Die Augen des Hundes lassen uns nicht nur in seine Seele blicken. Sie sind ein wichtiges Sinnesorgan, mit dem sich der Hund orientieren und seiner Aufgabe nachkommen kann. Doch handelt es sich bei dem Auge um ein sehr empfindliches Organ, das schnell auf äußere Reize reagiert. So kommt es, dass verschiedene Hunderassen extrem empfindliche Augen besitzen, die einer regelmäßigen Pflege bedürfen. Andere Hunderassen hingegen sind in puncto Augenpflege äußerst unkompliziert.

Für Sie als Hundebesitzer ist es sinnvoll, dass die Augen regelmäßig kontrolliert werden. Nur so können Sie verhindern, dass sich ein vermeintlich kleines Problem zu einer ernsthaften Krankheit entwickelt.

Der Aufbau des Hundeauges

Das Hundeauge ist aus drei Schichten aufgebaut. Geht man von außen nach innen vor, so trifft man zunächst auf die Lederhaut (Sklera), die Uvea sowie innen auf die Netzhaut (Retina).

  • Im Vorderbereich des Auges geht die Lederhaut in die Hornhaut über.
  • Die Uvea besteht aus drei Teilen: Der Aderhaut, auf der sich eine lichtreflektierende Schicht befindet. Die Iris, ein muskulärer Ring, der von den Augennerven kontrolliert wird und die einfallende Lichtmenge bestimmt. Der Ziliarkörper fungiert als Aufhängeapparat der Linse. Zudem nährt er die Hornhaut mit Flüssigkeit, lässt das Fokussieren des Bildes zu.
  • Die Retina, die Netzhaut, befindet sich hinter der Uvea. Auf ihr wird das Bild fokussiert. Die Stäbchen und Zäpfchen, die für das farbliche Sehen zuständig sind, sind beim Hund derart angelegt, dass er nur Schwarz, Weiß und Grau sehen kann.
  • Die Augenlider schützen das Auge gegen Einflüsse und Reize von außen.
  • Die Tränendrüse befindet sich am oberen Augenlid. Sie sorgt für ausreichend Flüssigkeit, um die Hornhaut permanent feucht zu halten. Im unteren Augenlid befindet sich ein Gang, in dem die Flüssigkeit bei Bedarf in die Nase abgeleitet werden kann.
  • Auch die Wimpern helfen, äußerliche Reize vom Auge fernzuhalten.
  • Das dritte Augenlid ist zu einem großen Teil unter dem unteren Augenlid versteckt. Meist sieht man lediglich eine farbige Membran im inneren Augenwinkel. Die Nickhaut ist in der Lage, ähnlich einem Scheibenwischer, eingedrungene Fremdkörper von der Hornhaut wegzuwischen.

Jedes Hundeauge ist anders

Dieser Satz ist nicht einfach nur so daher gesagt. Tatsächlich weist jede Hunderasse spezifische Merkmale der Augen auf. Augen- und Ohrenerkrankungen bei Hunden sind jedoch nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Deshalb ist eine tägliche Kontrolle, die nur einige Minuten in Anspruch nimmt, ein sinnvolles Ritual. Am besten gewöhnt man bereits den Welpen an diese schnellen Untersuchungen von Augen und Ohren.

Doch ist nicht nur das Auge selber bei einer Untersuchung der Augen zu beachten. Auch das Fell, das sich rundherum befindet, braucht Beachtung. Sicherlich sind sich die Besitzer aller langhaarigen Hunderassen dessen bewusst. Doch auch kurzhaarige Hunde können, etwa in der Zeit des Fellwechsels oder bei einem krankheitsbedingten Ausfall des Fells, mit ihren Haaren zu kämpfen haben. Geraten diese nämlich erst einmal ins Auge, ist es gar nicht so einfach, die kurzen Härchen zu finden und herauszubekommen.

Besitzer von langhaarigen Hunden sollten darauf achten, dass die Augen so gut wie möglich vor den langen, wehenden Haaren geschützt sind, damit sie das Auge nicht irritieren. Für verschiedene Hunderassen bedeutet dies, dass die Haare um die Augen herum regelmäßig nachgeschnitten werden müssen.

Ja, dies ist für einige Hundebesitzer sicher ein schwerer Schlag, da die langen Haare am Kopf doch so niedlich aussehen. Aber hier geht es in diesem Augenblick nicht um das Erscheinungsbild des Hundes, sondern um seine Gesundheit. Und dieser ist stets Vorrang zu gewähren.

Die tägliche Augenroutine

Nein, keine Sorge – hierbei handelt es sich um eine ganz kurze Aufgabe für Sie als Hundebesitzer. Mit einer täglichen Kontrolle der Augen können Sie eventuelle Veränderungen sofort erkennen. Einige können eigenständig aus der Welt geschaffen werden. Für andere kann es sinnvoll sein, den Tierarzt zu konsultieren, damit sich dieser das Problem einmal genauer anschaut und bei Bedarf entsprechend behandelt.

Wie also sollte das gesunde Hundeauge aussehen? Es sollte

  • Klar sein
  • Nicht tränen
  • Nicht gerötet sein

Es sollte allerdings gleich hinzugefügt werden, dass ein tränendes Auge nicht gleich ein Anzeichen für ein Problem oder eine Erkrankung ist. Vielleicht hat der Hund Zug bekommen oder leidet an einer leichten Erkältung. Wäre dem so, würde sich das Auge eigenständig innerhalb weniger Tage wieder bessern. Hält dieser Zustand jedoch ohne ersichtlichen Grund an, könnte der Tränenkanal verstopft sein oder eine andere Ursache für das Tränen vorhanden sein. Ein Tierarzt kann dies kompetent abklären.

Wann ist ein Tierarzt angeraten?

Wer die tägliche Augenkontrolle bei seinem Hund durchführt, wird bemerken, wenn das Auge Anzeichen aufzeigt, die nicht normal sind. Sollte es notwendig sein, den Tierarzt aufzusuchen, haben Sie eines der folgenden Symptome gesehen:

  • Tränen, deren Flüssigkeit nicht klar ist (trüb, gelblich oder gar blutig)
  • Tränenfluss, der länger als 1 – 2 Tage anhält, aber keine Ursache ersichtlich ist
  • Verklebte Augen, die durch normales Reinigen nicht gesäubert werden können bzw. permanent neu verkleben
  • Geschwollene Augen
  • Stark gerötete Augen
  • Juckende Augen – dies ist daran zu erkennen, dass (auch ohne weitere Symptome) die Augen ständig gekratzt oder geschubbert werden
  • Beschwerden, die plötzlich auftreten. Sie weisen auf einen Fremdkörper oder eine Verletzung hin.
  • Starkes Blinzeln mit den Augen
  • Starkes Zusammenkneifen der Augen
  • Die Annahme, dass der Hund nicht mehr richtig sehen kann. Anzeichen hierfür sind das Gegenlaufen gegen bekannte Gegenstände, etwa in der Wohnung.
Tierarzt untersucht die Augen eines Hundes
Regelmäßige Kontrollen der Hundeaugen beim Tierarzt sind von entscheidender Bedeutung, um potenzielle Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen und sicherzustellen, dass unser vierbeiniger Freund ein langes und glückliches Leben führen kann. | Foto: xerox123.mail.ua / Depositphotos.com

Wann können Sie die Augen eigenständig vorsichtig reinigen?

Richtig, die oben genannten Symptome sind zum Teil sehr stark, sodass bei einer Nichtbeachtung sogar mit einer bleibenden Schädigung des Auges zu rechnen ist. Doch gibt es auch diverse Symptome, die problemlos vom Hundebesitzer behoben werden können.

Der morgendliche Schlafsand

Wie wir Menschen auch haben viele Hunde morgens Schlafsand in den Augenwinkeln. Doch haben sie nicht wie wir die Möglichkeit, diesen vollständig zu entfernen. Sie benötigen unsere Unterstützung. Helfen wir ihnen nicht, kann es passieren, dass sie versuchen, ihn am Teppich oder an den Möbeln abzuschrubbeln. Verbleibt er in den Augenwinkeln, wird er sich immer mehr anhäufen. Zudem bildet sich eine Basis, auf der leicht Bakterien entstehen und sich zu entzündlichen Herden ausbreiten können.

Die Morgenroutine: Um die Augen morgens zu reinigen, zwei feuchte Tücher, die nicht fußeln, notwendig – für jedes Auge eines, um keine Keime von einer Seite zur anderen zu übertragen. Wischen Sie mit diesem Tuch den Schlafsand in Richtung des Nasenrückens heraus. Sollte sich auch am äußeren Augenrand Schlafsand befinden, so wird dieser nach außen weggewischt. Diese kleine Intervention nimmt, sobald sich der Hund daran gewöhnt hat, keine zwei Minuten in Anspruch.

Leichte Augenreizungen

Es kann schon einmal vorkommen, dass der Hund gerötete oder tränende Augen hat. Überall in unserer Umwelt gibt es Auslöser für diese Reaktion. Hierzu können Staub, Pollen, Rauch, Zugluft, das Schwimmen im Fluss oder Teich (aufgrund des unreinen Wassers), aber auch durch die winterliche Heizungsluft gehören. Gerade Welpen, Junghunde und Senioren können auf diese Auslöser relativ schnell mit einer Augenreizung reagieren.

Zudem reagieren einige Hunderassen empfindlicher auf diese Auslöser als andere. Insbesondere Hunderassen mit recht hervorstehenden oder aber stark exponierten Augen gehören zu den Rassen, deren Augen täglicher Kontrolle bedürfen. So ist es beispielsweise bei den Möpsen angeraten, sie täglich mit Augentropfen zu behandeln, damit die Hornhaut vor dem Austrocknen geschützt wird.

Beim Tierarzt oder im gut sortierten Fachhandel bekommt man Augenspülung für den Hund. Zum bloßen Reinigen des Auges ist eine 0,9%ige Kochsalzlösung zu empfehlen. Handelt es sich um eine Reizung des Auges, sollte ein Mittel eingesetzt werden, das zudem das Auge und sein Umfeld beruhigt. Dies kann beispielsweise Augentrost oder Kamille sein. Die Mittel gibt es selbstverständlich fertig zu kaufen.

Um die Tropfen zu verabreichen, ist es notwendig, die Augenlider des Tieres ein wenig auseinanderzuschieben. Dieser Handgriff mag anfänglich ein wenig schwierig sein. Doch nach ein paar Anwendungen wird es immer leichter. Ein bis zwei Tropfen pro Auge sind für gewöhnlich ausreichend. Die Tropfen sollen unter das Augenlid gelangen. So können sie beim nächsten Lidschlag verteilt werden. Es kann sein, dass sich ein wenig Flüssigkeit den Weg aus dem Auge heraus bahnt. Das ist aber nicht schlimm. Trotzdem sollten Sie es weder abtupfen noch abwischen, um den Tropfen die Chance zu geben, Wirkung erzielen zu können.

Sollte es sich um eine Spülung handeln, ist ein wenig mehr besser als zu wenig. Halten Sie in diesem Fall ein Handtuch bereit, um die Augenpartie trocken zu tupfen.

Ein Hunde bekommt Augentropfen verabreicht
Hunde können sich oft an die regelmäßige Verabreichung von Augentropfen gewöhnen, insbesondere wenn sie mit Geduld und positiver Verstärkung behandelt werden. | Foto: yangtak / Depositphotos.com

Welche Augentropfen können zum Einsatz kommen?

In den meisten Fällen genügen die Augentropfen aus Kochsalzlösung, um das Auge zu reinigen oder die akuten, kleinen Fremdkörper zu entfernen. Doch ist es sinnvoll, auch die Wirkung anderer natürlich Mittel zu kennen, um sie bei Bedarf anwenden zu können.

  • Der Augentrost (Euphrasia): Diese Lösung benötigen Sie bei Bindehautentzündung oder Gerstenkörnern. Diese Heilpflanze ist altbewährt und seit Jahrhunderten bekannt.
  • Die Zaubernuss (Hamamelis): Auch diese Pflanze ist altbekannt. Sie wirkt unter anderem entzündungshemmend und beweist bei Juckreiz oder Brennen des Auges eine große Wirksamkeit.
  • Die Ringelblume (Calendula): Sie wirkt entzündungshemmend und sorgt für eine schnelle Heilung.
  • Die Pappel (Populus): Auch sie hat eine entzündungshemmende Wirkung und wirkt schmerzlindernd. ACHTUNG – sie kann Allergien auslösen.
  • Die echte Kamille: Man verwendet sie als Extrakt. Auf mikrobiotischer Ebene wirkt sie antibakteriell bei Entzündungen, aber auch bei Reizungen.

Alle Präparate sind in der Apotheke oder beim Tierarzt erhältlich.

Grundsätzlich gilt, bessern sich die Symptome nicht innerhalb von 1 – 2 Tagen, ist der Gang zum Tierarzt angeraten. Hier erhalten Sie, wenn es notwendig ist, auch die verschreibungspflichtigen Präparate. Sie sind bei Augenerkrankungen wie etwa dem Grünen Star und anderen schwerwiegenden Augenerkrankungen notwendig. Jedoch wird hierfür stets eine gut untermauerte Diagnose benötigt, die Sie nur beim Tierarzt erhalten.

FAQ

🐶 Wie erkenne ich eine Augenerkrankung beim Hund?

Das Auge ist gerötet, juckt, tränt. Die Augenflüssigkeit ist nicht wie üblich klar, sondern eventuell milchig, gelb durchzogen oder gar blutig. Der Hund zeigt ein deutliches Unbehagen und versucht, durch Kratzen oder Schubbern, das Augenproblem zu beheben.

🐶 Wo können Augentropfen zur Reinigung der Augen gekauft werden?

Die 0,9%ige Kochsalzlösung, die für die Augenreinigung verwendet werden kann, erhalten Sie in jeder Apotheke. Naturheilkundliche Lösungen, die auch entzündungshemmend wirken, sollten ebenfalls Apothekenqualität besitzen.

🐶 Was brauche ich zur täglichen Augenpflege meines Hundes?

Neben der 0,9%igen Kochsalzlösung benötigen Sie nur ein Tuch, das nicht fußelt und ein ruhiges Händchen. Der Hund gewöhnt sich schnell an diese Prozedur.

🐶 Hat jeder Hund empfindliche Augen?

Welpen und Junghunde sowie Senioren haben empfindlichere Augen als erwachsene Hunde. Zudem weisen einige Hunderassen eine Affinität zu Problemen mit den Augen auf.

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Gesundheit,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024