Kennen Sie die Hunderasse „Dürrbächler“ oder „Bärli“? Natürlich kennen Sie diese Hunderasse, denn beide Namen werden für den Berner Sennenhund verwendet. Der große, gemütliche Schweizer ist ein sehr beliebter Familienhund, denn die Ruhe, die er ausstrahlt, weitet sich für gewöhnlich auf alle Familienmitglieder aus. Doch weist er einige Eigenheiten auf, über die man informiert sein sollte, wenn man ihn in die Familie aufnehmen möchte.

Charakter des Berner Sennenhundes

Wird ein gutmütiger, großer Hund gesucht, wird der Berner Sennen immer in die engere Wahl genommen. Kein Wunder, denn er ist wirklich ein Ausbund an Gemütlichkeit und Familienfreundlichkeit. Er besitzt eine große innere Ruhe und Souveränität.

Dabei trägt er ein Selbstbewusstsein an den Tag, das es ihm ermöglicht, Feinde nur durch sein selbstbewusstes Auftreten zu regulieren. Er hat es nicht nötig, irgendjemandem zu beweisen, dass er groß und stark ist. Er ist es eben. So eigensinnig der Berner Sennenhund auch sein kann, möchte er doch Aufgaben erledigen, die er mit Vorliebe von seinem Herrchen annimmt.

Wundern Sie sich also nicht, wenn der Hund bittend vor Ihnen sitzt, ohne etwas Konkretes haben zu wollen. Dann will er „nur“ beschäftigt werden. Der „Will-to-please“ ist dabei nur bedingt ausgeprägt. Die Beschäftigung benötigt er zum Wohlfühlen.

Stellen Sie also von Vornherein klar, wer das Sagen hat. Sollten Sie dies nicht sofort klarstellen, wird er diese Rolle nämlich sang- und klanglos einnehmen. Und eh‘ Sie sich‘s versehen, sind in einen steten Kampf verfangen, wenn es um die Position des Rudelführers geht. Übertragen Sie ihm die Aufgabe des Bewachers, des Beschützers. Dieser Aufgabe ist er bestens gewachsen, ohne zu kläffen.

In Bezug auf seine Halter, seine Familie besteht ein großes Bedürfnis, so viel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen. Für ihn gibt es nichts Schöneres, als seinem Herrn stets auf den Fuß zu folgen – egal, was dieser gerade macht. Lange Waldspaziergänge sind ihm genauso willkommen wie das gemeinsame Arbeiten auf dem Hof, im Garten.

Ist er gut sozialisiert, ist er ein fantastischer Freund der Kinder. Bei kleineren Kindern sollte man allerdings stets ein Auge werfen.

Der geschichtliche Hintergrund des Berner Sennenhundes

Der Berner Sennenhund kommt, wie es der Name bereits vermuten lässt, aus der Schweiz. Schon damals ist dieser Hund, der sehr eng mit den Molossern verwandt ist, aufgrund seines starken Körperbaus und der daraus resultierenden Kraft bei den Bergbauern der Region beliebt gewesen. Ihn konnte man problemlos die Milchkarren ziehen lassen. Auch für den Schutz vor Feinden, menschlich wie tierisch, konnte er sorgen.

So ist es nicht verwunderlich, dass in verschiedenen Zuchtlinien auch heute noch der Schutzdrang sehr stark ausgeprägt ist. Allerdings schützt dieser Hund mit seinem puren Auftreten. Aggressives Verhalten ist ihm schon immer fremd gewesen. Dafür zeigt er deutlich sein Misstrauen gegenüber Fremden. Befindet er sie für gut, können sie jederzeit wieder an die Tür klopfen.

Ablenkungen jeglicher Art konnte er sich bei seinen wichtigen Aufgaben überhaupt nicht leisten. Egal, ob er gerade den Hof bewacht, den Karren zieht oder die Herde treibt, dieser Hund war schon immer dafür bekannt, sich auf die aktuelle Aufgabe konzentrieren zu können.

Vergleicht man sein früheres Erscheinungsbild mit dem heutigen, so wird man feststellen, dass er früher keine Dreifarbigkeit aufweisen konnte. Auch weiße Hunde mit schwarzen und braunen Flecken oder braune mit schwarzen Abzeichen sind in den Aufzeichnungen bekannt.

Die Farben des Berner Sennenhundes

Für gewöhnlich tritt der Berner Sennenhund dreifarbig auf. Schwarz ist die Grundfarbe, dazu gesellen sich Weiß und Braun. Dabei ist die Brust oftmals weiß gefärbt mit braunen Absätzen im Übergang zum Schwarz. Oftmals ist auch der gesamte Unterbauch in Braun gehalten.

Das Fell ist lang, manchmal glatt, mal gewellt und glänzend. Es lässt sich unkompliziert ab und an mit der Bürste pflegen. Viel Zeit nimmt dies nicht in Anspruch.

Welche Ansprüche stellt der Berner Sennenhund?

Der Berner Sennenhund ist ein ruhiger Zeitgenosse, der gerne Aufgaben erledigt. Deshalb ist es Ihre Aufgabe, ihn zu beschäftigen, körperlich wie auch intellektuell. Sollte er diese Aufgaben nicht erhalten, kann Ihnen ein unausgelasteter Zeitgenosse blühen, der sich selber Arbeit sucht, etwa Schuhe apportieren, Beete graben und den Zaun, auch in die Tiefe, zu kontrollieren.

Keine Angst, er wird schon etwas Passendes finden. Besser ist es, Sie beanspruchen ihn mit ausgedehnten Spaziergängen oder Hundesportarten, die für große, schwere Hunde geeignet sind. Und wenn er dann noch Ihr Grundstück und / oder die Kinder bewachen darf, ist seine kleine Welt in Ordnung.

Der Berner Sennenhund und seine Gesundheit

Neben der verhältnismäßig kurzen Lebenserwartung von 6 – 8 Jahren bringt dieser Hund eine Veranlagung zu Nierenproblemen, Magendrehung und HD (Hüftgelenksdysplasie) sowie ED (Ellenbogengelenksdysplasie) mit sich. Auch Arthrose und Tumore lassen sich immer häufiger diagnostizieren. Dies ist laut Fachleuten eine Folge der Überzüchtung der Hunderasse. Seriöse Züchter steuern mittlerweile gegen und nehmen betroffene Tiere sofort vollständig aus der Zucht, um den Genpool zu verbessern.

Vor- und Nachteile des Berner Sennenhundes

Der größte Vorteil, den der Berner Sennenhund mit sich bringt, ist die hervorragende Kombination aus Familienhund und Wach- bzw. Schutzhund. Er braucht für diese Aufgabe nicht einmal ausgebildet werden, da er mit seiner ihm eigenen Präsenz jeden ungewünschten Besucher problemlos des Grundstücks verweisen kann. Mit einer guten Ausbildung und Sozialisierung ist er nicht nur der Freund und Kumpel, den sich alle wünschen, sondern auch der beste Aufpasser für die Kinder. Sie werden mit und von ihm lernen können.

Leider aber bringt er nicht nur Vorteile mit sich. Denn die zuchtbedingte, eher kurze Lebenserwartung lässt viele Interessenten vor einem Kauf zurückschrecken. Wer sich dennoch für ihn entscheidet, sollte wissen, dass er zwar kein echtes Arbeitstier ist, aber dennoch intelligent beschäftigt werden möchte. Dies fordert er auch gnadenlos ein.

Wer sich also auf einen ruhigen Zeitgenossen und absolut ruhige Spaziergänge freuen möchte, ist bei diesem ruhigen, aber doch ausdauerndem Energiebündel an der falschen Adresse.

Der perfekte Mensch für einen Berner Sennenhund

Der perfekte Mensch ist ein Familienmensch, bewegungsfreudig, versteht etwas von eigensinnigen und doch charmanten Hunden und ist unbedingt auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied. Es sollte ausreichend Auslauf zur Verfügung stehen, damit der Berner „sein“ Revier auch eigenständig prüfen und schützen kann. Die natürliche Präsenz, die ihm anhaften kann, muss akzeptiert werden, denn sie ist ein Bestandteil seines genetischen Erbes.

Gerne lässt er sich zu ausgedehnten Wanderungen und Ausflügen zum Schwimmen überreden. Allerdings ist er keine Wasserratte im klassischen Sinne. Dennoch liebt er das Spiel und die Abkühlung, die Wasser ihm bietet. Sie mögen also hoffentlich Wasser?

Sein Besitzer sollte eine ähnliche innere Ruhe mitbringen, wie der Hund sie in sich trägt. Wenn nicht, wird der Berner ihm beibringen, wie das geht.

Die Welpen des Berner Sennenhundes kaufen

Aufgrund der bereits vorhandenen Probleme, die der Berner Sennenhund durch die übermäßigen Zuchtversuche mit sich bringt, sollte ein Berner-Sennen-Welpe ausschließlich bei einem seriösen Züchter gekauft werden. Bei der Kontaktaufnahme sollte ganz konkret nach dem Alter der Elterntiere sowie deren Eltern und so weiter gefragt werden. Lassen Sie sich diese Dokumentation ruhig zeigen. Das ist Ihr gutes Recht. Auch einer Berner Sennenhund kann gut und gerne 10 Jahre und älter werden, wenn dies in seiner Zuchtlinie liegt.

Nein, Hunde, deren Vorfahren dies nicht aufzeigen, sind deshalb nicht schlechter. Ihre Lebenserwartung ist nur niedriger. Auch sollte ein Nachweis auf HD- und ED-Freiheit einsehbar sein. Der Züchter ist nicht nur während der Kennlernzeit, sondern auch in der Anfangsphase für Sie der Ansprechpartner Nummer 1. Er steht Ihnen zu (fast) jeder Tages- und Nachtzeit zur Seite, damit es „seinem“ Welpen auch bei Ihnen bestens geht.

Berner Sennenhund Welpen | Foto: Foto-front / Depositphotos.com

Erste Ausstattung für den Berner Sennenhund

Hundefutter für den Berner Sennenhund

Ein Kostverächter ist er nicht. Deshalb ist unbedingt auf seine Figur zu achten. Jedes Kilogramm zu viel bei diesem großen Hund kann sich negativ auf den Bewegungsapparat auswirken. Da er ein wenig gierig sein kann, ist ein Futternapf mit einem hochgezogenen Rand oder ein „Anti-Schling-Napf“ zu empfehlen, damit er in aller Ruhe fressen kann. Auch sollte versucht werden, dass er nach dem Füttern zunächst Ruhe hält. Eines der gesundheitlichen Probleme des großen Hundes ist die Magendrehung, die besonders gerne bei vollem Magen entsteht.

FAQ

🐶 Wie viel kostet ein Berner Sennenhund?

Wer sich einen Berner Sennenhund anschaffen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Denn ein reinrassiger Hund dieser Rasse kostet, mit entsprechenden Papieren und EU-Heimtierausweis, im Normalfall zwischen EURO 1.000 und EURO 2.000. Bedenken wir allerdings, dass die Preise für Hundewelpen seit dem Jahr 2020 aufgrund erhöhter Nachfrage grundsätzlich gestiegen sind. Deshalb ist bei Preisen über EURO 2.000 Vorsicht geboten, insbesondere dann, wenn keine Papiere für das Tier vorliegen.

🐶 Woher kommt der Berner Sennenhund?

Das Heimatland des Berner Sennenhund ist die Schweiz. Aufgrund seines spezifischen Körperbaus hat er sich als Arbeitshund sehr gut etablieren können. Auch sein gutmütiges Wesen haben ihn bei den Bergbewohnern beliebt gemacht, sodass die Zucht weiter vorangetrieben wurde. Heute gibt es Zuchtverbände der Berner Sennenhunde weltweit.

🐶 Wie alt wird der Berner Sennenhund?

Das Alter des Berner Sennenhund ist ein Thema, das nicht immer gerne angesprochen wird. Denn diese Hunderasse besitzt eine Lebenserwartung von 6 bis 8 Jahren auf. Natürlich können sie bei sehr guter Haltung auch älter werden. Doch muss man sich auf ein relativ frühes Ableben einstellen. Grund für das geringe Lebensalter ist die Überzüchtung. Es ist also ein Problem, das erst durch die übermäßigen Bemühungen des Menschen entstanden sind. Leider hat man noch keinen Weg finden können, die Entwicklung erfolgreich zu stoppen oder gar rückgängig zu machen.

🐶 Wie groß und schwer wird der Berner Sennenhund?

Der Berner Sennenhund gehört zu den großen Hunderassen. Die Rüden weisen eine Größe von 64 bis 70 Zentimeter am Widerrist auf. Die Hündinnen sind, wie bei den meisten Rassen, geringfügig kleiner mit einer Widerristhöhe von 58 bis 66 Zentimetern.

Trotz der Größe des Hundes kommt es zu einem Idealgewicht von 35 bis 50 Kilogramm. Allerdings neigen sie bei ungenügender Bewegung zu Übergewicht und können dann schnell das Idealgewicht überschreiten.

🐶 Wie viele Welpen bekommt der Berner Sennenhund?

Eine gesunde Hündin dieser Rasse bringt in einem durchschnittlichen Wurf mit 4 bis 8 Welpen zur Welt. Dies ist selbstverständlich eine individuelle Zahl. Das Alter der Hündin sowie die Zuchtlinie des Elternpaares. Der seriöse Züchter achtet sehr darauf, die eigene Zucht so gut wie möglich zu stärken.

🐶 Ist der Berner Sennenhund ein Jagdhund?

Ein geringer Jagdtrieb ist vorhanden. Dieser ist jedoch so gering ausgeprägt, dass man sich diesbezüglich keine Gedanken machen muss. Ist er gut erzogen und sozialisiert, ist das Laufen ohne Leine auch im Wald überhaupt kein Problem. Bedenken Sie dabei allerdings seinen Eigensinn, der auch in diesen Situationen zu Tage treten kann.

🐶 Ist der Berner Sennenhund ein Familienhund?

Der Berner Sennenhund besitzt eine extrem hohe Reizschwelle. Zudem ist er dem Menschen sehr zugeneigt und liebt es, inmitten seiner Menschen zu leben. Freundlich, sanftmütig, lernfähig, wachsam und beschützend gehört er zu den sehr belieben Familienhunden. Hat er sich auf „seine“ Familie eingeschossen, wird ihn nichts davon abhalten, für immer bei ihr zu bleiben. Er ist nicht nur der Beschützer, der Bewacher, sondern auch das voll integrierte Familienmitglied mit vier Beinen.

🐶 Kann der Berner Sennenhund in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Aufgrund seiner Loyalität zu seinen Menschen würde er sich auch in einer Wohnung zurechtfinden, wenn für ausreichend Auslauf gesorgt werden könnte. Aber wir wollen ehrlich sein: Die Wohnung, schon gar nicht die Stadtwohnung, kann ihm nicht gerecht werden. Dieser Hund verdient es, schon aufgrund seiner Größe, auch während des Tages im Garten herumstrolchen zu können und „sein“ Grundstück zu bewachen. Denn dies gehört ganz einfach zu seinen Aufgaben. Man kann es drehen und sich schönreden, wie man möchte, doch ist diese Hunderasse einfach zu groß für eine Wohnung.

Aufgrund seiner hohen Reizschwelle kann er sicherlich in die Stadt mitgenommen werden, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Mit einer guten Erziehung wird es nichts geben, was ihn dort in Angst und Schrecken versetzen könnte, da er störende Umweltreize einfach ausblendet. Doch gehört ein Hund dieser Größe einfach nicht in die enge Stadt mit ihren Menschenmengen. Der Hund sieht ja nichts anderes mehr als Menschenbeine. Nein, belassen wir ihn in der geruhsamen Vorstadt und natürlich auf dem Lande – bitte immer mit großem Garten.

🐶 Wie sieht es mit dem Jagdtrieb des Berner Sennenhundes aus?

Auch wenn er seine Menschen, sein Revier beschützt und bewacht, ist der Berner Sennenhund weder aggressiv noch besitzt er einen ausgeprägten Jagdtrieb. Seinen früheren Aufgaben entsprechend musste jede Ablenkung ausgeschlossen werden. Dies hat sich bis heute nicht geändert (Ausnahmen bestätigen immer die Regeln, nicht wahr?)

🐶 Ist einer reinrassiger Berner Sennenhund teuer?

Der normale Preis für diesen Hund liegt zwischen EURO 1.000 und EURO 2.000. Beachten Sie aber bitte, dass die Preise für reinrassige Hundewelpen mit Papieren zur Zeit auch weit darüber liegen können. Setzen Sie sich unbedingt ein Budget, das zwingend eingehalten werden muss.

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Hunderassen,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024