Viele Hunde benötigen nicht viel, um die Blicke der Menschen auf sich zu ziehen. Zu ihnen gehört definitiv der Tibet-Terrier, auch Apso genannt. Mit seinem langen, feinen Haar fasziniert er uns. Dass ihm dieses Haar stets die Sicht zu nehmen scheint, macht ihn nur umso charmanter. Wer nun aufgrund seines Aussehens denkt, dass er es mit einer Toy-Rasse zu tun hat, wird sich wundern. Denn in diesem kleinen Kerl stecken so einige Überraschungen. Unter anderem hat dieses kleine Kerlchen wirklich Mumm und unterstützt seine Familie sehr gerne bei der Abwehr von Fremden. Jeder, der zweifelt, sollte sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Denn dieser kleine Hund ist ein wahrer Schatz, den jeder nur zu gerne in seiner Familie aufnimmt. Diese Familie ist das neue Rudel dieses Hundes. Und diesem ist er ganz und gar ergeben.

Der Charakter des Tibet-Terrier

Der Tibet-Terrier ist ein Hund, der zunächst mit seinem niedlichen Aussehen besticht. Zudem ist er aber auch äußerst fröhlich und freundlich. Kinder wie auch andere Hunde werden stets freundlich und rücksichtsvoll von ihm behandelt. Auch Fremden gegenüber ist er angemessen freundlich, aber dennoch zurückhaltend, abwartend.

Wer gehofft hat, in diesem Hund einen Couch-Hund zu finden, muss leider enttäuscht werden. Denn dieser Hund hat Ausdauer, einen gesunden Bewegungsdrang und ist zudem recht intelligent. Eine Fähigkeit, die er dem Leben als Hüte- und Wachhund verdankt. Doch will diese Intelligenz gefordert werden. Ein Tibet-Terrier, der sich langweilt, wird schnell zum Kläffer oder stellt andere Dummheiten an, je nach Gegebenheiten.

Die Bindung zu seinem Herrchen / Frauchen ist für den Tibet-Terrier sehr wichtig. Denn neben seiner Intelligenz verfügt er auch noch über eine ausgeprägte Persönlichkeit, um nicht zu sagen, einen recht ansehnlichen Sturkopf. Wenn sie etwas nicht wollen, wollen sie es nicht. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Lektion in der Hundeschule oder einen einzuschlagenden Weg beim Spazierengehen handelt. Hier ist es angeraten, mit Geduld und Konsequenz zu arbeiten. Druck oder Zwang bringen bei diesem Hund rein gar nichts.  Es kann sich lohnen, eine Lektion abzubrechen, um sie am nächsten Tag mit neuem Elan erneut zu versuchen. So ist es zumindest für die Grundausbildung des Tieres sinnvoll, wenn er zunächst mit einer Hauptbezugsperson arbeitet. Die Ausweitung auf die restliche Familie kann nach den ersten Grundbegriffen erfolgen. Wer diesen Hund wirklich fördern will, macht sich diese Intelligenz zu Nutze und schreibt sich für eine Hundesportart ein.

Der geschichtliche Hintergrund

Die Geschichte des Tibet-Terrier lässt sich mindestens 2.000 Jahre zurückverfolgen. Es wird davon ausgegangen, dass die Klostermönche die ersten Herren dieser Hunderasse gewesen sind. Die Aufgabe der Tiere war es zum einen, im Sommer mit den Nomaden auf die Sommerwiesen zu ziehen und das Vieh zu hüten. Bis zu 4.500 m zogen sie in die Berge hinauf. Auch beschützten sie die Nomadenlager vor Fremden. Frühzeitig kündigten sie Besucher, aber auch wilde Tiere an. In den Ortschaften pflegten sie auf den flachen Dächern der Häuser zu liegen, um einen besseren Blick über die Ebenen zu haben. Erblickten sie einen Fremden, der auf die Siedlung zu kam, brachen sie in lautes, anhaltendes Gebell aus, um die Menschen davon in Kenntnis zu setzen.

Im Jahr 1922 erhielt die britische Ärztin Dr. Greig einen Tibet-Terrier als Dank von einem tibetischen Adligen. Mit diesem Hund, namens Bonti, fing die britische Tibet-Terrier-Zucht an.

Im Jahr 1933 wurde diese Hunderasse offiziell vom FCI als Gesellschafts- und Begleithund anerkannt. Vom FCI stammt auch die Namensgebung. Doch hat diese Hunderasse keinen Bezug zu den Terriern. Im Tibet ist er unter dem Namen Apso bekannt.

Die Farben des Tibet-Terrier

Das Fell des Tibet-Terrier ist mehrlagig. So sehen wir zunächst nur das lange Oberfell. Es fällt glatt, selten gewellt. Ihm wird eine Ähnlichkeit zum Menschenhaar nachgesagt. Es ist reichlich vorhanden, sowohl als Schutz gegen die Sonneneinstrahlung als auch als Kälteschutz. Im Bereich des Kopfes fällt es ebenfalls sehr lang und verdeckt die Augen. Direkt darunter befindet sich eine feine Unterwolle. Folgende Farben lassen sich beim Tibet-Terrier finden

  • weiß
  • schwarz
  • grau
  • rauchfarben
  • gold
  • creme

Achtung Fell: Das Fell des Tibet-Terrier bedarf eines großen Pflegeeinsatzes, insbesondere wenn er über Feld und Stein tobt. Nimmt man sich diese Zeit nicht, kann das empfindsame Fell schnell verfilzen. Wer nicht selber gegen diese Verfilzung gegen an kommt, ist auf die Unterstützung eines Hundefriseurs angewiesen, der sich mit dieser Rasse auskennt. Das Problem liegt nämlich daran, nicht zu viel Haar zu entfernen. Das Fell des Tibet-Terriers wächst nicht sonderlich schnell. Ein starker Eingriff in das Haarkleid ist also nicht angesagt, eigentlich nach Möglichkeit vollkommen untersagt.

Welche Ansprüche stellt der Tibet-Terrier?

Das wichtigste Element ist für den Tibet-Terrier, als vollwertiges Familienmitglied in die Familie integriert zu sein. Zudem hegt er eine intensive Bindung zu seiner Hauptbezugsperson. Aufgrund seiner Intelligenz weiß er ganz genau, wer zur direkten Familie gehört und wer nicht. Die einen werden durch extreme Lautgebung beschützt, die anderen mit derselben vertrieben. Bedingungelose Liebe seiner Familie genügt ihm als Lohn vollauf.

Der Tibet-Terrier hat ursprünglich in hohen Gebirgen gelebt, sodass er gerne bei Wind und Wetter im Freien seiner täglichen Bewegung nachkommt. Grundsätzlich lässt er sich aber auch gerne von anderen Optionen überzeugen, wie man sich auf angenehme Weise Bewegung verschaffen kann.

Als ehemaliger Hütehund ist ihm ein eigenständiges Arbeiten / Entscheiden nicht fremd. Daher ist es wichtig, eindeutig und klar mit ihm zu kommunizieren. Grundsätzlich gilt der Tibet-Terrier als Anfänger tauglich. Um die klare Kommunikation mit dem Hund zu erlernen, ist der Besuch einer guten Hundeschule eine kluge Entscheidung. Ist die erzieherische Basis erst einmal gelegt, kann darauf sehr gut aufgebaut werden – auch bei den verschiedenen Hundesportarten.

Der  Tibet-Terrier und seine Gesundheit

Auch wenn die Züchter sich die größte Mühe geben, verschiedene Erbkrankheiten wieder zurück zu züchten, sind eine Handvoll Erkrankungen vorhanden, die den Tibet-Terrier immer wieder heimsuchen. Zu diesen besteht trotz einer robusten, gesundheitlichen Basis leider stets eine Neigung:

  • Diabetes: Sollte eine entsprechende Tendenz dazu vorhanden sein, empfiehlt es sich, dem Hund eine entsprechende Diät anzubieten. Es ist mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker ein entsprechender Ernährungsplan zu erstellen.
  • Hüftgelenksdysplasie: Für gewöhnlich werden die Welpen noch beim Züchter auf HD überprüft. Dieser kann entsprechende Auskunft geben.
  • Patellaluxation: Ausreichende Bewegung stärkt die Muskulatur, sodass die Patella an Ort und Stelle bleiben sollte. Zudem könnte auch ein Übergewicht die Patella zusätzlich belasten.
  • Augenprobleme: Sie sind auf die langen Haare zurückzuführen. Es empfiehlt sich, diese entweder zurück zu binden oder kurz zu schneiden, damit er ausreichende Sicht erhaschen kann.

Vor- und Nachteile

Die Intelligenz und die Eigenständigkeit, die der Tibet-Terrier als ehemaliger Hüte- und Wachhund mitbringt, kann mit der richtigen Kommunikation ein großer Vorteil für den Besitzer werden. Dieser Hund wird schnell lernen, aber auch eigenständig, etwa Fremden gegenüber, reagieren können. Seine robuste Gesundheit machen ein Zusammenleben mit ihm recht einfach und unproblematisch.

Der Bewegungsdrang ist nicht zu unterschätzen, obwohl dieser Hund so klein ist. Ein körperliche Auslastung muss unbedingt gewährleistet werden, um die kurzen Beine zu entlasten und Diabetes und Übergewicht vorzusorgen. Natürlich spielt auch eine adäquate Fütterung in diesen Punkt hinein.

Der Tibet-Terrier ist sehr anpassungsfähig, sodass er sich leicht in neue Umstände einfinden kann. Ein Wohnung oder ein Haus mit Garten – solange er über ausreichend Bewegung verfügt, ist ihm beides recht, solange er mit seinen Menschen zusammen sein kann.

Der perfekte Mensch für einen  Tibet-Terrier ist…

  • ein Familienmensch, der seinen Hund als Familienmitglied anerkennt
  • ein Mensch, der sich konsequent, aber liebevoll mit seinem Hund kommuniziert und ihm dadurch eine fantastische Grundausbildung gewährleisten kann
  • jemand, der Spaß an Hundesportarten hat, mit denen er nicht nur die Intelligenz, sondern auch den Bewegungsdrang des Hundes ansprechen kann
  • ein Mensch, für den ein Hund nicht zwangsläufig ein großes Tier sein muss, sondern der voll und ganz auf seinen kleinen Begleiter vertraut
  • jemand, der sich freut, einen Wächter und Hüter in seinem Haus zu wissen
Tibet-Terrier-Welpe
Tibet-Terrier-Welpe | Foto: cynoclub / Depositphotos.com

Die Welpen des  Tibet-Terrier kaufen

Wer sich für Welpen des Tibet-Terriers interessiert, tut gut daran, beim VDH nach einem geeigneten Züchter zu fragen. Warum soll es ein Züchter des VDH sein? Die Züchter, die sich im VDH organisiert haben, halten sich an die Zuchtstandards. Dadurch ist gewährleistet, dass es sich um gesunde Elterntiere handelt, die auf angemessene Weise gehalten werden. Auch kann garantiert werden, dass die Welpen eine gute medizinische Versorgung direkt nach der Geburt bis hin zur Übergabe an den folgenden Besitzer erfahren werden.

Jeder seriöse Züchter wird dem Interessenten gerne Auskunft über die Herkunft, Gesundheit, Werdegang seiner Hunde geben. Selbstverständlich werden auch gerne die Fragen hinsichtlich der Aufzucht der Welpen sowie deren weiterer Ausbildung beantwortet. Auch wenn die Welpen übernommen wurden, stehen seriöse Züchter immer noch mit Rat und Tat zur Seite, wenn sich Fragen auftun oder Probleme mit dem Tier entstehen.   Ebenso versteht es sich für einen Züchter des VDH, dass Welpe und neuer Besitzer sich bereits vor dem Übernahmetermin kennenlernen. Das ist natürlich immer von Vorteil. Denn selbst bei den jüngsten Hunden kann es natürlich so etwas wie Fremdeln oder gar Ablehnung geben.  Wer sich einen Welpen beim registrierten Züchter aussucht, kann davon ausgehen, dass er sich in den besten Händen befindet.

Erste Ausstattung

Hundefutter für den Tibet-Terrier

Als Hüte- und Wachhund waren die Tibet-Terrier gewohnt, mit dem Futter auszukommen, das ihnen geboten wurde. Dies ist heute noch so. Man sollte sich keine großen Gedanken über das Futter machen. Doch versteht es sich von selbst, dass es stets von guter Qualität zu sein hat. Trocken- wie Naßfutter, aber auch frisch gekochtes und rohes Futter werden gerne angenommen. Sollte der Hund zu wenig Bewegung erhalten, kann er zu Übergewicht neigen. Es ist daher stets auf die Größe der Rationen zu achten. Gegebenenfalls ist sie anzupassen.

Wie viel kostet ein Tibet-Terrier?

Es kommt ein wenig auf die Zuchtlinie an, wie teuer ein Welpe dieser Rasse werden kann. Man sollte mit einem Preis von EURO 1.200 und mehr bei einem seriösen Züchter rechnen.

Wer sich nicht scheut, einen älteren Tibet-Terrier zu übernehmen, kann sein Glück bei der Tibet-Terrier-Nothilfe oder einem Tierheim versuchen. Es versteht sich von selbst, dass sie dort gegen eine Schutzgebühr erhältlich sind. Diese liegt im Durchschnitt bei EURO 500, kann aber von Fall zu Fall abweichen.

Auch wenn der Preis für diesen kleinen Hund so hoch erscheint, sollte man stets einen Hund von seriösen Züchter kaufen. Nur auf diese Weise kann unseriösen Züchtern sowie den Betreibern von Puppy Mills das Handwerk gelegt werden.

Fazit

Der Tibet-Terrier ist ein wundervoller Zeitgenosse, sowohl für Familien, aber natürlich auch für Singles. Rüstige Senioren, die mit dem Bewegungsdrang des Tibet-Terrier zurecht kommen können, finden in ihm einen wunderbaren Weggefährten.

Der Tibet-Terrier ist nicht nur für den versierten Hundefreund eine gute Wahl. Auch der Anfänger kann mit ihm einen guten Weg in die Welt der Hundebesitzer finden. An ihm hat einfach jeder seine helle Freude.

FAQ

Kategorisiert als:

Hunderassen,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024