Ihr Hund bleibt ständig mit den Krallen irgendwo hängen oder Sie hören ein Klickern, wenn er auf glatten Fußböden wie Laminat oder Fliesen läuft? Dann könnte der Grund dafür sein, dass die Krallen Ihres Vierbeiners zu lang sind. In diesem Fall müssen Sie gefeilt oder geschnitten werden. Mancher Hundebesitzer traut sich dieses selbst nicht zu, weil viele Hunde Angst vor der Krallenpflege haben. In diesem Beitrag erhalten Sie wichtige Informationen zu der Krallenpflege und wann es besser ist, diese in die Hände einer Fachkraft zu geben.

Warum ist die Krallenpflege so wichtig?

Manche Hundebesitzer sind sehr um die Krallenpflege Ihres Vierbeiners bemüht und lackieren ihm sogar die Krallen. Wir empfehlen natürlich nicht, dies nachzumachen. Aber dennoch sollten Sie sich der Krallenpflege Ihres Lieblings in regelmäßigen Abständen widmen. Wenn die Krallen des Hundes zu lang sind, können sie dazu führen, dass der Hund nicht mehr richtig laufen kann, weil er Schmerzen hat. Das Tier wird sich nicht beschweren, aber versuchen den Schmerz zu vermeiden, indem es eine Schonhaltung einnimmt, die wiederum dazu führt, dass beim Hund Haltungsschäden entstehen. Darüber hinaus kann die Muskulatur verkrampfen, was wiederum zu Schmerzen führen kann.

Die meisten Hunde versuchen das Krallenschneiden oder feilen zu vermeiden. Deshalb sollten Sie Ihren Liebling so langsam und behutsam wie möglich an die Krallenfeile oder Krallenschere gewöhnen. Nach einer Zeit gewöhnt sich der Hund daran und hat für gewöhnlich keine Angst mehr vor der Krallenpflege. Wenn es dann später auch noch ein Leckerli gibt, umso besser.

Hund gibt Pfötchen
Das regelmäßige Krallenpflegen bei Hunden ist wichtig, um verschiedene gesundheitliche Probleme zu vermeiden und das Wohlbefinden des Hundes zu gewährleisten. | Foto: ijdema / Depositphotos.com

Krallen schneiden oder feilen?

Nicht für jeden Hund ist das Krallenschneiden geeignet. Bei manchen kann man einfach nicht erkennen, bis wohin man schneiden darf, ohne dass es zu einer Verletzung der Kralle kommt. In diesem Fall kann das Krallenfeilen die bessere Alternative sein. Bei manchen Hunden reicht es sogar aus, regelmäßig nur wenige Millimeter von der Kralle wegzufeilen, sodass sie nie geschnitten werden muss.

Woran erkennt man, dass es Zeit für die Krallenpflege ist?

Wann und wie oft Sie die Krallenfeile einsetzen müssen, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, unter anderem vom Gewicht Ihres Hundes und davon, ob er überwiegend auf Asphalt oder weichen Untergründen läuft. Grundsätzlich können Sie es aber daran erkennen, wenn der Hund sowohl beim Sitzen als auch beim Laufen die Pfoten schräg hält oder Sie beim Laufen auf harten Untergründen wie Fliesenböden oder Parkett ein Klicken hören. In diesem Fall sollten Sie sich die Krallen Ihres Hundes genauer anschauen. Auch dann, wenn er sich die Pfoten ständig leckt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass Ihr Vierbeiner Schmerzen hat, wegen zu langer Krallen.

Früher liefen die Hunde weniger auf weichen Untergründen, sondern auf Steinen, sodass die Krallen sich auf natürliche Weise selbst durch den Abrieb gekürzt haben. Bei modernen Hunden ist dies häufig nicht mehr so, weil sie überwiegend auf weichen Untergründen laufen. Darüber hinaus haben sich die Hunde früher deutlich mehr bewegt als die Hunde heute. Die Krallen bekommen also kaum Gelegenheit dazu, sich selbst abzuschleifen, sodass sie immer weiterwachsen und länger werden.

Nicht nur die Krallen können stören, sondern auch die Härchen, die bei vielen Hunden zwischen den Pfotenballen wachsen. Früher haben sich diese gleich mit abgerieben, ebenso wie die Krallen. Bei vielen Hunden sind die Härchen zu lang, sodass sie vor allem im Winter stark stören. Umso wichtiger ist die regelmäßige Krallen- und Pfotenpflege heutzutage für die Vierbeiner.

In den folgenden Fällen ist es dringend Zeit, dem Hund die Krallen zu feilen oder zu schneiden:

  • Der Hund leckt sich ständig die Pfoten oder knabbert daran.
  • Auf glatten Untergründen wie Fliesen oder Parkett rutscht er aus.
  • Schmerzvermeidendes Verhalten beim Laufen, wie anheben einer einzelnen Pfote oder Schrägstellung der Pfoten.
  • Krallen geben Geräusche von sich beim Laufen auf harten Fußböden.

Was passiert, wenn die Krallen nicht regelmäßig gekürzt werden?

Wenn Sie die Krallen Ihres Hundes nicht regelmäßig kürzen, werden diese zu lang. Dadurch können starke Schmerzen in den Pfoten entstehen und es können sogar Entzündungen verursacht werden. Wenn der Vierbeiner seine Pfote aufsetzt, drücken die Krallen in das sogenannte Krallenbett, wodurch ein schmerzhafter Druck in den Ballen entsteht.

Ihr Hund wird nun versuchen, diesen Schmerz zu vermeiden, indem er die Pfoten nicht mehr richtig aufsetzt. Vielleicht läuft er nur noch auf drei Pfoten oder aber er wird versuchen, die Pfoten schräg aufzustellen, um keinen Druck mehr auf die Ballen auszuüben. Er nimmt also eine Schonhaltung ein, durch die weitere schwerwiegende Schäden entstehen können. Die Schonhaltung kann zu Muskelverspannungen und Muskelverklebungen führen, Fehlstellungen und Gelenkschäden verursachen, die letztendlich zu Bewegungseinschränkungen und weiteren Schmerzen führen.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal an einer ungewöhnlichen Stelle den Fingernagel eingerissen. Dies kann auch bei Ihrem Liebling passieren, wenn seine Krallen zu lang sind. Sie können nicht nur einreißen, sondern auch brechen oder gar abreißen, wenn der Hund mit seinen langen Krallen beispielsweise beim Kratzen im eigenen Fell hängenbleibt oder aber sich in der Schlaufe eines Teppichs verheddert.

Vor allem bei der sogenannten Wolfskralle müssen Sie aufpassen und diese regelmäßig beobachten. Die Wolfskralle befindet sich oberhalb der Pfote. Sie kann einwachsen und starke Schmerzen und Entzündungen verursachen. Wenn der Hund mit der Wolfskralle irgendwo hängenbleibt, erleidet er starke Schmerzen. Vor allem dann, wenn diese versehentlich ausgerissen wird. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Krallen Ihres Hundes regelmäßig durch feilen oder schneiden kürzen.

Zur Krallen- und Pfotenpflege gehören natürlich auch die Härchen zwischen den Pfotenballen. Diese können verfilzen, wenn sie zu lang sind, sodass sich dort Zecken und Milben sowie andere Parasiten einnisten können. Darüber hinaus sind die Haare vor allem im Winter sehr störend, weil sich dort Streusalz ansammeln kann. Dieses trocknet die Ballen aus und brennt auf der Haut. Dadurch werden Entzündungen und Infektionen begünstigt.

Was benötigt man für die Krallenpflege?

Für die Krallenpflege benötigen Sie verschiedene Utensilien wie die folgenden:

  • Krallenfeile
  • Krallenzange
  • Spezielle Fellschere
  • Taschenlampe
  • Pfotenbalsam

So funktioniert die Krallenpflege

Die Härchen an den Pfoten, sollten nicht zu lang sein und auch nicht über die Krallen hinausragen. Wenn dies der Fall ist, können Sie diese mit einer Fellschere so kürzen, dass sie nur noch bis zu den Krallen reichen. Schneiden Sie die Haare ausschließlich mit einer speziellen Fellschere, da diese am Ende abgerundet ist und das Verletzungsrisiko deutlich minimiert wird. Zwischen den Ballen wachsen ebenfalls Haare, die Sie von Zeit zu Zeit mit der Schere entfernen müssen. Lässt man die Härchen weiter sprießen, können diese verfilzen, sodass der Hund Probleme beim Gehen auf glatten Oberflächen haben wird.

Manche Hunde benötigen vor dem Krallenschneiden etwas zusätzliche Pflege. Dies gilt vor allem dann, wenn die Pfoten des Hundes verunreinigt oder sie durch Streusalz, Split oder ähnliches angegriffen oder verletzt sind. In diesem Fall waschen Sie die Pfoten zunächst mit einem milden Hundeshampoo. Waschen Sie dieses gründlich aus und trocknen Sie die Pfoten, ehe Sie mit dem Krallenschneiden beginnen. Danach tragen Sie Ihrem Liebling ein spezielles Pfotenbalsam auf.

Das Krallenschneiden ist leider nicht immer ganz einfach, weshalb Sie sich von Ihrem Tierarzt zeigen lassen sollten, wie man die Krallenfeile und die Krallenzange verwendet. Es ist wichtig, dass die Krallen so gekürzt werden, dass Sie nicht den Boden berühren.

So kürzen Sie die Krallen

Beim Krallenschneiden oder feilen müssen Sie Vorsicht walten lassen, weil sich in der Kralle das sogenannte Leben befindet, das nicht verletzt werden sollte. Wenn Sie das Leben durchtrennen, wird Ihr Vierbeiner starke Schmerzen verspüren und die Kralle wird stark bluten. Um das Leben besser erkennen zu können, benötigen Sie eine Taschenlampe. Die Kralle besteht aus Horn und enthält fast ganz bis zum Krallenende das Leben, das sehr gut durchblutet ist. Im Leben befinden sich außerdem Nervenstränge. Wenn Sie Ihrem Hund in das Leben schneiden, müssen Sie damit rechnen, dass er sich die Krallen nicht mehr von Ihnen kürzen lässt.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund ruhig und entspannt ist. Halten Sie die Pfote Ihres Lieblings fest, um sie zu fixieren, aber drücken Sie nicht zu sehr auf die Pfote. Durch das Fixieren der Pfote vermeiden Sie, dass der Hund die Pfote zurückzieht und dass es dadurch zu Verletzungen kommt. Wenn die Krallen Ihres Hundes Weiß sind, können Sie das Leben vermutlich sogar ohne Taschenlampe sehen. Es ist rosa oder weiß. Für dunkle Krallen benötigen Sie eine gute Lichtquelle, um das Leben in der Kralle ausfindig zu machen. Halten Sie die Taschenlampe unter die Kralle, die Sie kürzen möchten.

Halten Sie etwa 1 mm Abstand zum Leben und schneiden Sie die Kralle an dieser Stelle mit einer Krallenzange ab. Danach verwenden Sie die Krallenfeile, um die Schnittkante an der Kralle zu glätten. Feilen Sie immer nur in eine Richtung. Geben Sie Ihrem Hund nach der Krallenpflege ein Leckerli als Belohnung.

Was tun, wenn der Hund das Krallenschneiden verweigert?

Viele Hunde haben Angst vor der Krallenzange. Alternativ können Sie eine manuelle oder elektrische Feile verwenden. Durch diese verringern Sie zudem das Risiko, das Leben in der Kralle zu verletzen. Aber auch in diesem Fall gilt, dass Sie Ihren Vierbeiner sanft und behutsam an die Krallenpflege gewöhnen sollten. Sie werden beim ersten Mal sicherlich ein wenig Geduld aufbringen müssen.

Die Krallenpflege sollten Sie, wenn möglich, bereits im Welpenalter mit Ihrem Hund trainieren. Loben Sie ihn viel und geben Sie ihm immer mal wieder ein Leckerchen, um ihm zu zeigen, dass die Krallenpflege etwas ganz Tolles ist. Mit der Krallenfeile können Sie sogar gleichzeitig zwei Krallen feilen. Denken Sie aber daran, immer nur in eine Richtung zu feilen. Machen Sie immer wieder Pausen, wenn Sie merken, dass Ihr Liebling unter Stress steht.

So feilen Sie Ihrem Hund die Krallen richtig

Verwenden Sie eine manuelle Metallnagelfeile oder eine elektrische Krallenfeile. Beugen Sie sich über Ihren Hund lehnen Sie Ihren Oberkörper sanft über ihn, damit er ruhig bleibt. Krallenfeilen finden Sie in der Tierhandlung, Sie können aber auch eine gute Metallnagelfeile verwenden oder aber grobes Schmirgelpapier. Das Krallenfeilen ist recht zeitaufwändig, aber eine gute Alternative, wenn Sie Ihrem Hund die Krallen nicht schneiden möchten.

Drücken Sie die Zehen an der Pfote vorsichtig auseinander, um leichter an die Krallen zu kommen. Sollte das Fell an den Ballen sehr lang sein, halten Sie es zurück oder kürzen Sie es. Feilen Sie die Spitze der Krallen so, dass Sie mit dem Pfotenballen des Hundes abschließen, wenn er steht. Loben Sie Ihren Hund immer wieder. Feilen Sie die Kralle immer nur in eine Richtung. Legen Sie die Krallenfeile hin und wieder weg, um Ihrem Hund ein Leckerli zu geben, ehe Sie weitermachen. So gewöhnt sich das Tier an die Krallenfeile und bleibt ruhig. Wenn die Krallen beim Laufen nicht mehr auf harten Untergründen als Klickern zu hören sind, dann sind sie kurz genug.

Das Krallenfeilen bietet den Vorteil, dass das Risiko das Leben in der Kralle zu verletzen, deutlich geringer ist.

FAQ

🐶 Wie oft muss man dem Hund die Krallen schneiden?

Wie häufig Sie Ihrem Vierbeiner die Krallen schneiden müssen, ist von verschiedenen Faktoren, wie dem Gewicht abhängig und davon, auf welchen Untergründen der Hund läuft. Bei kleinen Hunden, die überwiegend auf weichen Untergründen laufen, müssen die Krallen häufiger geschnitten werden als bei großen Hunden, die viel auf Stein laufen. Für gewöhnlich reicht es aus, die Krallen alle drei Wochen zu kürzen. Wenn Sie beim Laufen Ihres Hundes auf harten Untergründen wie Fliesen oder Parkett ein Klicken hören, sollten Sie ihm die Krallen dringend kürzen.

🐶 Womit kann man die Krallen kürzen?

Im Handel sind spezielle Krallenscheren erhältlich. Manche Hundebesitzer nutzen einfach eine Nagelschere. Darüber hinaus können Sie die Krallen Ihres Hundes mit einer manuellen Metallnagelfeile oder einer elektrischen Feile kürzen.

🐶 Was kann man tun, wenn man sich das Krallenschneiden nicht zutraut?

Sie können die Krallen mit Hilfe einer Krallenfeile kürzen. Dabei ist das Risiko, dass Sie das Leben in der Kralle verletzen, äußerst gering. Sie können auch hierbei eine Taschenlampe verwenden, um das Leben im Inneren der Kralle zu erkennen. Falls Sie sich die Krallenpflege überhaupt nicht zutrauen, kann Sie Ihr Tierarzt beraten und die Krallen des Hundes kürzen. Alternativ übernimmt auch der Hundefrisör die Krallenpflege.

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Letzte Änderung: 31. Mai 2024