{"id":938,"date":"2018-12-10T00:00:00","date_gmt":"2018-12-09T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/2018\/12\/10\/der-kaukasische-owtscharka\/"},"modified":"2024-05-31T09:59:06","modified_gmt":"2024-05-31T07:59:06","slug":"der-kaukasische-owtscharka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/floxik.de\/magazin\/hunderassen\/der-kaukasische-owtscharka\/","title":{"rendered":"Der Kaukasische Owtscharka"},"content":{"rendered":"<p><strong>Owtscharka<\/strong> ist der \u00dcberbegriff f\u00fcr mehrere Hunderassen, die sich auf der einen Seite sehr \u00e4hnlich sind und doch von Gegens\u00e4tzen gepr\u00e4gt sind. Davon sind drei offiziell anerkannt worden. Die Gemeinsamkeit findet sich in ihrem Namen Owtscharka. Es leitet sich von dem russischen Wort owtschar ab, was so viel wie Schafhirte bedeutet. Ein Name, der die eigentliche Funktion der Rasse beschreibt. Gleichzeitig sagt es vieles \u00fcber die Herkunft und Charakter des <strong>kaukasischen Owtscharka<\/strong> aus.<\/p>\n<div id=\"attachment_4333\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4333\" class=\"size-full wp-image-4333\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kaukasischer-Owtscharka.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\" width=\"825\" height=\"550\" \/><p id=\"caption-attachment-4333\" class=\"wp-caption-text\">Kaukasischer Owtscharka | Foto: Kate Ovcharenko \/ bigstock.com<\/p><\/div>\n<h2>Ein riesiger Schafhirte oder mehrere?<\/h2>\n<p>Es gibt offiziell drei Arten des Owtscharka. Optisch k\u00f6nnen sie kaum unterschiedlicher sein. Daf\u00fcr sind die drei im Charakter, Wesen und Aufgaben sehr \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Der Juschnorusskaja Owtscharka ist auch bekannt als S\u00fcdrussischer Owtscharka. Seine Wurzeln liegen im S\u00fcden Russlands und der heutigen Ukraine. Neben seiner Aufgabe als H\u00fctehund gilt es noch die Herde bei Bedarf zu treiben. F\u00fcr diese Art ist die Gr\u00f6\u00dfe und das lange, zottlige Fell charakteristisch.<\/p>\n<p>Der Sredneasiatskaja Owtscharka ist der Zentralasiatische Owtscharka. Gleichzeitig tr\u00e4gt diese Art den Beinamen Zentralasiatischer Sch\u00e4ferhund. Seine Heimat liegt in Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan und Turkmenistan. Durch das kurze Fell ist der typische V-f\u00f6rmige K\u00f6rperbau der Owtscharki klar und deutlich zu sehen.<\/p>\n<p>Die Heimat des Kawkasskaja Owtscharka \u2013 Kaukasischer Owtscharka \u2013 befindet sich nicht nur im russischen Kaukasus. Wurzeln lassen sich auch in Georgien und Armenien finden. Sein mittellanges, dichtes Fell l\u00e4sst ihn noch gr\u00f6\u00dfer und m\u00e4chtiger wirken. Gleichzeitig hat er den Beinamen Kaukasischer Sch\u00e4ferhund.<\/p>\n<h2>Die Geschichte des Hirten auf Pfoten<\/h2>\n<p>Wie lange es den kaukasischen Owtscharka tats\u00e4chlich schon gibt, wei\u00df noch keiner ganz genau. Es wird angenommen, dass es um eine archaische Hunderasse \u2013 also einer der ersten Hunderassen aus der Fr\u00fchzeit \u2013 handelt, die mit der Viehzucht vor etwa 10 000 Jahren entstanden ist. Sicher ist lediglich ein Zeitraum von 600 Jahren. Nachweislich. Seit jeher ist diese Rasse im Kaukasus beheimatet. Ein raues Klima in der Landenge zwischen dem Schwarzen Meer und dem Kaspischen Meer.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich wurde die Rasse gez\u00fcchtet, um selbstst\u00e4ndig Herden zu bewachen und zu besch\u00fctzen. Man Unterschied zwischen Berg- und Steppenkaukasen. Doch seit dem 1984 die Rassenstandards eingef\u00fchrt wurden, wird die Unterteilung nicht mehr gemacht.<\/p>\n<p>Sind mit den B\u00e4ren verwandt.<\/p>\n<h2>Eine imposante Erscheinung<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Owtscharka pr\u00e4gt durch seine imposante, m\u00e4chtige Erscheinung. Es ist, als ob die Gr\u00f6\u00dfe ben\u00f6tigt wird, um die zahlreichen Eigenschaften vereinen zu k\u00f6nnen. Ein ausgewachsener Hund kann eine Schulterh\u00f6he von 64 bis 70 cm erreichen. Dabei pendelt sich das Gewicht bei leichten 75 kg ein. Trotzdem hat der kaukasische Sch\u00e4ferhund eine athletische Bewegung.<\/p>\n<p>Je nach l\u00e4ndlicher Pr\u00e4gung des Kaukasus ist der K\u00f6rperbau und das Fell. Eine einheitliche Fellfarbe gibt es beim Owtscharka nicht. Von unterschiedlichen Graustufen bis hin zu verschiedenen hellen bis rostfarbene Farbt\u00f6ne sind vorhanden. Das kann strohgelb, wei\u00df und erdfarben sein. Die Musterung reicht dabei von gestreift \u00fcber gescheckt bis zu get\u00fcpfelt. Durch das lange, dichte Haar ist die Fellpflege allerdings anspruchsvoll.<\/p>\n<p>Stammt der Owtscharka aus den transkaukasischen Gebieten (Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Abchasien) ist der K\u00f6rper st\u00e4mmig und hat ein sehr dichtes, langes Fell. Das Deckhaar ist verl\u00e4ngert. Um den Hals herum bildet sich eine buschige M\u00e4hne. Die Hinterl\u00e4ufe sind ebenfalls ausgepr\u00e4gt behaart. Durch die federnde Wirkung ist der Eindruck einer Hose vorhanden. Entsprechend erweckt die Rute einen dicken, buschigen Eindruck. Den Gegensatz bilden ihre Artgenossen aus den Steppengebieten. Sie neigen zu l\u00e4ngeren Beinen, einem leichteren Gewicht und sind in der Regel kurzhaarig. Bei den kurzhaarigen Vertretern ist keine M\u00e4hne und \u201eFederung\u201c an den Hinterl\u00e4ufen vorhanden. Es sind auch einige \u00dcbergangs-Vertreter dazwischen bekannt. Sie haben \u00c4hnlichkeiten mit der Kurzhaar-Variante, neigen jedoch zu verl\u00e4ngertem Deckhaar. Gemeinsam ist allerdings das stark entwickelte, hellere Unterhaar.<\/p>\n<h2>Anspr\u00fcche mit Niveau<\/h2>\n<p>Die urspr\u00fcnglichen Aufgaben des Kaukasischen Owtscharka hat die Rasse gepr\u00e4gt. In jeglicher Hinsicht. Als Hirtenhund ist es der Hund gewohnt \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume im Freien zu sein. Gegen\u00fcber k\u00e4lterer Witterung sogar sehr widerstandsf\u00e4hig und robust. Daher ist es mit einer entsprechenden Unterkunft sogar m\u00f6glich, den Owtscharka haupts\u00e4chlich im Freien leben zu lassen.<\/p>\n<p>Die Owtscharki (Mehrzahl von Owtscharka) lieben die Freiheit. Eine dominierende Zwingerhaltung mit sehr begrenztem Raum darf f\u00fcr diese Rasse nicht in Betracht gezogen werden. Auf Dauer spiegelt es sich durch ein aggressives, negatives Verhalten wieder. Dagegen ist eine Haltung in der Wohnung eher m\u00f6glich. Allerdings ist es ein enormer Vorteil, wenn ein gut eingez\u00e4unter Garten vorhanden ist. Denn der Kaukasische Owtscharka hat einen hohen Bewegungsdrang und m\u00f6chte m\u00f6glichst h\u00e4ufig ins Freie gelangen, ohne den vollst\u00e4ndigen Anschluss zur Familie zu verlieren. Gleichzeitig ist der Wachinstinkt sehr ausgepr\u00e4gt. Zur\u00fcckzuf\u00fchren auf seine urspr\u00fcngliche Aufgabe als Herdenschutzhund vor 2- und 4-beinigen Dieben. Au\u00dferdem wird vom Hund das Bewachen von Grundst\u00fcck und Familie sehr ernst genommen. Ein \u00dcberbleibsel als Wachhund des Hofes. Die Einz\u00e4unung des Grundst\u00fcckes sollte daher entsprechend sicher sein, um dem Revierbewusstsein Grenzen setzen zu k\u00f6nnen. Betreten unbekannte und ungebetene \u201eG\u00e4ste\u201c dennoch einmal das Revier bzw. zu nahe wird das mit einem lauten, tiefen Bellen angezeigt. Das typische Kl\u00e4ffen, wie es gerne kleinere Hunde zeigen, wird vergeblich gesucht.<\/p>\n<p>An sich ist der Owtscharka ein in sich ruhender Hund. Er liebt es erst zu beobachten. An seiner hellwachen, aufmerksamen Mimik macht sich sein Interesse bemerkbar. Dennoch zeigen sich Owtscharki gegen\u00fcber Fremden zun\u00e4chst zur\u00fcckhaltend. Das erste Treffen ist sogar h\u00e4ufig von einem misstrauenden und abweisend, distanziertem Verhalten gepr\u00e4gt. Der komplette Gegensatz zum Leben innerhalb der Familie: ausgeglichen, anh\u00e4nglich, sensibel und lieb gegen\u00fcber Kinder.<\/p>\n<p>Der Charakter ist eine Kategorie f\u00fcr sich. Der Owtscharka geh\u00f6rt zu den Sp\u00e4tentwicklern. Doch mit zunehmendem Alter zeigt sich das furchtlose und zuverl\u00e4ssige Verhalten. Charakteristisch, da das Wach- und Schutzverhalten genetisch tief verankert ist. Daher ist es wichtig bereits fr\u00fch mit der Erziehung und der Sozialisierung zu beginnen. Doch Vorsicht: Owtscharki haben einen Hang zum dickk\u00f6pfig sein und sind nur ungern unterw\u00fcrfig.<\/p>\n<h2>Erziehung und Ausbildung<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Owtscharka ist ein sensibler, treuer Wegbegleiter. Wenn der Hund richtig erzogen wurde. Hier beginnt allerdings die schmale Gratwanderung. Die Rasse aus dem Kaukasus hat eine Neigung zum dickk\u00f6pfig sein und unterwirft sich nicht gerne. Gleichzeitig werden die Grenzen gerne \u00fcberschritten. Eine Konstellation, die die Erziehung zu einer Herausforderung macht. Der Platz in der Familie ist als erstes zu kl\u00e4ren. Bereits als Welpe muss mit der Sozialisierung begonnen werden. Die wesentliche Erziehung findet beim Owtscharka \u00fcber Geduld, sowie klaren Regeln und Ansagen statt.<\/p>\n<p>Die Dickk\u00f6pfigkeit und mangelnde Unterw\u00fcrfigkeit sind die wesentlichen Hauptgr\u00fcnde, weshalb der klassische Hundesport f\u00fcr die Rasse ungeeignet ist. Der Owtscharka ist eine selbstst\u00e4ndige und unabh\u00e4ngige Rasse. Der Wunsch, dem Halter durch sportliche Leistung zu gefallen ist nicht vorhanden.<\/p>\n<p>Eine Ausbildung zum Schutzhund ist nicht ratsam. Der Hund hat von Natur aus einen ausgepr\u00e4gten Schutzinstinkt. Bereits beim kleinsten Fehler w\u00e4hrend der Ausbildung entwickelt sich der Owtscharka zu einer unkontrollierbaren Gefahr. Durch seine Gr\u00f6\u00dfe und St\u00e4rke riskant.<\/p>\n<p>Der Gegensatz bildet die Ausbildung zum Begleithund. Das sensible Wesen und ausgepr\u00e4gte Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen bietet sich f\u00fcr die verantwortungsvolle Aufgabe an.<\/p>\n<div id=\"attachment_4332\" style=\"width: 835px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4332\" class=\"size-full wp-image-4332\" src=\"https:\/\/floxik.de\/magazin\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Kaukasischer-Owtscharka-im-Schnee.jpg\" loading=\"lazy\" alt=\"\" width=\"825\" height=\"550\" \/><p id=\"caption-attachment-4332\" class=\"wp-caption-text\">Kaukasischer Owtscharka im Schnee | Foto: MegSopki \/ bigstock.com<\/p><\/div>\n<h2>Anspr\u00fcche an den Hundehalter<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Owtscharka ist eine sehr dominante Rasse. Sie haben ein Gesp\u00fcr f\u00fcr ungeeignete und nachgiebige Halter. Solche Personen werden in der Regel nicht als Rudelf\u00fchrer anerkannt. Die Schwierigkeit, die sich in solchen F\u00e4llen h\u00e4ufig zeigt, ist der Hang zu Aggressionen. Mit einer klaren F\u00fchrung und Erziehung l\u00e4sst sich das aggressive Verhalten aber gut unterbinden. Daher sollte es sich um einen erfahrenen Hundehalter mit ausreichend Zeit und Durchsetzungsverm\u00f6gen halten.<\/p>\n<p>Da der kaukasische Sch\u00e4ferhund gro\u00df wird und enorme Kr\u00e4fte entwickelt, wird der Halter vor entsprechende Herausforderungen gestellt. Man muss jederzeit in der Lage sein, den Hund an der Leine durch stressige Situationen f\u00fchren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Pflege, Gesundheit und Ern\u00e4hrung<\/h2>\n<p>Mit 12 und mehr Jahren erreichen Owtscharki f\u00fcr ihre Gr\u00f6\u00dfe ein stolzes Alter. Das Geheimnis k\u00f6nnte in seiner Anspruchslosigkeit liegen. Dies beginnt bereits mit der Unterkunft. F\u00fcr eine artgerechte Haltung wird in der Wohnung nicht unbedingt ein beheizter Raum ben\u00f6tigt. Mit einer passenden Hundeh\u00fctte oder \u00e4hnlichem Unterschlupf werden von der Rasse sogar die winterlichen Temperaturen geliebt. Statt Spielzeug wird ein Garten vorgezogen.<\/p>\n<p>An die Ern\u00e4hrung selbst werden ebenfalls keine Anspr\u00fcche gestellt. So lange es schmackhaft und abwechslungsreich ist.<\/p>\n<p>Obwohl die Rasse schon seit mehreren hundert Jahren beschrieben und dokumentiert wird, sind bis heute noch keine Rassetypsiche Erkrankungen bekannt. Daher gilt der Owtscharka in Bezug auf die Gesundheit als robust und anspruchslos. Lediglich 2-mal im Jahr muss zur Zeit des Fellwechsels das Fell h\u00e4ufiger und gr\u00fcndlicher geb\u00fcrstet werden.<\/p>\n<h2>Rechtliches<\/h2>\n<p>Der Kaukasische Owtscharka hat bei schlechter F\u00fchrung und mangelnder Besch\u00e4ftigung ein hohes Aggressivit\u00e4tspotenzial. Der ausgepr\u00e4gte Charakter erschwert manchen Haltern eine gute Erziehung. Daher gilt es f\u00fcr die Owtscharki die Rechtslage im Blick zu behalten. So steht er in vielen Schweizer Kantonen (z.B. Tessin) und in einigen deutschen Bundesl\u00e4ndern auf der Rasseliste der potentiell gef\u00e4hrlichen Hunderassen und darf dort nur mit Bewilligung gehalten werden. Dagegen ist die Haltung und Einf\u00fchrung der Rasse in D\u00e4nemark vollst\u00e4ndig verboten.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Bei einer guten Erziehung und Sozialisierung handelt es sich beim Kaukasischen Owtscharka in der Regel um einen ruhigen, ausgeglichenen Zeitgenossen, Besch\u00fctzer und Familienmitglied. Als Begleithund und in Familien ist ein harmonisches Leben m\u00f6glich. Doch die Entscheidung f\u00fcr einen Owtscharka sollte nicht un\u00fcberlegt gef\u00e4llt werden. Denn es handelt sich um keine einfache Rasse. Es handelt sich um eine Rasse, die die Freiheit und eigenst\u00e4ndiges Handeln \u00fcber alles lieben. Genauso, wie der Schutz der eigenen Familie und Reviers gro\u00dfe Stellenwerte haben. Wer aber als Halter zu Nachl\u00e4ssigkeiten neigt, keine klaren Strukturen aufweisen kann, wenig Geduld besitzt und den Hund richtig auslasten kann ist mit einem Owtscharka schlecht beraten. Denn bei mangelnder Erziehung, Sozialisierung und Auslastung steigert sich das Aggressionspotenzial des Hundes. In Kombination mit der Gr\u00f6\u00dfe und Kraft ist dies gef\u00e4hrlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Owtscharka ist der \u00dcberbegriff f\u00fcr mehrere Hunderassen, die sich auf der einen Seite sehr \u00e4hnlich sind und doch von Gegens\u00e4tzen gepr\u00e4gt sind. 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