Hunde sind verspielt. Sie schnupper an allem, was ihnen vor die Nase kommt. So ist es kein Wunder, dass sie im Sommer auch gerne hinter Insekten herlaufen und versuchen, sie zu fangen. Bei Fliegen oder Mücken ist dies ja kein Problem. Wenn es sich aber um Wespen handelt, kann man nur hoffen, dass die Wespe schneller ist als der Hund. Denn genau wie der Mensch ist auch der Hund nicht immun gegen Wespenstiche. Genau wie beim Menschen auch kommt es zu Schwellungen. Daher ist ein Wespenstich beim Hund immer zu behandeln. Selbst dann, wenn die Schwellung scheinbar nur gering ist.

Ein Wespenstich beim Hund – wie gefährlich ist er wirklich?

Wir alle wissen, dass Wespenstiche recht schmerzhaft sein können. Ähnlich ergeht es auch den Hunden. Doch scheint der Schmerz für sie geringer zu sein als für uns Menschen. Für gewöhnlich ist der Schmerz relativ schnell verflogen und die Tiere gehen zur Tagesordnung über. Dem folgt leider ein riesengroßes ABER.

DENN werden Hunde im Halsbereich oder aber im bzw. am Maul gestochen, sollte sofort in Alarmbereitschaft gegangen werden. Eines haben Wespenstiche beim Hund nämlich mit denen beim Menschen gleich – genau, die Schwellung. Und genau wie beim Menschen kann es durchaus passieren, dass im Hals- / Maulbereich die Schwellung derart stark wird, dass es zu Beschwerden beim Atmen und Schlucken kommen kann. Sogar mit Erstickungsgefahr ist zu rechnen, je nachdem, wo genau der Stich sitzt.

Sollte in den Sommermonaten im Garten eine Tränke aufgebaut sein, ist es eine gute Maßnahme, wenn für eventuell im Wasser gelandete Insekten Steine oder dünne Äste darin befindlich wären, an denen die Insekten wieder aus dem Wasser klettern können. Auf diese Weise verbleiben sie nicht im kühlen Nass, wodurch die Gefahr sinkt, dass der Hund sie beim Trinken aufnehmen könnte. Auch für die Insekten ist diese Überlebenshilfe sehr wichtig. Zudem laufen ja nicht nur die stechenden Insekten Gefahr zu ertrinken. Auch Käfer, Spinnen und andere Krabbeltiere profitieren von der Ausstiegshilfe.

Nun ist es natürlich schwierig, dem Hund zu erklären, warum er keine Insekten jagen soll. Vor allem kann man den Hund nicht in jeder Sekunde des Tages im Auge behalten. Aus diesem Grunde ist es absolut wichtig, dass man genau weiß, wie im Fall der Fälle zu reagieren ist.

Das Entdecken eines Wespenstiches beim Hund

Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie man überhaupt erfährt, dass der Hund von einem Insekt gestochen wurde, denn nicht immer kann man das Geschehen direkt beobachten. Nun, es gibt verschiedene Optionen, wie der Hund dies kundtun kann:

  • ein starkes Aufjaulen des Hundes
  • das Verhalten des Hundes lässt darauf schließen
  • die Einstichstelle des Insekts wird aufgrund der Schwellung und Schmerzhaftigkeit entdeckt
  • vielleicht humpelt das Tier und bei der Untersuchung des Beines wird die Einstichstelle entdeckt

Dies erweist sich oftmals als großer Vorteil, da man entweder direkt gesehen hat, was passiert ist oder es aufgrund einer sofortigen Begutachtung des Hundes schnell herausfinden kann. Da heutzutage das Smartphone gegenwärtig ist, hätte man im Zweifelsfall immer die Möglichkeit, die Tierrettung bzw. den behandelnden Tierarzt oder die nahegelegene Tierklinik anzurufen, um die Fachleute vor Ort zu haben.

Die Untersuchung eines Insektenstiches ist immer angebracht. Denn nicht immer handelt es sich auch tatsächlich um eine Wespe, die gestochen hat. Folgende Insekten könnten den Stich verursacht haben:

  • Bienen: ACHTUNG – bei Bienenstichen bleiben der Stachel und der Giftsack in der Wunde stecken! Sie sollten immer vorsichtig, möglichst mit einer Pinzette, entfernt werden. Selbst wenn es zu keiner starken Reaktion auf das Bienengift kommt, könnte sich der Stachel entzünden bzw. weiter ins Gewebe treten, wenn der Stich an der Pfote sitzt.
  • Wespen
  • Hummeln
  • Hornissen

Im Prinzip ist die körperliche Reaktion auf den Stich grundsätzlich gleich. Denn das Gift aller 4 Insekten besitzt eine ähnliche Zusammensetzung. Der Stich ist jedoch unterschiedlich schmerzhaft, da die Stachel einen  unterschiedlich großen Durchmesser besitzen.

Achtung: in vielen Fällen ist eine sofortige Untersuchung bei der Tierärztin bzw. beim Tierarzt notwendig! | Foto: yacobchuk1 / Depositphotos.com

Ist die Einstichstelle im oder am Maulbereich, ist ein sofortiges Handeln notwendig. Die konkreten Maßnahmen werden noch aufgeführt.

Ebenso ist ein sofortiges Handeln notwendig, denn der Hund ein Insektennest aufgespürt hat und viele Stiche einstecken musste. Jeder Stich enthält ungefähr die gleiche Menge an Gift. Addiert man diese jedoch auf, steigt die Gefahr auf einen anaphylaktischen Schock mit der Anzahl der Stiche. Auch in diesem Fall befindet man sich mit dem Hund augenblicklich in einer Notfallsituation.

Beruhigen ist das A und O

Nein, es fällt nicht unbedingt leicht, selber ruhig zu bleiben, wenn man sieht, dass der eigene Hund leidet. Aber es ist unbedingt notwendig. Denn jetzt ist es notwendig, Ruhe auszustrahlen, um ein eventuell verängstigtes Tier wieder zur Ruhe zu bringen. Am besten lässt man sich das Tier hinlegen. Dies beruhigt den Kreislauf, sodass das Gift etwas langsamer seinen Weg im Körper fortsetzen kann.

Ersthilfe- Maßnahme für die unterschiedlichen Szenarien

Die Ersthilfe-Maßnahmen müssen differenziert werden, da sie nicht alle gleich ausfallen. Was immer gleich bleibt, ist das Beruhigen und Ruhighalten des Tieres. Zudem ist es wichtig, den Hund zu sichern, also anzubinden oder ins Haus / Auto zu bringen oder ähnliches. Nicht wenig Hunde könnten im Schock, der aus dem Stich resultiert, sich losreißen und fortlaufen.

Ebenso sollte ein giftiger Insektenstich nach Möglichkeit gekühlt werden. Dies kann im heimischen Bereich mit einem Kühlpack, Eiswürfeln oder sogar mit einer Packung Tiefkühlerbsen durchgeführt werden. Vorsichtshalber ist ein Tuch dazwischen zu legen, um einer zusätzlichen Verletzung durch die Kälte vorzubeugen.

Um einen Schockzustand zu erkennen, sollte man über die möglichen Symptome informiert sein:

  • der psychische Schock des Tieres ist in seinen direkten Reaktionen direkt nach dem Stich ersichtlich. Er ist unwirsch, gehorcht nicht.
  • Der physische Schock hingegen ist viele schwerer zu sehen bzw. zu erkennen, auch wenn man sich darüber informiert hat. Denn die Definition des medizinischen Begriffes von „Schockzustand“ lautet: lebensbedrohliche Störung des Herz-Kreislauf-Systems.  Doch nicht immer ist dieser Zustand leicht ersichtlich. Da jedes Tier einen Schockzustand anders zeigen kann, ist eine verallgemeinerte Darstellung der Symptome nicht möglich. Hier ist die versierte Diagnose eines Tierarztes von Nöten. Nur in einem Fall wäre ein Schockzustand ersichtlich – nämlich wenn der Hund bereits zusammengebrochen wäre.

Der Stich im Maul oder den Atemwegen

Gibt der Hund würgende oder röchelnde Laut von sich, ist davon auszugehen, dass der Stich sich im inneren Bereich des Mauls oder sogar der Luftröhre / dem Schlund befindet. Eventuell ist das Tier sogar noch darin. In diesem Fall ist schnelles Handeln gefragt, was sich natürlich für den Laien nicht so einfach gestaltet. Ein Kühlen, auch von Außen, wäre von Vorteil. Ebenso ist ein schnelles Inspizieren des Maulbereiches und des Schlundes / der Luftröhre wichtig. Ohne Geräte, etwa eine Lampe und eine Pinzette, ist dies natürlich ein schwieriges Unterfangen. Eventuelle hilft es nichts und man muss auf den Tierarzt warten bzw. das Eintreffen in seiner Praxis.

Gegebenenfalls, wenn die Luftzufuhr so stark minimiert oder gar unterbrochen wird, dass es zu einer Unterversorgung des Tieres kommt, müsste mit einer Mund-zu-Nase-Beatmung versucht werden, das Defizit aufzufangen. Denn eines ist leider sicher: Sollte es zu einem Atemstillstand aufgrund der Schwellung kommen, ist damit zu rechnen, dass der Herzstillstand nicht lange auf sich warten lässt. Der Puls sollte die ganze Zeit überwacht werden. Kommt es hart auf hart, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebungsmaßnahme notwendig.

Viele Insektenstiche

Hat ein Hund ein Wespennest aufgespürt, etwa von Erdwespen, können diese ganz schön sauer darauf reagieren. Ein Stoßtrupp von Erdwespen wird  ausschwärmen. Sie können sehr flink sein, weshalb es nicht jedem Hund gelingt, ihnen zu entkommen. Wohl dem, der ein dickes Fell als Schutz aufweisen kann.

Ist für die Hunde ein einziger Wespenstich für gewöhnlich kein Problem, können mehrere Stich schon zu einem Problem, insbesondere im Herz-Kreislauf-Bereich führen. Sind die Wespen endlich abgeschüttelt, kann mit der ersten Sicherung des Hunde (Anleinen / Festbinden bzw. einsperren im Auto oder im Haus) begonnen werden. Es folgt eine sofortige Sichtung der Stichanzahl und der Erstreaktion des Hundes auf die Stiche bzw. das Insektengift.

Grundsätzlich ist dies der Zeitpunkt, an dem zu Maßnahmen des Kühlens gegriffen werden sollte. Da man auf Spaziergängen nur schwerlich Kühlpacks oder Eiswürfeln mit sich führen kann, besteht die Möglichkeit, eine Zwiebel-Scheibe auf den Stich zu drücken. Das Gift wird durch den Zwiebelsaft aus der Haut gezogen bzw. neutralisiert. Natürlich ist dies aber nur möglich, wenn die Anzahl der Stiche überschaubar ist. Handelt es sich um sehr viele Wespenstiche, vergessen wir nicht, dass jede Wespe mehr als einmal zustechen kann und damit insgesamt viel Gift in den Organismus gelangen kann.

Natürlich ist damit der Weg zum Tierarzt vorbestimmt. Denn in sehr schlimmen Fällen kann der Hund allergisch auf das Wespengift oder aber auf die Gesamtmenge des Giftes reagieren.

Man nennt dies einen anaphylaktischen Schock.  Dennoch sollte man nach Möglichkeit, so gut wie möglich kühlen. Dies kann auch gerne mit feuchten, kühlen Tüchern durchgeführt werden. Wer Essig zur Hand hat, kann auch mit Essigwasser sowohl den Stich beträufeln als auch Essig auf die kühlen Tücher geben. Dies verstärkt den kühlenden Effekt.

Zum Tierarzt bitte nicht alleine fahren

Ja, das sagt sich natürlich leichter, als es durchgeführt werden kann. Denn nicht immer ist eine zweite Person greifbar, die einen dabei unterstützen kann.  Dennoch ist es selbstverständlich von Vorteil, wenn jemand zum Helfen zur Hand ist. Einer, der ruhig und konzentriert das Fahrzeug fährt und der andere, der sich um das Tier kümmern kann und es beruhigt. Wie so oft in einem Notfall aber muss die Situation alleine gemeistert werden. Also heißt es: Tief durchatmen, sich konzentrieren und zügig, aber sicher in Richtung Tierarzt fahren.

Prävention

Das Wort ist im medizinischen Bereich sehr beliebt. Doch leider ist es in diesem Fall nur bedingt umsetzbar. Der Spieltrieb des Hundes kann nur bedingt im Zaum gehalten werden. Doch kann man dem Hund schon im Welpenalter beibringen, nicht hinter Insekten herzujagen und schon gar nicht, nach ihnen zu schnappen. Ein bestimmtes NEIN, immer wenn er nach Insekten schnappt, sollte in diesem Alter ausreichen, um es ihm vollkommen abzugewöhnen.

Viel Hundebesitzer finden es toll, wenn ihr Hund Leckerlis aus der Luft fangen kann. Was ein schönes Spiel sein soll, kann auch einmal nach hinten losgehen, nämlich wenn der Hund das Leckerchen mit einem stechenden Insekt verwechselt. Für das Fangenlernen sollte lieber ein Ball oder ein Dummy benutzt werden. An diesen Gegenständen kann sich der Hund auch nicht verschlucken.

Das Trinkenwasser, insbesondere, wenn es draußen steht, sollte in den Sommermonaten und insbesondere im Spätsommer, wenn die Wespen sich auf ihr Lebensende vorbereiten, immer wieder kontrolliert werden. An die Steine, damit Insekten wieder herauskrabbeln können, sollte gedacht werden.

Eingeweichtes Trockenfutter oder Naßfutter sollte niemals länger als nötig unangetastet stehenbleiben. Wespen lieben dieses Futter und fressen sich gerne einmal hinein, um ihre Nahrungsoptionen aufzuwerten. Besser, man nimmt es frühzeitig weg und entsorgt das übriggebliebene.

Vielfach hört man von Möglichkeiten, wie man der Ansiedlung von Wespennestern in direkter Hausnähe entgegenwirken kann: Mit Pseudo-Nestern! Entweder können sie aus Zeitungspapier gebastelt oder im Versandhandel gekauft werden. Sie sind kein 100%iger Schutz vor der Ansiedlung von Wespen oder Hornissen, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

Ebenso kann versucht werden, die Insekten mit Hilfe von Futterstellen in einen Bereich des Gartens zu verbannen, der für den Hund unzugänglich gemacht. Wird dort Obst oder Fruchtsaft für die Insekten aufgestellt, nehmen sie die Nahrungsstelle für gewöhnlich relativ schnell an und suchen auch genau dort täglich nach neuer Nahrung. Allerdings muss konsequent weiter gefüttert werden, damit sie auch dort bleiben. Bleibt das Futter aus, schwärmen sie wieder auf neuerlicher Suche durch den Garten.

Mit Homöopathie die Folgen mildern

Es sollte zunächst klar gestellt werden, dass die Homöopathie nicht vor einem Wespenstich beim Hund schützt. Man kann aber als unterstützendes Element zur Behandlung eines Wespenstiches einige Mittel einsetzen. Im Zweifelsfall ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. 

  • Ledum D12: Ledum wird bei Stichverletzungen aller Art eingesetzt, also auch beim Wespenstich.
  • Apis D12: Apis wirkt dem Insektengift entgegen. Es sollte allerdings im akuten Fall nicht höher als in einer Potenz D12 eingesetzt werden!
  • Notkehl D5 – Tropfen: Es werden 3 Tropfen des Mittels dem Hund auf die Leftze geträufelt, 2 weitere Tropfen werden direkt auf den Stich gegeben.

Die Gabe dieser Mittel kann im Bedarfsfall alle 30 Minuten wiederholt werden, bis die akuten Symptome abklingen.

Grundsätzlich gilt, dass ein Wespenstich bei Hunden 24 Stunden lang beobachtet werden sollte, auch wenn kaum Symptome auftreten. Sicher ist sicher.

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Letzte Änderung: 31. Mai 2024