Wird von rumänischen Hunden gesprochen, wird vermutlich sofort an die vielen Straßenhunde gedacht, die unter erbärmlichen Umständen ein Dasein fristen. Doch sind in diesem Bericht nicht diese rumänischen Hunde gemeint. Vielmehr geht es um die Hunderassen, die tatsächlich ihren Ursprung in Rumänien finden, deren Wurzeln weit zurück reichen.

Wir sprechen hier heute von Hunden, denen selbst Bären, Wölfe und auch Luchse aus dem Weg gehen. Warum? Weil diese wilden Tiere wissen, dass diese rumänischen Hunderassen stark sind und eine ganz besondere Willenskraft besitzen.

Ihre Eigenständigkeit führt dazu, dass sie extrem gute Hundeführer benötigen. Vielleicht ist dies der Grund, warum sie in Deutschland eher selten zu finden sind.

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In Rumänien finden wir mehr Mischlingshunde als reinrassige Hunde. Dies ist das Ergebnis davon, dass die Hunde, alle Hunderassen, nicht nur frei auf den Straßen laufen, sondern sich dort vollkommen unkontrolliert vermehren. Kastration ist ein Luxus, den sich nur die wenigsten Menschen für ihre Tiere gönnen.

Nur durch Aufklärung und dem Kastrationsvorgehen verschiedener Tierschutzorganisationen ist ein wenig Ordnung in die Gesellschaft der Straßenhunde gekommen. Aber noch ist es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wer jedoch auf der Suche nach den „echten“ rumänischen Hunderassen ist, wird nur 4 von ihnen finden. Von ihnen wurden bereits 3 vom FCI anerkannt.

Alle rumänischen Hunde haben eines gemeinsam: Sie wurden aus einem ganz bestimmten Zweck gezüchtet – der Schutz der Herde, Höfe und natürlich auch der Menschen. Nur durch das Züchten ganz besonderer Eigenschaften konnten den Hunden dies gelingen.

Aus diesem Grunde weisen sie auch heute noch einen kräftigen Körperbau auf, besitzen Kraft und Ausdauer, ein dickes Fell, um auch in den kalten Winternächten bei der Herde bleiben zu können. Zudem sind noch Mut, Eigensständigkeit und Selbstbewusstsein nötig.

Die Erziehung eines rumänischen Hundes

Auch wenn im Laufe der Jahrhunderte der Schutztrieb für die Menschen am wichtigsten war, haben sich die Anforderungen an die Tiere ein wenig gewandelt. Schließlich haben wir es heute nicht mehr mit wilden Tieren zu tun. Dennoch sind die meisten Potenziale immer noch in den Hunden vorhanden. Kein Wunder, dass ihre Erziehung und Sozialisierung nur in erfahrene Hände zu geben ist.

Nur wer sich dieser Verantwortung bewusst ist und sich ihr gewachsen fühlt, sollte sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, sich einen solchen Hund anzuschaffen. Denn eines ist gewiss: Deutschland ist relativ dicht besiedelt und Hunde, die sich und ihre Besitzer / Herde eigenständig verteidigen, sind nicht gerne gesehen. Sie gelten als aggressiv und gefährlich. Leider!

Bei ihrer Erziehung kommt es nicht nur darauf an, dass sie die Grundbegriffe beherrschen und gut sozialisiert sind. Als Hütehunde weisen sie eine große Ausdauer auf. Daher ist es ausreichende Bewegung für sie ein Muss. Ebenso benötigen sie eine Aufgabe, die sie auch intellektuell fordern.

Sicherlich würden sie sich gerne auf dem Hundesportplatz austoben. Doch sind sie aufgrund ihres Körperbaus nur bedingt für die Hundesportarten einzusetzen. Daher sind lange Spaziergänge und ein großer Garten, in dem sie sich ebenfalls austoben können, eine notwendige Voraussetzung, um einen rumänischen Hund halten zu können.

Schauen wir uns die wesentlichen Charakterzüge dieser vier rumänischen Hunderassen einmal genauer an. Dann werden Sie am Ende vielleicht sagen können, ob diese Hunde immer noch auf der Wunschliste einen der oberen Plätze einnehmen.

Ciobanesc Romanesc Carpatin – Der Rumänische Hirtenhund

Er ist der erster der drei rumänischen Hunderassen, die vom FCI anerkannt wurden. Er erhielt seine Anerkennung im Jahr 2015. Er ist der Sektion „Schäferhund“ zugeordnet worden. Seine Einsatzbereich findet er als Hüte- und Wachhund, mustert sich bei fachgerechter Haltung aber auch als guter Begleithund.

Bei ihm handelt es sich um einen Hund, der eine bemerkenswerte, innere Ruhe besitzt und somit ein angenehm ruhiger Weggefährte ist. Zu 100% ist er seinem Besitzer gegenüber loyal. Sicherlich ist er ein Wachhund, weshalb er jedem Fremden gegenüber zunächst einmal eine skeptische Zurückhaltung an den Tag legt. Aber genau diese Kombination lässt ihn ein so guter Wachhund sein.

Dieser Hund zeigt einen imposanten Körperbau mit einem ebenso imposanten Pelz mit entsprechender Unterwolle. Er trägt die Farbe dunkel-beige mit schwarzen Wolken. Auch reines Beige oder gescheckt-weiß sind erlaubt. Das Oberfell ist eher rau und strohig, das Unterfell dafür umso kuscheliger. Auch wenn man meint, dass diese Hunde ihre Fellpflege gerne selber regeln, sollte sie nicht vernachlässigt werden.

Seine Erscheinung mag darauf hinweisen, dass er ein wenig schwerfällig und behebe wäre. Vorsicht vor Unterschätzungen. Er kann blitzschnell sein und den vermeintlichen Feind stellen. Wie aus dem Nichts.

Der rumänische Schäferhund weist eine Lebensdauer von 12 bis 15 Jahren auf. Seine Schulterhöhe liegt zwischen 53 und 73 Zentimetern.

Wie schon im allgemeinen Teil erwähnt, ist für die Erziehung der „Rumänen“ eine liebevolle Dominanz notwendig, die keinen Zweifel daran aufkommen lässt, wer der Alpha ist. Wem dies gelingt, kann mit ihm auch die Dressur auf dem Hundesportplatz versuchen. Je mehr er seinem Herrn vertraut, desto eher lässt er sich auf derartige Experimente ein. Grundsätzlich gilt seinem Bewegungsdrang nachzugeben und ihn „müde“ zu machen. Kommt dieser Hund aus Langeweile auf dumme Ideen, kann das nicht immer gut ausgehen.

Vorsicht mit anderen Tieren, egal welcher Art: Er ist derart in seiner Rolle als Schutz- und Hütehund, dass er andere Tiere einfach nicht an seiner Seite akzeptieren möchte. Beim Spazierengehen kann dies eventuell zu Zwischenfällen mit aufdringlichen Hundebesitzern geben, deren Hunde mit jedem spielen dürfen. Hier sollte auf die gute Erziehung und Grundausbildung gehofft werden, die einiges abpuffern kann.

Zu Hause wird er entweder mit anderen Hütehunden seiner Art oder aber alleine gehalten. Und denken Sie immer an den großen Garten, der für ihn unbedingt vorhanden sein sollte.

Ciobanesc Romanesc Corb

Übersetzt man seinen Namen, heißt er „Rumänischer Rabenhirtenhund“. Manchmal wird er auch kurz einfach nur „Corbi“ genannt. Sein Fellkleid ist durch und durch rabenschwarz. Maximale weiße Abzeichen an der Brust und den Pfoten sind zulässig. Dieser Hund ist noch nicht beim FCI anerkannt.

Eine stattliche Größe von knapp 80 Zentimetern kann dieser Hund erreichen. Wenn er nicht zu den großen Hunderassen gezählt, wer dann?

Er wird als Hirten- und Hütehund, aber auch als sehr effizienter Wachhund eingesetzt.

Was gibt es über sein Wesen zu sagen? Seiner bisherigen Aufgaben entsprechend ist er mutig, ausgeglichen, ruhig und stolz. Zudem besitzt er einen Wachinstinkt, der sehr stark ausgeprägt ist. Dem Wild seiner Heimat entgegenzutreten, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.

Mit Menschen hingegen ist er ein wenig vorsichtiger im Umgang. Seinem Herrn treu, ja fast unterwürfig ergeben ist er Fremden gegenüber um so misstrauischer, aber dennoch freundlich. Aufgrund dieser Treue und Hingabe seinem Menschen gegenüber fällt die Erziehung leichter als bei anderen Herdenschutzhunden. Doch Achtung – er kann auch manchmal einen Anflug an Sturheit zeigen.

Aufgrund seines Erscheinungsbildes nehmen die meisten Menschen erst einmal ein wenig Abstand. Sein Körperbau ist massiv und robust, als müsste er sein kräftiges Skelett erst einmal in das Fell hineinbekommen. Seine Rute ist bereits im entspannten Zustand sehr dick und buschig. Erregt ihn etwas, wird sie aufgestellt und noch weiter weiter „aufgepufft“. Ein imposanter Anblick.

Sein Fell wird als kurz beschrieben und ist doppellagig. Im Kopf- und Halsbereich ist ein Kragen vorhanden, der das imposante Aussehen noch unterstreicht. Mindestens 80% des Fells müssen schwarz sein. Einige weiße Abzeichen sind jedoch erlaubt, solange sie nicht zu groß sind.

Ciobanesc Romanesc de Bucovina

Er ist ein Herdenschutzhund, durch und durch! Mutig und vor allem zuverlässig beschützt er nicht nur die Herde, sondern auch den Hof. Hier kommt kein Eindringling so schnell hinein. Auch er wurde vom FCI anerkannt, ist jedoch außerhalb des Landes kaum bekannt.

Dieser Hund wird als treu, in sich ruhend, beschützend und seiner Familie absolut treu ergeben. Fremde dagegen schaut er sich zunächst einmal prüfend an. Wer ihm nicht gefällt, darf den Hof wieder verlassen müssen.

Es ist seine ruhige Art, die ihn manchmal ein wenig hochmütig und überheblich wirken lässt. Doch der Schein trügt. Er hat lediglich alles im Blick und auch im Griff, sodass er es den anderen nur zu verstehen geben möchte – Hier wache ich! Und das sogar im entspannten Zustand. Mit kräftiger Stimme wendet er sich an den Fremden und geleitet ihn bei Bedarf nach draußen.

Die Eigenschaften des Herdenschutzhundes prägen ihn auch heute noch sehr stark. Daher ist es keine gute Idee, ihn in eine Familie mit kleinen Kindern einzubringen. Auch wenn Kinder schon größer sind, muss man stets ein wachsames Auge auf sie haben, wenn sie mit dem Hund zusammen sind.

Ebenso ist stets für ausreichend Auslauf zu sorgen. Neben langen Streifzügen durch die Wiesen und Felder sollte man sich ein Aufgabengebiet für ihn suchen. Langeweile darf nicht aufkommen. Ein großer Garten ist ein MUSS! Ob sich dieser Hund zu einer Hundesportart überreden lässt, ist fraglich, aber nicht ganz ausgeschlossen.

Achtung bei der Ernährung: Aus seiner Heimat ist er eine eher eiweißarme Ernährung gewöhnt. Diese sollte man ihm auch hier gewähren. Nicht nur allergische Reaktionen auf zu viel Eiweiß können auftreten. Auch wird er schnell an Gewicht zunehmen, was bei dem ohnehin sehr schweren Hund nicht vorteilhaft wäre. Auf Dauer könnten die Gelenke, Bänder und Sehnen stark geschädigt werden. Es ist erstaunlich, wie wenig Futter dieser Hund benötigt.

Ciobanesc Romanesc Mioritic

Ja, er ist ein erstklassiger Bewacher der Herde und des Hofes. Wilde Tiere gelangen nicht zur Herde und fremde Menschen nicht an ihm vorbei auf den Hof. Dabei benötigt er nicht wirklich Unterstützung. Er ist in der Lage, vollkommen eigenständig zu agieren. Geht es dagegen um seine Menschen, schließt er sein großes Bewacherherz auf, um sie herein zu lassen. Hat sich seine Grundausbildung und Sozialisierung unauffällig dargestellt, ist es auch kein Problem ihn mit Kindern zusammenzubringen. Man sollte sie dennoch nicht alleine lassen.

Seine Intelligenz macht eine konsequente und dennoch liebevolle Erziehung und Sozialisierung notwendig. Schließlich kann es im Familien Rudel nur ein Alpha-Tier geben, den Menschen. Dies kann sich mitunter ein wenig schwierig gestalten, denn ein Befehl, der für den Hund keinen Sinn ergibt, wird er niemals ausführen. Er wird in dieser Situation das machen, was er für richtig hält. Dadurch ist es allerdings schwierig, ihn für einen Hundesport zu begeistern.

Es ist notwendig, ihm einen anderen Weg der Beschäftigung zu offenbaren. Am besten wäre die Teilnahme in einem Hütehundeverein, in dem regelmäßig mit kleinen Tierherden gearbeitet wird. Hier wird er seine Fähigkeiten zur Geltung bringen können.

Diese Hunderasse gibt es bereits seit einigen Jahrhunderten in Rumänien. Es wird vermutet, dass sie sich vollkommen ohne den Einfluss des Menschen entwickelt haben. Erst im Jahre 2015 erhielten sie von der FCI die endgültige Anerkennung als eigenständige Rasse.

Übersetzt bedeutet sein Name „Rumänischer Hirtenhund“. Auch wenn er früher ein begehrter Wachhund gewesen ist, so liegen die Zuchtbemühungen heute auf dem Augenmerk des Gebrauchshundes. Der Rüde kann eine Widerristhöhe von bis zu 75 Zentimeter und mehr aufweisen. Dabei bringt er ein Gewicht von bis zu 65 Kilogramm auf die Waage. Auch wenn er dadurch ein stattlicher, kompakter Hund ist, ist er flink und wendig auf den Beinen.

Er ist ein langhaariger Hund, mit gut isolierender Unterwolle. Daher benötigt er auch ein regelmäßiges Pflegeprogramm. Bei Bedarf, etwa in sehr heißen Sommern, kann ein Ausdünnen der Unterwolle notwendig werden. Über den Augen sollte das Haar regelmäßig zurückgeschnitten werden, um ihm eine gute Sicht zu geben. Gemäß FCI-Standard trägt er die Farben grau, weiß oder weiß mit schwarzen oder grauen Flecken.

Fazit

Die reinrassigen, rumänischen Hunde sind bemerkenswerte Hunde mit einer großen Portion Mut, Selbstvertrauen, Eigensinn und vor allem Eigenständigkeit. Sie brauchen eigentlich keinen Menschen, um ihre ursprüngliche Aufgabe, das Beschützen und Bewachen von Herden und Höfen, erfolgreich zu erledigen.

Und genau dieser Punkt macht es so schwierig, in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland mit diesen Hunden zurecht zu kommen. Hier gelten mutigen, selbstständig agierende Hunde als schwierig, ja sogar als gefährlich.

Oftmals werden diese Eigenschaften ausschließlich den Hunden zur Last gelegt. Dabei ist es doch die Aufgabe seines Besitzers, ihn nicht nur korrekt zu erziehen und zu sozialisieren, sondern auch diesen Zustand zu optimieren. Dies geht natürlich nur mit regelmäßigem Üben und einer gegenseitigen Wertschätzung. Diese Hunde sind keine Kuscheltiere, was sie aber nicht sofort zu einem Monster oder gar einem gefährlichen Hund macht.

Wer sich in Deutschland für einen diesen Hunde interessiert, benötigt nicht nur einen guten Hundeverstand und Erfahrung mit großen Herdenschutzhunden. Er benötigt auch den Mut, sich mit seinem Hund in eine Region zu begeben, in der sie eventuell nicht erwünscht sind. Sie gehören auf das Land, vielleicht auf einen allein stehenden Hof. Hier haben sie alle Möglichkeiten, ihr Potenzial auf angenehme Weise auszuleben. Wäre das nicht schön?

Kategorisiert als:

Hunderassen,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024