{"id":913,"date":"2018-12-10T00:00:00","date_gmt":"2018-12-09T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/2018\/12\/10\/hundestaupe\/"},"modified":"2024-05-31T09:59:04","modified_gmt":"2024-05-31T07:59:04","slug":"hundestaupe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/hundestaupe\/","title":{"rendered":"Hundestaupe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Bei der <strong>Hundestaupe<\/strong> handelt es sich um eine bereits lang bekannte <strong>Viruserkrankung<\/strong>. Schon im 18. Jahrhundert wurde der Virus entdeckt. Innerhalb Deutschlands ist sie bei vielen Hundehaltern f\u00fcr eine lange Zeit fast in Vergessenheit geraten. Denn sie galt als fast ausgestorben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahren sind aber wieder immer mehr Hunde mit dem Virus infiziert. Das Warum kann dabei keiner eindeutig beantworten. Letztlich werden es mehrere Faktoren sein, die dazu gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<h2>Was ist die Hundestaupe?<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hundestaupe ist unter verschiedenen Namen bekannt. Caniden Distemper, Mocuillo und als Carr\u00e8sche Krankheit (nach dem Entdecker Carr\u00e8) bekannt. Ausgel\u00f6st durch einen Virus gilt es allgemein als Infektionskrankheit, die durch ein m\u00f6gliches t\u00f6dliches Ende gef\u00e4hrlich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es handelt sich um eine Erkrankung, die weltweit verbreitet ist. Dabei sind nicht nur Hunde betroffen, sondern auch F\u00fcchse und W\u00f6lfe. Genauso k\u00f6nnen aber auch Waschb\u00e4ren, Katzen und sogar Robben den Virus in sich tragen. Sogar Frettchen, Otter und Stinktiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Virus wird gerne als Staupevirus bezeichnet. Dabei handelt es sich um einen Virus aus der Familie der Paramyxoviren. Zur gleichen Familie geh\u00f6ren auch die Vieren, die bei Menschen Mumps ausl\u00f6sen. Sie sind sich sogar sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit der Hund sich mit dem Virus infizieren kann, bedarf es in der Regel Kontakt zu einem \u00dcbertr\u00e4ger. Der Virus wird \u00fcber den Kot, Urin und Nasensekret ausgeschieden und bleibt f\u00fcr kurze Zeit bestehen. Durch seine Lichtempfindlichkeit wird das Risiko des Virus z\u00fcgig minimiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da viele Waldbewohner von der Staupe betroffen sind kommt es dort sehr h\u00e4ufig zur Ansteckung. Aber auch <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/urlaub\/reisen-mit-hund-so-wird-der-hundeurlaub-so-richtig-gut\/\"  >Reisen<\/a> nach Osteuropa und ans Mittelmeer steigern das Risiko.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hat sich der Hund einmal infiziert, vermehren sich die Viren zun\u00e4chst im Rachen und in den Lymphknoten der Bronchien. Die Inkubationszeit betr\u00e4gt durchschnittlich 3 bis 6 Tage. Erst ab dem 8. Tag sind die Ausscheidungen des Hundes ansteckend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Infizieren k\u00f6nnen sich alle Hunde, jeden Alters. Bei Hunden, die unter 10 Monate alt sind, gibt es allerdings eine merkliche H\u00e4ufung.<\/p>\n<h2>Der Verlauf und seine Symptomatik<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"su-note\"  style=\"border-color:#e46969;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\"><div class=\"su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim\" style=\"background-color:#fe8383;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\">Die Staupe muss rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Im schlimmsten Fall ist die Viruserkrankung t\u00f6dlich.<\/div><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Hundestaupe l\u00e4sst sich in vier verschieden Verl\u00e4ufe unterteilen, die fast gleichzeitig oder nacheinander eintreten k\u00f6nnen. Entsprechend kommt es zu unterschiedlichen Symptomen. Irref\u00fchrend ist es, wenn Anzeichen einzeln auftreten, was bei der Staupe keine Seltenheit ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>gastrointestinale Form<\/em> der Staupe betrifft den Magen-Darm-Bereich. Erste typische Anzeichen sind h\u00e4ufig Erbrechen und schleimigen, sehr fl\u00fcssigen <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/durchfall-beim-hund-was-hilft\/\"  >Durchfall<\/a>. Wegen des schellen Verlustes an Fl\u00fcssigkeit kommt es zur Austrocknung. Schlappheit und allgemeine Schw\u00e4che sind Folgen. Gelegentlich machen sich die Atemwege zeitgleich bemerkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die Atemwege betroffen wird von der <em>respiratorischen Form<\/em> gesprochen. Das Nasensekret ist eitrig und verkrustet sich um die Nase. Das Gleiche geschieht um die Augen herum. Sind einmal die Augen betroffen kann es zu Infektionen f\u00fchren, die Entz\u00fcndungen an Bindehaut und Hornhaut ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_4337\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4337\" class=\"wp-image-4337 size-full\" title=\"Hundestaupe\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hundestaupe.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Hundestaupe\" width=\"825\" height=\"550\" \/><p id=\"caption-attachment-4337\" class=\"wp-caption-text\">Hundestaupe | Foto: mraoraor \/ bigstock.com<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auff\u00e4llig ist die Empfindlichkeit gegen\u00fcber Licht. Unbehandelt treten bei schlimmen Verl\u00e4ufen Erblindungen ein. Der Husten ist zu Beginn trocken und wird immer st\u00e4rker. H\u00e4ufig begleitet von eitrigem und oder blutigem Auswurf. Ein Zeichen daf\u00fcr, dass Bakterien sich in den geschw\u00e4chten Schleimh\u00e4uten befinden. Eine Lungenentz\u00fcndung ist die Folge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><div class=\"su-note\"  style=\"border-color:#e46969;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\"><div class=\"su-note-inner su-u-clearfix su-u-trim\" style=\"background-color:#fe8383;border-color:#ffffff;color:#333333;border-radius:3px;-moz-border-radius:3px;-webkit-border-radius:3px;\">Ist die Erkrankung im Endstadium angekommen bricht der Kreislauf regelm\u00e4\u00dfig zusammen. Der Tod ist hier meistens unumg\u00e4nglich. <\/div><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch Vorsicht: Eine laufende Nase steht nicht nur f\u00fcr die Hundestaupe, sondern auch f\u00fcr einen einfachen Schnupfen, Zwingerhusten oder einen faulenden Zahn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Hund die gastrointestinale und respiratorische Form \u00fcberstanden hat bessert sich der Zustand meistens merklich. Das gef\u00e4hrlich ist, dass die Erkrankung nicht unbedingt symptomatisch Aufgefallen oder geheilt sein muss. Meistens zeitnah \u2013 manchmal aber auch Monate sp\u00e4ter \u2013 tritt die <em>nerv\u00f6se Form<\/em> ein. Betroffen sind in dem Stadium das Gehirn und das zentrale Nervensystem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entz\u00fcndungen in den Bereichen k\u00f6nnen weitreichende Folgen haben. Als Folgesch\u00e4digung k\u00f6nnen Epilepsie, nerv\u00f6se Ticks, L\u00e4hmungserscheinungen und eine deutlich geminderte Lernf\u00e4higkeit sein. Allerdings tritt in dem Zustand fast genauso h\u00e4ufig der Tod ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In sehr seltenen F\u00e4llen kommt es bei der Hundestaupe zur <em>hard pad disease<\/em>, der Hartballenform. Sie tritt etwa 14 Tage nach Ausbruch der magendarmbetreffenden Form auf. Charakteristisch ist die Hyperkeratose. Das hei\u00dft, auf der Nase und oder Fu\u00dfballen findet eine starke Hornhautbildung statt. Diese wird wiederum br\u00fcchig und zeigt auff\u00e4llig tiefe Risse und Furchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Verlaufsstadien k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich von Fieber und mangelndem Appetit begleitet werden. Wissenswert ist, dass die Auspr\u00e4gung der Staupe bei jedem Hund anders verl\u00e4uft. Am anf\u00e4lligsten sind allerdings geschw\u00e4chte Hunde und Welpen.<\/p>\n<h2>Die richtige Diagnose<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist nicht einfach, die richtige Diagnose zu stellen. Werden die Symptome einzeln gesehen, k\u00f6nnen verschiedene Krankheitsbilder in Betracht gezogen werden. Der Tierarzt wird unter Durchf\u00fchrung einer Differentialdiagnose bei Verdacht auf Staupe verschiedene Proben nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig sind es Abstriche von Schleimh\u00e4uten, wie zum Beispiel der Augen, den Geschlechtsteilen oder der Mandeln. Im Gegensatz zu den \u00fcblichen Laboruntersuchungen kann der Staupeerreger nur in speziell ausgestatteten Laboren nachgewiesen werden.<\/p>\n<h2>Die Behandlung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">In erster Linie werden bei der Erkrankung an Staupe lediglich die Symptome behandelt. Daf\u00fcr kommen h\u00e4ufig Dauertropfinfusionen und Antibiotika zum Einsatz. Manche Tier\u00e4rzte verwenden im fr\u00fchen Stadium Interferone und vorgefertigte Abwehrstoffe. Da der Verlauf der Viruserkrankung nicht vorhersehbar ist bieten sich solche Medikamente als Unterst\u00fctzung an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Medikamenten sind auch noch andere Dinge wichtig. Ist die Nase betroffen, das Nasensekret entfernen; Bei Durchfall viel Wasser zum Trinken anbieten um einem Fl\u00fcssigkeitsmangel vorzubeugen usw. Der Tierarzt wird noch einige hilfreiche Tipps geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen garantierten Erfolg auf Heilung durch die Behandlung gibt es nicht. Der allgemeine Gesundheitszustand, der Verlauf und insbesondere der Zeitpunkt der Krankheitserkennung sind entscheidend. Es ist keine Seltenheit, dass nur noch versucht werden kann die Folgesch\u00e4digungen m\u00f6glichst gering zu halten und den Tod m\u00f6glichst zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig f\u00fcr eine gute Behandlung ist es, die R\u00e4umlichkeiten insbesondere die Schlafpl\u00e4tze zu reinigen. Dort k\u00f6nnen sich Viren einnisten und je nach Umst\u00e4nden einige Zeit \u00fcberbr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dauer der Behandlung ist nicht absehbar. Ein l\u00e4ngerer Zeitraum \u00fcber mehrere Wochen ist allerdings nicht untypisch.<\/p>\n<h2>Folgesch\u00e4den<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Staupe wird nicht rechtzeitig erkannt, die medikament\u00f6se Behandlung greift nicht oder der Verlauf ist schwerwiegender als Erwartet: Folgesch\u00e4den sind in solchen Situationen fast unumg\u00e4nglich. Welche k\u00f6nnen das sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Folgesch\u00e4den k\u00f6nnen an<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Herz und Lunge<\/li>\n<li>Magen-Darm-Trakt<\/li>\n<li>Den Augen in Form von Erblindung oder Hornhautsch\u00e4digungen<\/li>\n<li>Nerv\u00f6se Ticks, Epilepsie und andere Anfallsleiden in Folge des Befalls des Nervensystems<\/li>\n<li>Hyperkeratose und<\/li>\n<li>Schwierigkeiten mit den Z\u00e4hnen<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Folgen zu erwarten sind ist davon Abh\u00e4ngig, welchen Verlauf die Staupe nimmt und wo sich die Viren einnisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwierigkeiten mit dem Zahnschmelz sind insbesondere bei jungen Hunden, deren Zahnwechsel noch nicht abgeschlossen ist, zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im sogenannten Staupegebiss sterben die f\u00fcr die Schmelzbildung ben\u00f6tigten Zellen ab. Bei ausgewachsenen Hunden werden die Zahnbeine freigelegt, wodurch sich die Z\u00e4hne br\u00e4unlich verf\u00e4rben. Gef\u00e4hrlich ist es, da es f\u00fcr weitere Infektionen sorgen kann. An dieser Stelle sorgt zahnmedizinische Hilfe f\u00fcr einen verlangsamten Abbauprozess.<\/p>\n<h2>Vorbeugung<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen Hundestaupe l\u00e4sst sich vorbeugen. Sehr gute Erfahrungen wurde mit einer l\u00fcckenlosen Schutzimpfung gemacht. Verwendung findet attenuierter Lebendimpfstoff. Optimal ist die erste <a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/hunde-impfen\/\"  >Impfung<\/a> bereits im Alter von 8 Wochen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig wird eine Mehrfachkombination gegen<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Staupe,<\/li>\n<li>Hepatitis,<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/parvovirose-die-hundeseuche\/\"  >Parvovirose<\/a> und<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/gesundheit\/leptospirose-beim-hund\/\"  >Leptospirose<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen der 12. Und 16. Lebenswoche folgt die Auffrischung. Meist in Verbindung mit der Tollwutimpfung. Etwa ein Jahr danach folgt nochmals eines kleinen Picks. Um den nun bestehenden Schutz dauerhaft zu halten ist alle 3 Jahre eine Auffrischung notwendig.<\/p>\n<div id=\"attachment_6301\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-6301\" class=\"size-full wp-image-6301\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Hundestaupe-beim-Hund-vorbeugen.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"Hundestaupe beim Hund vorbeugen\" width=\"825\" height=\"562\" \/><p id=\"caption-attachment-6301\" class=\"wp-caption-text\">Hundestaupe beim Hund vorbeugen | Foto: Ilike \/ Bigstockphoto.com<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter besonderen Umst\u00e4nden kann der Hund schon bereits in der 4. Lebenswoche mit der Impfung begonnen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die gute Erforschung der Viruserkrankung und einer guten Aufkl\u00e4rung wurde die Hundestaupe im westlichen Europa durch Schutzimpfungen fast ausgerottet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahren sind allerdings immer mehr Halter vom Trend des Impfens abgekommen. Durch osteurop\u00e4ische Hunde oder auch als Reisemitbringsel und dem fehlenden Impfschutz machen sich in zahlreichen Tierarztpraxen wieder bemerkbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Hundestaupe handelt es sich um eine bereits lang bekannte Viruserkrankung. Schon im 18. Jahrhundert wurde der Virus entdeckt. 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