Zecken beim Hund: Sie sind klein, im ersten Moment vollkommen unsichtbar, doch sie können großen Schaden anrichten. Der Hund ist der beste Freund des Menschen, jedoch auch für Zecken die zur Überordnung Parasit gehören, sehr interessant. Zecken sind sehr weit verbreitet und können ohne einen Wirt kaum überleben.

Die Verbreitung der einzelnen Arten hängt immer von den Umweltfaktoren darunter Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. In Deutschland hat die Zeckenrate in den vergangenen Jahren sehr stark zugenommen.

Durch stetige Weiterentwicklung sind verschiedenste Zeckenarten in Deutschland zu finden, die nicht nur für den Menschen gefährlich sein können, sondern auch für den Hund. Deswegen versuchen sehr viele Hundebesitzer hohe Grasregionen und Wälder zu meiden. Doch Zecken sind nicht nur in hohen Gräsern zu Hause, sondern können auch bei einem ganz einfachen Spaziergang den Hund befallen.

Zecken sind nicht nur in der Artenvielfalt sehr umfangreich in Deutschland vertreten, sondern sie können mittlerweile auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten auftreten. Man spricht in diesem Fall von der allgemeinen Zeckenzeit. Ursprünglich waren die Zeckentiere im Sommer, Herbst und auch in Teilen des Frühjahres zu finden. Mittlerweile haben sich die Tiere an das Klima in Deutschland und auch in Mitteleuropa gewöhnt.

Sobald kein Schnee mehr liegt und Temperaturen von über 10 Grad auf den Thermometern zu verzeichnen sind, kann man mit Zecken rechnen. Das heißt, also, sie können bereits im März oder April aktiv werden. Was es alles zu den zecken beim Hund zu wissen gibt und wie gefährlich sie dem eigenen Vierbeiner werden können, das soll dieser Ratgeber nun beschreiben.

Zecken beim Hund

Die Zecken beim Hund: ein immer größer werdendes Problem… | Foto: Elnur_ / Depositphotos.com

Was sind die Zecken beim Hund?

Eine Zecke hat sicherlich jeder Hundebesitzer bereits am eigenen Hund gesehen oder sogar aus dem Fell des Tieres herausgelesen. Doch was sind Zecken eigentlich? Die meisten Menschen sehen Zecken als Parasiten an und haben damit nicht einmal unrecht. Denn es handelt sich um einen Parasit, der einen Wirt benötigt, um zu überleben. Die Nahrung der Zecken ist recht einfach gesehen schlichtes Blut vom eigenen Wirt.

Muss die Zecke über längere Zeit ohne Nahrung auskommen, sind die Artenvielfalten mittlerweile so weit, dass sie die eigene Art als Nahrungsquelle benutzen. Wir möchten nun etwas intensiver über Zecken beim Hund sprechen, damit auch Sie als Hundebesitzer ganz genau wissen mit welcher Zeckenart Sie es zu tun haben und wie gefährlich diese Ihrem eigenen Vierbeiner werden kann.

Die Zecke ist ein Parasit, der sich mittlerweile weltweit ausgebreitet hat. Der Parasit ernährt sich von Blut zahlreicher Wirbeltiere und greift nicht nur Tiere an, sondern auch den Menschen. Besonders gefährlich wird das Tier, wenn es als Überträger von Krankheiten dient und somit Menschen und Tiere mit verschiedensten Krankheiten infizieren kann.

Biologisch gesehen gehört die Zecke mit zur Klasse der Spinnentiere. Das erkennt man unter anderem daran, dass das Tier acht Beine besitzt. In den vergangenen Jahren konnten Forscher feststellen, dass das Tier sich immer weiter entwickelt hat und das Körperbau und Verhalten sich hervorragend an die Umwelt anpassen konnte. Als Parasit braucht dieses Tier andere Lebewesen und nimmt dabei auch ganz gerne den eigenen Vierbeiner.

Hinweis: Der Hund, streift im Sommer ebenso wie zur anderen Jahreszeiten ganz gerne durch das hohe Gras und durch das Gebüsch. Hier lauern die kleinen Tiere und lasst sich auf den Hund fallen oder laufen mittlerweile sogar hinterher. Im Extremfall können diese Tiere bis zu 15 Tage an dem Hund hängen und regelmäßig Blut saugen. Das Blut lässt die Zecke anwachsen, wodurch das Tier erst sichtbar wird.

Wo kann man Zecken überall finden?

Wer sich gerne vor Zecken schützen möchte und vor allem auch den eigenen Hund vor den Gefahren dieser Tiere bewahren will, sollte wissen wo es Zecken genau gibt. Deswegen möchten wir an dieser Stelle die Lebensräume dieser Tiere ganz kurz beschreiben. Studien haben gezeigt, dass mehr als 40 % aller Zeckenbisse im eigenen Garten geschehen. Das heißt also der eigene Hund kann sich unter anderem den Zeckenbiss im Garten geholt haben. Dort lassen sich die Tiere zwischen Holzstapeln, an Steinwänden oder auch an Zäunen finden.

Ganz wichtig ist den Tieren eine geschlossene Vegetation und Unterschlupf. Deswegen sind Büsche, Komposthaufen oder auch dichte Blumenbeete ein willkommenes Zuhause für die Achtbeiner. Zecken lassen sich aber nicht nur dort finden, sondern sie sind auch sehr häufig in Wäldern anzutreffen. Dort lauern sie am Wegesrand oder im hohen Gras. Aber selbst in Stadtparks können diese kleinen Tiere überall lauern und den Hund als ihren Wirt auswählen.

Diese Zecken befallen einen Hund

Welche Zeckenarten sind in Deutschland zu finden und welche dieser Tiere greifen den Hund an? Ganz besonders häufig ist in Deutschland der Holzbock vertreten. Er ist typischerweise zwischen März und Juni und zwischen September bis Oktober in den Wäldern oder auch in deutschen Gärten anzutreffen.

Neben dem Holzbock ist auch der die Buntzecke eine beliebte Zeckenart, die sehr gerne das Blut der Hunde als Nahrung nutzt. Die Buntzecke ist sehr widerstandsfähig und bereits ab 7 Grad aktiv. Deswegen beginnt diese Zeckensaison wesentlich früher als die des Holzbocks.

Ebenfalls sehr bekannt bei Hunden sind braune Hundezecken, die in Deutschland bis jetzt nur sehr selten vorzufinden sind, jedoch ganzjährig aktiv sein können. Bei kühleren Temperaturen überlebt diese Zeckenarten innerhalb von Räumen oder Hundehütten.

Mögliche Folgen für den Hund bei einem Zeckenbiss

Bevor wir über die einzelnen Folgen eines Zeckenbisses sprechen wollen, möchten wir ganz kurz darüber informieren wo die Zecke beim Hund zu finden ist. Denn auch hier setzen sich die Tiere sehr gerne an warme Regionen des Körpers, wo sie möglichst geschützt sind. Grundsätzlich können Zecken überall am Hundekörper auftreten.

Bevorzugt setzen sich diese Tiere jedoch an Stellen die eine sehr dünne Haut und sehr geringe Behaarung besitzen. Deswegen werden Sie die meisten Zecken höchstwahrscheinlich am Kopf, den Ohren, den Achseln, der Leistengegend oder auch zwischen den Zehen finden können. Entdecken Sie eine Zecke beim Hund sollten Sie möglichst umgehend diese entfernen. Denn es kann zu schwerwiegenden Erkrankungen beim Tier kommen.

Sollte Ihr Hund durch eine Zecke gebissen worden sein, dann sollten Sie nicht länger warten, sondern die Zecke möglichst entfernen, denn auch diese Tiere können Krankheiten an den Hund übertragen. In sehr vielen Fällen sind Zecken sogar Auslöser für verschiedene Hundeerkrankungen. Nachfolgend soll es um die wichtigsten Erkrankungen gehen, die ein Hund durch einen Zeckenbiss erleiden kann.

Die Borreliose

Die Borreliose ist eine sehr häufige und schleichende Hundekrankheit, die aber auch den Menschen betreffen kann. Wurde die Borreliose an den Hund übertragen, kann es zu verschiedenen Symptomen kommen. Unspezifische Symptome lassen sich ungefähr vier bis sechs Wochen nach dem Zeckenbiss finden.

Der Hund zeigt im Laufe der Erkrankung vor allem Schmerzen in den Gelenken auf. Aber auch Probleme mit dem Nervensystem oder den Organen können ganz typisch für diese Erkrankung sein. Ein ganz typisches Symptom bei der Borreliose ist, die Verschlechterung des Gangbildes und das Lahmen des Tieres.

Das Aufstehen oder das Laufen wird Ihrem Hund schwerfallen. Zu den weiteren Symptomen gehören Fieberschübe, Appetitlosigkeit und Muskelschmerzen. In diesem Fall ist es, ganz besonders wichtig einen Arzt aufzusuchen. Die Borrelien die die Borreliose auslösen sitzen im Darm der Zecke und werden etwa nach 16 Uhr bis 24 Stunden in den Körper des Tieres gespült.

Anaplasmose

Die Anaplasmose, auch wenn sie vielleicht als Hundebesitzer davon noch nichts gehört haben, kommt in Europa, Nordamerika und Asien vor. In Deutschland wird sie vom Holzbock übertragen und kennzeichnet sich durch Bakterien. Diese Bakterien können die weißen Blutkörperchen des Hundes befallen. Etwa 1 % bis 9 % der in Deutschland ansässigen Zecken tragen diesen Erreger in sich.

Bei dieser Erkrankung kommt es zur Abgeschlagenheit, zur Fressunlust ebenso wie zu Gelenkentzündungen und Lahmheit. Aber auch Störungen der Blutgerinnung und eine Schleimhautblutung können bei dieser Infektion erfolgen. Einer Behandlung mit Antibiotika über mehrere Wochen sollte diese Erkrankung vollständig behandeln.

FSME

Die Erkrankung FSME ist eine Viruserkrankung, die beim Hund sehr schwere Folgen hervorrufen kann. Der Erreger selbst kommt in Deutschland nicht flächendeckend vor, breitet sich aber in den südlichen Bundesländern und in Mitte von Deutschland sowie in Osteuropa immer stärker aus.

Besonders starke Auswirkungen hat diese Viruserkrankung nicht nur auf den eigenen Vierbeiner, sondern auch auf den Menschen. Hier kann es zu neurologischen Symptomen und dauerhaften Schäden kommen. Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die FSME Erkrankung beim Hund sehr selten.

Mit zu den typischen Symptomen gehören Fieber, Schwindel, Muskeln zittern sowie symmetrische Lähmungserscheinungen. Auch das Überstrecken von Rumpf und Extremitäten kann mit als Symptomatik aufgenommen werden. Da diese Erkrankung noch in der Erforschung ist gibt es aktuell noch keine genauen Behandlungsmethoden die eine Heilung versprechen. Oftmals muss der Hund sein Leben lang mit Beeinträchtigungen kämpfen.

Ehrlichiose

Diese Erkrankung, eine Art Rickettsiose, wird vor allem von der braunen Hundezecke übertragen. Das Verbreitungsgebiet dieser Zeckenart ist jedoch in Deutschland noch nicht ganz so umfangreich. Auch hierbei handelt es sich um eine Erkrankung die Hunde betrifft.

Die Infektion mit diesem Erreger beginnt normalerweise zehn Tage nach dem Stich der Zecke. Es kommt zu Fieber, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Aber auch zu Schwellungen der Lymphknoten und eventuell Muskelzuckungen kann es kommen.

Wie kann man Zecken beim Hund vorbeugen?

Möchte man seinen eigenen Vierbeiner vor den Zecken schützen, dann ist es, ganz hilfreich eine vorbeugende Maßnahme durchzuführen, damit die Zecken gar nicht erst den Hund befallen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten.

  • Viele Hundebesitzer greifen zu den Zeckenhalsbändern. Diese sind mit einem Wirkstoff bestückt, dass Zecken abhalten soll. Der Schutz dieser Halsbänder wirkt häufig über viele Monate hinweg. Es gibt allerdings auch einen kleinen Nachteil, das Halsband muss vom Hund immer getragen werden.
  • Als Alternative lassen sich sogenannte Zeckensprays nutzen. Sie sind leider nur sehr kurz wirksam und die Wirkungsdauer liegt bei gerade einmal zwei bis acht Stunden. Deswegen sollte man diese Sprays kurz vor dem Spaziergang auftragen, damit es wirklich einen wirksamen Schutz darstellt.
  • Spot on Präparate sind eine weitere Alternative, die gegen Zecken helfen soll. Dieses Präparat wird in den Nacken des Tieres getropft, von wo aus seiner Wirksamkeit über dem Hundekörper stattfindet. Dabei werden abwehrende Wirkungen gegen Zecken erzeugt. Der Wirt selbst ist dann für die Zecke sozusagen unattraktiv und sie hält Abstand.
  • Eine weitere Möglichkeit stellen Tabletten dar. Sie lassen sich beim Tierarzt bekommen. Der Tierarzt kann sie entsprechend der Wirkungsdauer und der Einnahme.

Es gibt also verschiedene Mittel gegen Zecken beim Hund. Vor allem die hier benannten sind mit einer hohen Effizienz versehen.

Tierarzt entfernt Zecke von einem Hund

Tierarzt entfernt Zecke von einem Hund. | Foto: halfpoint / Depositphotos.com

Hausmittel gegen Zecken: Knoblauch und Co.

Natürlich gibt es auch einige Hausmittel die gegen Zecken beim Hund helfen können. Deswegen möchten wir hier nun bei dem Thema Zecken beim Hund auch die Hausmittel ansprechen. Viele Hundebesitzer setzen auf das Wundermittel Kokosöl, welches auf die Haut des Hundes aufgetragen werden kann. Auch die sogenannte Zitrose soll zur Parasitenabwehr beim Hund hervorragend helfen.

Im Titel Zeckenmittel für Hunde haben wir es bereits angesprochen, dass selbst Knoblauch und beispielsweise Bierhefe einen Geruch ausstoßen den Zecken nicht mögen. Ein natürlicher Schutz kann aber auch ein ätherisches Öl gegen Zecken sein. Zu verwenden sind Teebaumöl oder Schwarzkümmelöl ebenso wie Lavendelöl. Alle Öle lassen sich hervorragend beim Hund auftragen und können als Geruchsstopper verwendet werden.

Wie werden Zecken entfernt?

Hat sich der Hund eine Zecke eingefangen, dann gilt es nun diese möglichst schnell zu entfernen. Zecken beim Hund lassen sich beispielsweise mit einer Zeckenzange hervorragend entfernen. Hierzu möchten wir Ihnen einige Tipps geben, damit Sie Ihren Hund möglichst schnell von Zecken befreien können. Zecken beim Hund entfernen bedeutet auch möglichst schnell zu handeln, um eventuelle Gefahren zu vermeiden.

Um die Zecke zu entfernen sollte man das Fell des Tieres möglichst vorsichtig beiseite streichen und die betroffene Stelle identifizieren. Mit einer Pinzette oder mit einer Zeckenzange können Sie die Zecke am Kopf fassen und dann mit einer drehenden Bewegung entfernen.

Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke nicht verlieren, denn das würde ihr die Möglichkeit geben einen neuen Parasiten zu suchen. Verzichten Sie beim Entfernen der Zecke auf Alkohol, Öle oder andere Produkte. Sollten Sie sich nicht sicher sein ist es, sinnvoll einen Tierarzt aufzusuchen.

Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?

Sollten Sie Probleme haben die Zecke beim Hund zu entfernen, ist es sinnvoll einen Tierarzt aufzusuchen. Er kann häufig mit geübten Händen die Zecke sehr schnell entfernen.

Auch wenn Sie einen Zeckenbiss festgestellt haben und Ihr Hund danach Symptome der hier genannten Krankheiten zeigt, ist es wichtig möglichst schnell einen Arzt aufzusuchen, um eventuelle Schäden beim Tier zu vermeiden.

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Gesundheit,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024