noch lange nicht alles. Bis auf eines: Die Hormone sind die\nPuppenspieler des Organismus. Nimmt man eines weg, kommt das gesamte Spiel\ndurcheinander. Doch wussten Sie, dass das h\u00fcndische Sexualverhalten im Gehirn\ncodiert wird? Ist dieser Code erst einmal angelegt, kann nichts und niemand den\nHund von diesem Verhalten abbringen. Auch eine Kastration nicht. Allerdings\nkann in diesem Fall mit Erziehungs- bzw. Verhaltensma\u00dfnahmen gearbeitet werden,\num den Hund wieder in die Spur zu bekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Daher sollte man sich als Hundehalter ganz genau \u00fcberlegen,\nob man die Kastration tats\u00e4chlich durchf\u00fchren m\u00f6chte. Dabei ist es unerheblich,\nob es sich um einen R\u00fcden oder eine H\u00fcndin handelt. Es ist wichtig, sich nicht\nnur \u00fcber die erh\u00e4ltliche Literatur zu informieren. Am besten ist immer noch ein\nGespr\u00e4ch mit Fachleuten: Z\u00fcchtern, Hundetrainern und nat\u00fcrlich dem Tierarzt des\nVertrauens. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was kostet eine herk\u00f6mmliche Kastration?<\/h2>\n\n\n\n<p>Da die Eingriffe bei R\u00fcde und H\u00fcndin sehr unterschiedlich sind, ist auch <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/was-kostet-eine-kastration-beim-hund\/\"   aria-label=\"mit unterschiedlichen Kosten (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">mit unterschiedlichen Kosten<\/a> zu rechnen. Auch muss zwischen einer Kastration in der Tierklinik bzw. bei einem Tierarzt unterschieden werden. Grunds\u00e4tzlich ist bei einem R\u00fcden mit Kosten in H\u00f6he von circa EURO 250,00 oder mehr zu rechnen. Bei der Kastration der H\u00fcndin ist aufgrund des h\u00f6heren Aufwandes und des ebenso gr\u00f6\u00dferen Risikos f\u00fcr alle Beteiligten mit erheblich h\u00f6heren Kosten zu rechnen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte bereits vor der Entscheidung zu diesem Eingriff der Tierarzt \/ die Tierklinik nach den genauen Kosten befragt werden, um nicht eine b\u00f6se \u00dcberraschung zu erleben. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche ungew\u00fcnschten Nebenwirkungen kann eine Kastration nach sich ziehen? <\/h2>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00fcnscht sich jeder Hundehalter, dass so wenig\nunerw\u00fcnschte Nebenwirkungen wie m\u00f6glich auftreten, was nur allzu verst\u00e4ndlich\nist. Dennoch sollte man sich bereits im Vorwege dar\u00fcber informieren, was auf\neinen zukommen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Fettleibigkeit: Sie steht tats\u00e4chlich an erster Stelle der unerw\u00fcnschten Nebenwirkungen. Au\u00dfer einer strikten Di\u00e4t und ausreichender Bewegung kann nichts dagegen unternommen werden. Und selbst dann wird man oftmals noch \u00fcber eine ungewohnt starke Umfangszunahme des Hundes klagen. Die Fettleibigkeit kann im ung\u00fcnstigen Fall weitere Nebeneffekte nach sich ziehen. So sind Leber-, Herz- und Gelenkserkrankungen oftmals nach einer Kastration und anschlie\u00dfender Gewichtszunahme zu verzeichnen. <\/li><li>Wesensver\u00e4nderungen: Hierunter sind beispielsweise Lethargie oder Desinteresse an bisherigen Lieblingsaktivit\u00e4ten zu verstehen. Der Ausl\u00f6ser liegt klar auf der Hand \u2013 die Kastration und die damit einhergehende Hormonumstellung. <\/li><li>Welpenverhalten: Wird der Hund zu fr\u00fch, also in sehr jungem Alter, kastriert, kann sich ein ausgepr\u00e4gtes und anhaltendes Welpenverhalten durchsetzen. <\/li><li>Gesteigerte Aggressivit\u00e4t \/ Bissigkeit: Sie ist insbesondere unter den H\u00fcndinnen zu finden. Allerdings ist hierbei zu bemerken, dass es H\u00fcndinnen sind, die sich mit anderen H\u00fcndinnen nicht verstehen. Zu den R\u00fcden haben sie in den meisten F\u00e4llen nach wie vor ein gutes Verh\u00e4ltnis bzw. akzeptieren sie eher als eine andere H\u00fcndin. <\/li><li>Inkontinenz: Dieses Problem trifft viele H\u00fcndinnen. Insbesondere die gro\u00dfen Hunderassen sind hiervon betroffen. <\/li><li>Ohrentz\u00fcndungen: Es konnte vermerkt werden, dass kastrierte Hunde zu vermehrten Ohrentz\u00fcndungen neigen.<\/li><li>Ver\u00e4nderungen des Fells: Wieder sind es die H\u00fcndinnen, die vorrangig mit dieser Nebenwirkung zu tun haben. Beim so genannten Welpenfell handelt es sich um sehr weiches, aber auch sehr stumpfes Fell. Es k\u00f6nnen nur einige Stellen betroffen sein. In seltenen F\u00e4llen betrifft es den gesamten K\u00f6rper.<\/li><li>Verhaltensver\u00e4nderungen unter R\u00fcden: Es scheint sich der Duft des einzelnen R\u00fcden mit der Kastration zu \u00e4ndern. So werden sie von einigen Artgenossen im wahrsten Sinne des Wortes aufgrund ihres Geruchs gemobbt, was bis hin zum Aufreiten f\u00fchren kann. Nicht immer wird es so schlimm. Doch k\u00f6nnen sie sich gegenseitig \u201enicht riechen\u201c. Dies kann Verhaltensfehler der Tiere nach sich f\u00fchren, wodurch die eine oder andere Auseinandersetzung entstehen kann. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erw\u00fcnschte Folgen der Kastration<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Fortpflanzung wird vollkommen unterbunden. Bei den\nH\u00fcndinnen bleibt die L\u00e4ufigkeit, aber auch die Scheintr\u00e4chtigkeit aus. Der R\u00fcde\nhingegen ist nicht mehr \u201ehormongesteuert\u201c, sodass er aufgrund l\u00e4ufiger\nH\u00fcndinnen keinerlei hormonellen Stress mehr versp\u00fcren wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Folgen bzw. Gr\u00fcnde der Kastration sind die\nReduzierung maligner Erkrankungen wie Hoden- und Prostatakrebs beim R\u00fcden und\nGes\u00e4ugegeschw\u00fcre und Geb\u00e4rmutterentz\u00fcndungen der H\u00fcndin. Eine Garantie hierf\u00fcr\nkann nicht gegeben werden. Diese Aussage beruht auf den Beobachtungen von\npraktizierenden Tier\u00e4rzten sowie tiermedizinischer Fachhochschulen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wo ist der Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration?<\/h2>\n\n\n\n<p>Bei einer Kastration werden die Keimdr\u00fcsen des Tieres\nentfernt. Beim R\u00fcden bedeutet dies die Entfernung der Hoden. Bei der H\u00fcndin\nwerden die Eierst\u00f6cke entfernt. Dieser Hund wird sich definitiv nicht mehr\nfortpflanzen k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Sprechen wir hingegen von einer Sterilisation, werden\nlediglich die Ei- bzw. Samenleiter durchtrennt. Sollte es doch zu dem Wunsch\nkommen, dass dieses Tier noch in die Zucht gehen soll, k\u00f6nnte der Samenleiter\nbzw. Eileiter wieder herstellt werden, um eine Tr\u00e4chtigkeit hervorzurufen. Dies\nw\u00fcrde ebenfalls w\u00e4hrend eines operativen Eingriffs durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schon mal von der chemischen Kastration geh\u00f6rt?<\/h2>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich haben sich die Tier\u00e4rzte immer wieder Gedanken\ndar\u00fcber gemacht, wie man die Folgen der Kastration, aber auch den Eingriff\nselber f\u00fcr die Hunde \u201eangenehmer\u201c gestalten kann. Im Zuge dieser Forschungen\nist man auf die chemische Kastration gesto\u00dfen. Diese wird mit dem Suprelorin-Implantat\ndurchgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das Suprelorin-Implantat<\/h3>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die meisten stellt sich die Frage, was das\nSuprelorin-Implantat \u00fcberhaupt ist. \u00c4hnlich wie der Erkennungs-Chip des Hundes\nwird dieses Implantat gerne zwischen die Schulterbl\u00e4tter gesetzt. Ein anderer\nguter Platz w\u00e4re die Nabelgegend. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/chemische-kastration-vs-operative-kastration.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Die chemische Kastration unterscheidet sich sehr von der operativen Kastration!\" class=\"wp-image-8048\"\/><figcaption>Die chemische Kastration unterscheidet sich sehr von der operativen Kastration! | Foto:  Wolfness72   \/ Depositphotos.com<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anwendung beim R\u00fcden<\/h2>\n\n\n\n<p>T\u00e4glich werden kleine Dosen des Medikaments freigesetzt. Es\nhandelt sich hierbei um ein GnRH, ein Gonadotropin-Releasing-Hormon. Beim R\u00fcden\nf\u00fchrt dies zu Beginn der Behandlung zu einer erh\u00f6hten Testosteron-Aussch\u00fcttung.\nEntsprechend kann es in den ersten Tagen \/ Wochen der Behandlung zu einem\nver\u00e4nderten Verhalten f\u00fchren, dass dem erh\u00f6hten Testosteronwert zu zuschreiben\nist. Sp\u00e4testens nach 2 bis 3 Wochen klingt dieses untypische Verhalten\nallerdings wieder ab. Denn der Testosteronspiegel sinkt in dieser Zeit stark\nab. Nach 2 bis 4 weiteren Wochen kann festgestellt werden, dass sich die Hoden\nbereits um ein Drittel verkleinert haben. Ist dieser Zustand erreicht, kann von\nder vollst\u00e4ndigen Wirkung des Pr\u00e4parats gesprochen werden. So gut dieses\nPr\u00e4parat auch zu funktionieren scheint, gibt es einen gro\u00dfen\nUnsicherheitsfaktor: <strong>Noch gut 120 Tage nach Beginn dieser Behandlung ist der\nR\u00fcde zeugungsf\u00e4hig! <\/strong>Dies sollte jeder Besitzer wissen und auch beachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Implantat selber enth\u00e4lt ausreichend Wirkstoff, um auf\njeden Fall 6 Monate bis 12 Monate zu wirken. Die Wirkungsdauer kann individuell\nschwanken. Ist das Pr\u00e4parat aufgebraucht, beginnt der K\u00f6rper wieder eigenst\u00e4ndig,\nHormone zu produzieren. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Hoden wieder\nwachsen und sich das Gewebe vollst\u00e4ndig erholt. Zuchtr\u00fcden k\u00f6nnten nach dieser\nchemischen Pause problemlos wieder in die Zucht gehen. <\/p>\n\n\n\n<p>So stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, warum man einen R\u00fcden\nf\u00fcr einen gewissen Zeitraum chemisch kastrieren sollte. Unter anderem kann dies\nbei einer Rudelhaltung durchgef\u00fchrt werden, um zu schauen, wie sich die\nVerhaltensweisen im Rudel verhindern, wenn ein entsprechender R\u00fcde kastriert\nw\u00fcrde. <\/p>\n\n\n\n<p>Grunds\u00e4tzlich sollte eine chemische Kastration nicht vor\nBeendigung des Wachstumsprozesses des Tieres vorgenommen werden. Welche\nAuswirkungen das Pr\u00e4parat auf R\u00fcden im Wachstum haben, ist noch nicht\nausreichend belegt. Zudem spricht schon der gesunde Menschenverstand dagegen,\nin ein hormonell gesteuertes Programm des Organismus mit einer Hormongabe\neinzugreifen. Es gibt bereits Belege daf\u00fcr, dass die Wachstumsfugen unter dem\nPr\u00e4parat fr\u00fchzeitig verkn\u00f6chern und sich der gesamte Bewegungsapparat negativ entwickelt.\n<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anwendung bei der H\u00fcndin \u00a0<\/h2>\n\n\n\n<p>Auch f\u00fcr die H\u00fcndin wurde die chemische Kastration bereits\ngetestet. Von einigen Tierkliniken wird sie auch bereits erfolgreich angewandt.\nABER: Aufgrund der Risiken und Nebenwirkungen wird von der Anwendung bei Zuchth\u00fcndinnen\nabgeraten. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch beim R\u00fcden handelt es sich um einen reversiblen\nEingriff, also einen hormonellen Zustand, der nach dem vollst\u00e4ndigen Abbau des\nWirkstoffes wieder in den Urzustand zur\u00fcckgeht. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn das Pr\u00e4parat erfolgreich getestet werden konnte,\nsollte ein intensives Gespr\u00e4ch zwischen Tierarzt und Klient Aufschluss dar\u00fcber\ngeben, wie gro\u00df und eventuell einschneidend die Nebenwirkungen sein k\u00f6nnen. Im\nGegensatz zum R\u00fcden ist das Hormonsystem der H\u00fcndin sehr sensibel und reagiert\nentsprechend sofort und eventuell auch sehr heftig. W\u00e4hrend das Implantat des\nR\u00fcden zu jedem Zeitpunkt gesetzt werden kann, ist es \u00e4u\u00dferst wichtig, den\nrichtigen Zeitpunkt zur ersten Gabe des Pr\u00e4parates abzupassen. So solle die\nH\u00fcndin mindestens 2 L\u00e4ufigkeiten vollst\u00e4ndig hinter sich gebracht haben, um\nohne Schaden zu \u00fcberstehen. So kann es sowohl w\u00e4hrend des An\u00f6strus(Vollst\u00e4ndige\nOvarruhe) verabreicht werden oder aber im fr\u00fchen Pr\u00e4-Pro\u00f6strus .\u00a0 Um tats\u00e4chlich den richtigen Zeitpunkt zu\nerwischen, ist eine gyn\u00e4kologische Untersuchung mit Vaginalabstrich\ndurchzuf\u00fchren. Es wird entweder eine \u00d6strogeninjektion angewandt oder\nalternativ Tabletten verabreicht. <\/p>\n\n\n\n<p style=\"background-color:#fefad8\" class=\"has-background\"><strong>ACHTUNG:<\/strong> Viele Z\u00fcchter, Hundetrainer und Tier\u00e4rzte sind aufgrund der Nebenwirkungen des chemischen Kastration f\u00fcr H\u00fcndinnen nicht von dieser Methode \u00fcberzeugt und raten davon ab. Aus diesem Grunde sollte man sich mehrere Meinungen einholen, will man seiner H\u00fcndin wirklich dieser Behandlung aussetzen. Oder letztlich doch eine Sterilisation oder chirurgische Kastration durchf\u00fchren lassen.\u00a0 Grunds\u00e4tzlich gilt wieder einmal, dass individuell entschieden werden muss. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Es gibt verschiedene Gr\u00fcnde, eine Kastration beim Hund\ndurchf\u00fchren zu lassen. Generell sollte einer Kastration eine tiermedizinische\nUntersuchung vorangehen, da in Deutschland eine medizinische Indikation zur\nDurchf\u00fchrung notwendig ist. Ebenso sollte ein intensives Beratungsgespr\u00e4ch mit\nden Tierarzt, vielleicht aber auch mit dem Hundetrainer gef\u00fchrt werden. Denn\nauch die perfekt durchgef\u00fchrte Kastration kann bestimmte Verhaltensprobleme\nbeim Hund nicht l\u00f6sen. Hierf\u00fcr gibt es Hundetraining, Hundesport und nat\u00fcrlich\nauch die Hunde-Verhaltenstherapie.\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p>Die chemische Kastration ist zur Zeit nur f\u00fcr den R\u00fcden zu\nempfehlen. Doch auch in diesem Fall sollte intensive nachgedacht werden, ob man\nseinen Hund einer langfristigen Hormontherapie aussetzen m\u00f6chte oder nicht.\nNat\u00fcrlich steht dagegen die Option, nach der Laufzeit des Implantats die\nchemische Kastration kein weiteres Mal durchzuf\u00fchren. Der R\u00fcde w\u00fcrde sich\nwieder im regul\u00e4ren, hormonellen Zustand befinden. \n\n\n\nEgal, ob es sich um eine\nchirurgische oder eine chemische Kastration handelt, sie sollte wohl \u00fcberlegt\nsein. Es ist besser, ein Gespr\u00e4ch zu viel mit einem Tierarzt zu f\u00fchren, bevor\nman sie durchf\u00fchrt. Schlie\u00dflich geht es um das Wohl des Hundes.\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kastration \u2013 viele Hundebesitzer zucken bereits bei der Erw\u00e4hnung dieses Wortes empfindlich getroffen zusammen. 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