Sommerzeit ist Zeckenzeit. Dies ist leider eine unumstößliche Tatsache, der kein Hundebesitzer entkommen kann. An dieser Stelle aber lehnen wir uns alle einmal ganz entspannt zurück, atmen aus und wieder ein. Und schütteln die aufkommende Panik ab. Denn ein Grund zur Panik sind Zecken nicht. Natürlich sind sie unerwünscht, unangenehm und absolut lästig. Doch kann man einiges machen, um sich vor ihnen zu schützen. Ebenso ist es ein Leichtes, sie zu entfernen, wenn es den Hund doch einmal getroffen hat.

Eines allerdings kann niemand versprechen: Einen 100%igen Schutz vor diesen kleinen Plagegeistern und ihren eventuellen Folgen. Nein, man muss sie nicht mögen. Aber fürchten sollte man sie auch nicht.

Die Zeckenkarte und andere Optionen, die Parasiten wieder loszuwerden

Ja, vielleicht wird das Pferd gerade von hinten aufgezäumt. Doch steht diese Frage für die meisten Hundebesitzer an erster Stelle. Denn eine Zecke, die sich am eigenen Hund festgebissen und schon zu einem bestimmten Grad vollgesogen hat, ist für viele Hundebesitzer ein unangenehmer Anblick. Es entsteht sofort der Wunsch, den Hund von ihr zu befreien. Durchaus verständlich. Doch wie macht man es richtig?

Ein No-Go sollte das Abreißen mit den Fingerspitzen sein. Natürlich ist die Zecke, wenn sie bereits teilweise vollgesogen ist, relativ leicht mit den Fingerspitzen festzuhalten. ABER für das Entfernen ist ein recht starker Zug nötig. Denn das Beißwerkzeug verhakt sich in der Haut des Wirtstieres. Deshalb müsste man mit der Hand recht stark zudrücken, um die notwendige Kraftaufwendung zu erzielen. Leider wird die Zecke dabei sehr oft zerdrückt. Pech gehabt, mag man denken. Nur leider kann dabei der Darminhalt des Parasiten in beide Richtungen gedrückt werden.

Es ist natürlich vollkommen unerwünscht, dass er in das Saugloch in den Körper des Tieres hineingedrückt wird. Sehr oft aber wird es bei dieser Vorgehensweise genauso passieren. Es gibt nur eine Situation, in der diese Option problemlos durchgeführt werden kann: Wenn man gerade dabei zuschaut, wie die Zecke sich festbeißt. In diesem Fall hat sie sich noch nicht in der Bissöffnung verhakt und kann mit den Fingernägeln noch leicht herausgekratzt werden.

Die korrekte Vorgehensweise ist einem Hundebesitzer aber auch nicht fremd. Denn hierfür gibt es vier Optionen: Die Zeckenkarte, der Zeckenhaken, die Zeckenpinzette und die Zeckenzange. Sie alle sind im Fachhandel für Hundezubehör oder im gut sortierten Futterladen erhältlich.

Die Zeckenkarte und ihre korrekte Anwendung

Um die Zecke mit der Zeckenkarte zu entfernen, ist es notwendig, diese so flach wie möglich an die Zecke heranzuführen. Die Öffnung, mit der die Zecke erfasst werden soll, wird so weit wie möglich an das in der Haut steckende Beißwerkzeug herangeführt. Nun wird die Karte weitergeschoben und gleichzeitig nach oben geführt. Der dadurch entstehende Zug entfernt den Parasiten von der Hautoberfläche. Nun können Sie diesen entsorgen.

Die Zeckenkarte kann zuverlässig eingesetzt werden. Zudem können Sie sie bequem überall aufgrund ihrer Größe mit hinnehmen. Sie passt ganz einfach ins Portemonnaie oder in die Hosentasche. Einen Nachteil hat sie allerdings. Wer einen langhaarigen Hund besitzt, wird eventuell feststellen, dass die Zeckenkarte nicht leicht im Fell zu platzieren ist. In diesem Fall sollte man vielleicht zu einem anderen Werkzeug greifen, um die Zecke schnell und unkompliziert zu entfernen.

Die Zeckenzange

Es handelt sich hierbei um ein Greifinstrument, das dicht an der Haut des Tieres angesetzt werden muss, um die Zecke mitsamt ihres Beißapparates zu entfernen. Es wird einhändig bedient, während man mit der anderen Hand, auch bei langhaarigen Hunden, das Fell öffnen kann. Da von oben auf die Zecke zugegriffen wird, sollte es kein Problem darstellen, diese gleich beim ersten Versuch zu erwischen. Hat man sie korrekt positioniert, wird die Zange geschlossen, leicht gedreht und schon ist der Hund die Zecke los. Auch diese Modelle sind so klein, dass man sie in der Gassitasche oder in der Hosentasche mit sich führen kann.

Der Zeckenhaken

Der Zeckenhaken wird ähnlich der Zeckenkarte so nah wie möglich an der Haut des Hundes angesetzt. Durch eine leichte Hebelwirkung kann die Zecke entfernt werden. Der Zeckenhaken ist sowohl aus Kunststoff als auch aus Metall erhältlich. Letzterer weist eine hohe Lebensdauer auf. Auch bei langhaarigen Hunden lässt sich der Zeckenhaken einhändig sehr gut einsetzen.

Die Zeckenschlinge

Ähnlich der Zeckenzange wird sie einhändig von oben auf die Zecke herabgelassen. Die Schlinge wird der Zecke übergestülpt und so dicht es geht an der Haut platziert, bevor sie zugezogen wird. Sie entfernt die Zecke sehr sicher. Jedoch finden viele Hundebesitzer sie von der Anwendung her ein wenig komplizierter als die anderen Varianten.

Die Zeckenpinzette

Dieses Gerät funktioniert wie eine Pinzette. Allerdings überkreuzen sich die beiden Arme. Auf den Teil über dem Kreuz wird einhändig Druck ausgeübt, um sie zu öffnen. Nun werden die geöffneten unteren Teile hautnah an die Zecke gesetzt. Dies gilt auch, wenn sie bereits rund und prall vollgesogen ist. Durch diese Form der Kraftübertragung wird die Zecke zwar sehr gut festgehalten und mit einem starken Zug entfernt, jedoch nicht zerdrückt. Sie bleibt vollständig intakt. Auch das Beißwerkzeug wird für gewöhnlich vollständig entfernt.

Die Zeckenzange ist allerdings etwas größer, sodass sie zur Mitnahme auf den Spaziergang nur bedingt geeignet ist. Man sollte sie allerdings zu Hause griffbereit liegen haben, um nach dem Spaziergang bei Durchsuchen des Fells gleich agieren zu können. Im Vergleich zu den anderen Zeckenentfernungswerkzeugen ist sie aus Metall gefertigt und dadurch etwas teurer. Aufgrund ihrer guten Qualität und damit verbundenen langen Lebensdauer aber lohnt sich die Anschaffung dennoch.

Kann man einen wirksamen Schutz gegen Zecken auftragen?

Es ist nur verständlich, dass sich die Hundebesitzer fragen, wie sie ihren Vierbeiner von vornherein vor den Zecken schützen können. Jedoch muss man an dieser Stelle leider sagen, dass es keinen 100%igen Schutz vor Zecken gibt. Allerdings kann einiges getan werden, um eine hohe Schutzwirkung zu erzielen.

Chemischer Schutz

Hierunter ist ein Parasitenschutz zu verstehen, wie wir ihn durch Frontline oder ähnliche Produkte kennen. Sie sind auf chemischer Basis gefertigt. Diese Mittel wirken sich auf das Nervensystem des Parasiten aus, sodass dieser gelähmt ist oder aufgrund der Belastung des Mittels stirbt. Wie dem auch sei – leider reagieren viele Hunde, insbesondere, wenn bereits eine Affinität zu Hautproblemen besteht, auch auf diese Mittel mit einer, teilweise starken, Reaktion der Haut. Lassen Sie sich diesbezüglich am besten von Ihrem Tierarzt beraten. Er kennt das Tier und kann das bestmögliche Mittel empfehlen. Es sind einerseits Zeckenhalsbänder (mache von ihnen mit natürlichen Inhaltsstoffen), Sprays, Puder oder Spot-ons denkbar.

Homöopathisch

Ein Mittel wird genannt, wenn man nach einem homöopathischen Zeckenschutz fragt. Es handelt sich hierbei um das Mittel „Ledum“ in der Potenz D200. In dieser Potenz wird es einmal monatlich verabreicht. 5 Globuli reichen bereits aus, um einen recht guten Schutz vor Zecken zu erhalten.

Bernsteinkette

Viele Hundebesitzer schwören auf die Bernsteinkette (siehe dazu Bernstein gegen Zecken), die um den Hals getragen wird. Ja, wir sprechen hier vom Hund. Wird die Kette gemeinsam mit dem Halsband getragen, soll sich ein Hautmillieu einstellen, dass die Zecken als unangenehm betrachten und diese Hunde deshalb meiden.

Kokosöl

Das Kokosöl wird mit dem Futter verabreicht. Es verändert durch den Stoffwechsel die Ausscheidungen des Körpers. Auf die Zecken hat dies eine abschreckende Wirkung, sodass diese Hunde für sie uninteressant werden.

Ätherische Öle

Zecken mögen keine ätherischen Öle. Deshalb stehen dem Hundebesitzer verschiedene Öle zur Verfügung, um seinen Hund zu schützen. Doch Vorsicht – ätherische Öle dürfen niemals pur aufgetragen werden. Dies würde die Haut sehr stark reizen. Sie müssen stets mit einem Trägeröl vermischt werden, um den erwünschten Effekt zu erzielen, ohne die Haut zu schädigen. Am besten eignen sich hierfür Mandelöl oder Kokosöl.

Folgende Öle können einzeln oder kombiniert zu Einsatz kommen: Pfefferminze

  • Zitrone
  • Citronella
  • Lavendel
  • Thymian
  • Rosmarin
  • Rosengeranie
  • Grapefruit
  • Myrrhe
  • Lemongras
  • Sandelholz.

Verschiedene Kombinationen können Sie auch im Handel erstehen. Gerne können Sie diesbezüglich auch auf bewährte Mittel greifen, die sich etwas im Bereich der Abwehr von Ektoparasiten bei Pferden bewährt haben. Allerdings sollten Sie das ätherische Öl immer erst einmal vorsichtig ausprobieren. Was für uns Menschen ein Wohlgeruch ist, kann für den Hund unerträglich sein. Sollte dies der Fall sein, müssen Sie wohl oder übel auf ein anderes ätherisches Öl umsteigen.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl für Hunde kann sowohl innerlich wie auch äußerlich zum Einsatz gebracht werden. Auch dieses Öl sorgt dafür, dass die Haut des Hundes für die Zecken nicht mehr attraktiv ist, sodass sie ihn gewissermaßen verschmähen.

Der Hundestoffwechsel und die Zecken

Der Stoffwechsel des Tieres ist maßgeblich dafür verantwortlich, wie die Stoffwechselprodukte, die über die Haut ausgeschieden werden, auf die Umwelt wirken. Man kann also sagen, dass die Ernährung des Hundes dafür verantwortlich ist, ob die Zecken ihn gerne befallen oder nicht. Ganz von der Hand zu weisen ist diese Behauptung nicht. So kann man etwa bei Hunden, die aufgrund einer Erkrankung dauerhaft ein Medikament einnehmen müssen, einen höheren Befall vermerken als bei denen, die keine Medikation erhalten.

Was ist passiert? Auch Medikamente werden vom Körper verstoffwechselt. Damit sind auch stets Komponenten von ihnen in den Ausscheidungen enthalten. Einige Inhaltsstoffe wirken auf die Zecken wie ein Magnet. Andere hingegen haben gar keine oder eine abstoßende Wirkung.

In einem solchen Fall ist immer der Tierarzt zu befragen. Vielleicht gibt es ja eine andere Dauermedikation, die diese Nebenwirkung nicht aufzeigt. Ist dies nicht möglich, muss ein Antizeckenmittel gefunden werden, dass auf andere Weise das Gros der Zecken fernhält.

Doch auch die Ernährung, die ja maßgeblich für den Stoffwechsel verantwortlich ist, spielt bei einem erhöhten Befall von Zecken eine große Rolle. So kann etwa in minderwertigem Futter ein Zusatz vorhanden sein, der sich in den Hautausscheidungen als Lockmittel erweist. Achten Sie daher auf möglichst natürliches Futter. Je weniger Zusätze vorhanden sind, desto besser ist der Stoffwechsel und somit auch die Gesundheit des Tieres.

Fest gebissene Zecke an der Haut eines Hundes
Zecken beim Hund können ein Risiko für die Gesundheit darstellen, da sie Krankheiten wie Borreliose und Anaplasmose übertragen können. | Foto: meepoohyaphoto / Depositphotos.com

Noch einmal: Es gibt keine 100%

So gut Sie auch auf Ihren Hund Acht geben, gibt es keinen 100%igen Schutz gegen Zecken. Allerdings haben Sie mit den vorgestellten Maßnahmen eine gute Auswahl, um die Zahl der Plagegeister zu minimieren. Und wenn doch einmal eine Zecke zubeißt: Entfernen Sie sie. Desinfizieren Sie die Stelle mit Wasserstoffperoxid oder Betaisadonna-Tinktur. Behalten Sie sie für die nächsten Tage in Auge. Sollte sich ein roter Ring um die Bissstelle bilden, gehen Sie damit zum Tierarzt.

Auch wenn es immer heißt, dass es eine wirksame Schutzimpfung gegen Borreliose oder FMSE gäbe, sollten Sie sich auf diese nicht verlassen. Wie bei jeder Impfung kann der Schutz nicht garantiert werden. Vorsorge ist besser.

FAQ

🐶 Gibt es einen absolut zuverlässigen Schutz gegen Zecken?

Nein, egal welches Mittel Sie einsetzen, kann es niemals eine Garantie geben, dass nicht doch einige Zecken zu Ihrem Hund finden werden.

🐶 Wie wird die Zecke am besten entfernt?

Am besten wird ein entsprechendes Werkzeug hierfür verwendet. Am einfachsten ist der Umgang mit der Zeckenkarte, der Zeckenzange oder der Zeckenpinzette.

🐶 Womit kann ich Vorsorge tragen, damit Zecken meinen Hund meiden?

Am wirkungsvollsten haben sich ätherische Öle und fette Öle gezeigt. Sie schrecken die Zecken ab, sodass ihnen wortwörtlich der Appetit auf einen Biss vergeht.

🐶 Was ist mit Mitteln vom Tierarzt?

Auch der Tierarzt kann wirkungsvolle Mittel gegen Zecken anbieten. Sie wirken gut gegen Ektoparasiten, weisen aber auch einige Nebenwirkungen auf, die Beachtung finden müssen.

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Letzte Änderung: 31. Mai 2024