Wir kennen ihn alle – den Border Terrier, der uns nicht nur mit seinem frechen Gesichtsausdruck auffällt, sondern auch mit seinem scheinbar strohigem, stockigem Fell. Es scheint schwer, ihn in eine Rubrik einzusortieren. Denn einerseits zeigt er das typische Äußere eines hochläufigen Terriers, versucht mit seinem Arbeitsdrang zu überzeugen und hält auch mit seiner leicht ruppigen und trotzdem liebevollen Art nicht hinter dem Berg. Mit seinem schelmischen Anblick und seinem aufgeweckten Wesen zieht er sein Umfeld kinderleicht in den Bann.

Charakter des Border Terrier

Man kann es nicht anders sagen: Der Border Terrier eigensinnig und sich seiner Kraft und der Tatsache, dass er ein Jagdhund ist, absolut bewusst. Dennoch hat er eine charmante Ader, mit der er jeden Hundefreund um den Finger wickeln kann. Sein Selbstbewusstsein kann durchaus dazu führen, dass er bei anderen Hunden seine Position verteidigen möchte, was die eine oder andere Rauferei nach sich ziehen kann. Klein beigeben ist nichts für ihn. Diskutieren aber ebenso wenig.

Hat er in früheren Zeiten mit der Meute zusammen zunächst den Fuchs gejagt und dann im Bau gestellt, kann sein Rudel auch heute nicht groß genug sein. Je mehr, desto besser. Da er sehr anhänglich ist, ist er auch als Familienhund gut geeignet, sofern die Kinder den nötigen Respekt vor ihm haben. Ist dieser gegenseitig vorhanden, ist er sowohl für Singles als auch für Familien der ideale Zeitgenosse.

Der geschichtliche Hintergrund des Border Terrier

Die ursprüngliche Heimat dieses Hundes ist das Grenzgebiet zwischen England und Schottland, Border Country genannt. Dieses Gebiet ist eher spärlich bewachsen, sodass es für Fuchsjagden prädestiniert gewesen ist. Als Hund, der im Bau das Beutetier stellt, ist der Border Terrier ein Fachmann auf seinem Gebiet. Da er hierzu aber zunächst Meute und Reitern folgen musste, ist eine gute Lauffähigkeit sowie eine sehr gute Ausdauer ein absolutes Muss. Eine Fähigkeit, die er auch heute gerne noch beweist. Erst um 1920 begann man ihn als reinen Rassehund zu züchten. Auch wenn er vom Englischen Zuchtverband  schnell akzeptiert wurde, geschah dies international erst im Jahr 1987.

Die Farben des Border Terrier

Laut Standard des FCI sind folgende Farben bei dem Border Terrier erlaubt / erwünscht: weizen- und lohfarben, rot, meliert, blau. Die einzige Farbe, die tatsächlich unerwünscht ist, ist Schwarz!

Grundsätzlich aber sind die Border Terrier einfarbig und ohne Abzeichen. Gemischt-farbige Border Terrier sind ebenfalls nicht erwünscht (laut Standard).

Welche Ansprüche stellt der Border Terrier?

Er braucht viel Bewegung und geistige Herausforderungen. Sie möchten nicht wirklich, dass Ihr Border Terrier sich langweilt. Aufgrund seiner Intelligenz kann sich dies durchaus negativ für Sie auswirken. Sorgen Sie für Abwechslung, auch auf den täglichen Spaziergängen. Er wird dies zu schätzen wissen.

Eine solide und liebevolle wie auch konsequente Grundausbildung ist das Ah und Oh für diesen aufgeweckten Kerl. Lassen Sie sich nicht die Führung aus der Hand nehmen.

In Bezug auf die Pflege ist er anspruchslos, was seinem kurzen Fell zu danken ist. Bei trockenem Wetter genügt es, ihm den Sand aus dem Fell zu streichen. Ab und an eine Massageeinheit mit der Bürste wird er dankend annehmen.

Zum Fellwechsel wird es empfohlen, ihn zu trimmen, damit er nach dem Fellwechsel wieder mit neuer Frisur glänzen kann.

Der Border Terrier und seine Gesundheit

Grundsätzlich handelt es sich beim Border Terrier mit guter Zuchtlinie um einen sehr robusten Hund, den nichts so leicht von den Füßen hauen kann. Doch können Epilepsie, Herzerkrankungen sowie Progressive Retina Atrophie als Veranlagung mitgegeben werden.

Sollte sich bei einem Zuchthund die Tendenz zu diesen Erkrankungen zeigen, würde er von seriösen Züchtern aus dem Zuchtprogramm herausgenommen werden. Dies ist die einzige Möglichkeit, eine Weitervererbung zu verhindern. Diese Probleme entstehen für gewöhnlich durch Inzucht. Auch diese wird von seriösen Züchtern vermieden, um die Zuchtlinie sauber zu halten.

Vor- und Nachteile des Border Terriers

Der Border Terrier ist, obwohl er vorwiegend als Begleithund gezüchtet wird, immer noch ein Arbeitstier, das sowohl physisch wie auch psychisch gefordert werden will. Das bedeutet für den Besitzer mitunter vollen Einsatz. Dieser Hund lässt sich nicht mit stundenlangem Stöckchenspielen abspeisen. Dazu ist er zu intelligent. Daher sollte man mit ihm lieber eine Hundesportart finden, die beiden gefällt und ihn auf allen Ebenen fordert. Mantrailing wäre eine gute Wahl, wenn er dafür zu begeistern ist.

Aufgrund seiner angeborenen Eigenständigkeit ist er nicht als Anfängerhund einzustufen. Eine gute Sozialisierung und konsequente Ausbildung sind notwendig, um ihm klarzumachen, dass der Mensch der Alpha des Rudels ist. Glücklicherweise sucht er die Zusammenarbeit und das Zusammensein mit seinem Menschen, sodass der hundeerfahrene Besitzer diesbezüglich keine Probleme haben sollte.

Der große Nachteil eines Border Terriers ist sein großer Appetit und sein Hang zum Pummelig-Werden. Disziplin ist also nicht nur vom Hund, sondern auch vom Besitzer in puncto Futter und Leckerli. Natürlich soll auch dieser Hund belohnt werden. Vielleicht ist es aber sinnvoll, sich ein anderes Belohnungssystem zu erarbeiten, damit das Futter ausschließlich während der Fütterungszeiten angeboten wird.

Der perfekte Mensch für einen Border Terrier

Der perfekte Mensch für einen Border Terrier ist ein Naturfreund, der sich auch gerne im Freien aufhält. Gerne geht er stundenlang mit ihm spazieren oder wandert mit ihm durch Wiesen und Wälder. Selbstverständlich versteht sich der perfekte Mensch auch auf die richtige Portionierung des Futters, um jedes Pfund zu viel zu vermeiden. Zudem ist er hundeerfahren genug, dass ihm der Border Terrier nicht auf der Nase herumtanzen kann. Er weiß den schmalen Grad zwischen liebevoll konsequenter Erziehung und volle Integration in die Familie zu gehen.

Die Welpen des Border Terrier kaufen

Der Border Terrier gehört zu den kleinen Hunderassen, was zu eher kleinen Würfen führt. Somit ist ein rechtzeitiges Interesse an Welpen dieser Hunderasse beim Züchter anzumelden. Denken Sie, wie bei jedem Kauf eines Welpen, darauf, dass Sie diesen von einem seriösen, in einem Zuchtverband organisierten Züchter erhalten.

Sicherlich kann es sein, dass Sie zunächst auf der Warteliste aufgenommen werden. Natürlich wird sich der Züchter die Bewerber alle genau anschauen. Der seriöse Züchter gibt den Hund nicht einfach so her. Er schaut sich aber nicht nur die Menschen ganz genau an. Auch die Örtlichkeiten, in denen der Hund dann die nächsten Jahre verbringen wird, werden ganz genau unter die Lupe genommen, damit sie dem Hund auch tatsächlich gerecht werden können. Erst wenn diesbezüglich alles in Ordnung ist, die Chemie zwischen Hund und potenziellem Besitzer ebenfalls stimmig ist, kann es zu einem Kauf und einer folgenden Übernahme des Welpen kommen.

Border Terrier Welpen
Border Terrier Welpen | Foto: gorov108 / Depositphotos.com

Erste Ausstattung für den Border Terrier

Hundefutter für den Border Terrier

Da der Border Terrier heute nicht mehr bzw. sehr selten als Jagdhund zum Einsatz kommt, ist es notwendig, sein Futter zu rationieren. Denn dieser kleine Naturbursche neigt zum Übergewicht, wenn er nicht ausgelastet ist. Dies jedoch ist nur dann gegeben, wenn er seinem Temperament entsprechend ausreichend Bewegung erhält. Es ist am besten, ihn mit der so genannten „Erhaltungsration“ durchzubringen.

Doch vorsichtig: Er wird aufgrund seines ausgeprägten Appetits immer wieder einen Weg finden, den einen oder anderen Snack zu erbetteln. Zumindest wird er es versuchen. Bringen Sie also besser alles Essbare in Sicherheit.

Wie viel kostet ein Border Terrier?

Der Border Terrier ist trotz seiner Größe kein günstiger Hund. Wer sich einen Welpen anschaffen möchte, muss mit einem Preis von 950 – 1200 EURO rechnen. Sollte die Option bestehen, einen Border Terrier aus dem Tierschutz oder aus anderen Gründen aus „zweiter Hand“ zu bekommen, sind sie dort gegen Schutzgebühr oder einen angemessenen Preis zu übernehmen.

Woher kommt der Border Terrier?

Die Heimat des Border Terriers liegt in Großbritannien. Dort wurde er zum Einsatz bei der Fuchsjagd gezüchtet. Aufgrund der dortigen Vegetation war die Fuchsjagd sehr beliebt.

Wie alt wird der Border Terrier?

Der Border Terrier gehört zu den Hunderassen, die ein langes Leben erwartet. Mit zwölf bis fünfzehn Jahren Lebenserwartung hat man mit dem Border Terrier einen Gefährten, der für einen wirklich langen Zeitraum mit einem durch Dick und Dünn gehen wird.

Wie groß und schwer wird der Border Terrier?

Eingeordnet wird der Border Terrier zu den Kleinen Hunderassen. So ist ein durchschnittliches Gewicht von fünf bis sieben Kilogramm durchaus akzeptabel. Die Größe liegt zwischen zweiunddreißig und sechsunddreißig Zentimetern.

Wie bei den meisten Hunderassen sind auch bei dieser die Rüden geringfügig größer und schwerer als die Hündinnen.

Wie viele Welpen bekommt der Border Terrier?

Kleine Hunderassen bringen für gewöhnlich kleinere Würfe hervor als große Hunderassen. Somit ist bei dem Border Terrier mit einer Wurfgröße von drei bis fünf Welpen im Durchschnitt zu rechnen. Aufgrund der eher kleinen Würfe ist bei Interesse an einem Welpen dieser Rasse rechtzeitiges Interesse anzumelden. Sehr oft sind Wartelisten vorhanden.

Ist der Border Terrier ein Jagdhund?

Ursprünglich wurde der Border Terrier als Jagdhund der in Großbritannien sehr beliebten Fuchsjagden gezüchtet. Dort folgte er der Meute und dem Reitertross, um beim Auffinden eines Fuchsbaus in diesen hineingeschickt zu werden. Die Baujagd ist ihr Schwerpunkt und Spezialgebiet, in dem sie, wie die meisten Terrierarten, wahre Meister wahren. Da diese Aufgabe ihn nur an wenigen Tagen ausgelastet hat, bestand seine Aufgabe darin, die Mäuse und Ratten von den Häusern und Gehöften fernzuhalten. Ebenso konnte er das Geflügel vor Mardern und anderen kleinen Beutegreifern schützen. Selbiges galt auch für andere Kleintiere der Höfe. Die Tätigkeit des Rattenfängers bringt es mit sich, dass sich die Robustheit des Border Terriers bezahlt machte.

Ist der Border Terrier ein Familienhund?

Sicherlich kann der Border Terrier in eine Familie integriert werden, in der bereits ältere Kinder leben. Denn dieser Hund benötigt eine ganz konkrete Führung. Selbstverständlich kann er auch an kleinere Kinder herangeführt werden, doch sollte man nicht vergessen, dass er tief im Inneren ein Jagdhund ist und keine Schmusetier. Grundsätzlich sollte man sich über seinen Ursprung im Klaren sein und ihm eine entsprechende Auslastung anbieten können. Nur wenn der Border Terrier ausgelastet ist, kann ein problemloses Zusammenleben in der Familie möglich sein. Anderenfalls sucht er sich eigenständig einen Ausgleich.

Der Vorteil, den er mitbringt, ist seine Verspieltheit. Gepaart mit seinem Bewegungsdrang ist die eine wunderbare Voraussetzung, in einem Garten, dem Hundeplatz oder im Hundeauslauf mit ihm zu spielen. Dies können auch die älteren Kinder bereits.

Der Border Terrier braucht eine gute Sozialisierung, eine gut geführte Grundausbildung und das Wissen, wer der Alpha in der Familienstruktur ist. Dann klappt es auch als Familienhund.  Allerdings kann man ihn nicht mit den typischen Familienhunden wie einem Golden Retriever vergleichen. Dafür hat er zu sehr seinen eigenen Kopf.

Kann der Border Terrier in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Aufgrund seiner Größe ist die Haltung in einer Wohnung grundsätzlich kein Problem. Natürlich wäre ein Gartenzugang optimal. Es gilt, dem Border Terrier ausreichend Möglichkeiten über den Tag verteilt zu schaffen, seinem Bewegungsdrang nachzukommen. Dies kann durch mehrere Spaziergänge über den Tag verteilt sein. Dies kann durch die Nutzung von Hundewiesen oder Hundeausläufen und natürlich dem Besuch des Hundesportplatzes geschehen.

Da das Bewegungsbedürfnis sehr hoch ist, sollten Sie sich vor einem Kauf informieren, ob Sie diesem Anspruch des Tieres gerecht werden können, denn es bedarf natürlich einer guten Tagesorganisation, um dies in der Stadt zu organisieren.

FAQ

🐶 Benötigt der Border Terrier viel Bewegung?

Als ehemaliger Jagdhund besitzt der Border Terrier einen großen Bewegungsdrang. Das bedeutet, dass seine Besitzer ebenfalls sehr bewegungsfreudig sein sollten. Border Terrier, die nicht ausreichend bewegt werden, neigen nicht nur zu Übergewicht. Sie neigen auch dazu, sich einen Weg der Beschäftigung zu suchen, was nicht immer den Wünschen der Besitzer entspricht. Wer gerne lange Spaziergänge macht oder wandert, ist ein optimaler Besitzer für den Border Terrier.

🐶 Ist der Border Terrier für eine Familie mit kleinen Kindern geeignet?

Als ehemaliger Jagdhund ist es notwendig, ein Auge auf Hund und Kinder zu haben. Die Kinder müssen mit dem Verständnis für Hunde und ihre Bedürfnisse aufwachsen. Der Hund muss seinerseits gut sozialisiert sein und der klaren Führung des Besitzers / Alphas der Familie folgen. Fehlt eine Komponente, so kann sich der Border Terrier langweilen und mit seinen Forderungen und Beschäftigungsversuchen die Familie auf Trapp halten.

🐶 Besitzt der Border Terrier Erbkrankheiten, die zu beachten sind?

Grundsätzlich ist der Border Terrier ein robuster, gesunder Hund. Voraussetzung hierfür ist jedoch eine gute, gesunde Zuchtlinie. Ist es zu Inzuchten gekommen, können sich Herzerkrankungen, Progressive Retina Atrophie oder Epilepsie einstellen. Es ist die Aufgabe der Züchter, diesen Tendenzen entgegenzuwirken.

🐶 Wie teuer ist der Border Terrier?

Der Border Terrier ist ein kleiner Hund, der dennoch eher im hochpreisigen Bereich zu finden ist. Grund dafür ist die hervorragende Zucht, deren Anfang weit zurückreicht. Planen Sie zwischen EURO 800 und EURO 1.000 ein, wenn Sie einen Welpen direkt vom Züchter kaufen möchten.

🐶 Kann der Border Terrier problemlos in der Stadt gehalten werden?

Der Border Terrier kann ohne Weiteres in der Wohnung gehalten werden. In der Stadt aber sollte er nur dann gehalten werden, wenn Sie ausreichende Möglichkeiten besitzen, ihm die notwendige Bewegung zu verschaffen. Finden Sie bereits vor dem Kauf eines Border Terriers heraus, wie Sie diesem Bewegungsdrang gerecht werden können. Ohne ausreichende Bewegung wird der Hund übergewichtig werden. Zudem wird er aufgrund seiner Unterforderung eventuell auf dumme Ideen kommen, um sich selbst zu beschäftigen. An die Reize der Stadt kann der Hund gewöhnt werden. Doch sollte man nicht vergessen, dass er als kleiner Hund in der Stadt stets nur die Beine der Menschen, die Reifen der Fahrzeuge, Fahrräder und Kinderwagen sieht. Ohne Möglichkeiten zur freien Bewegung sollte ihm die Stadt erspart bleiben. Vom Herzen her ist der Border Terrier ein Naturbursche.

Kategorisiert als:

Hunderassen,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024