Hundebesitzer müssen für ihren Dänemark-Urlaub mit Hund mehr planen als reguläre Urlauber. Der Hund hat ja sein eigenes Gepäck dabei, richtig? Und das passt nicht immer in einen Koffer hinein. Auch muss das passende Ferienhaus gefunden werden. Nicht überall sind Hunde erlaubt.

Aber das kennt man ja auch von anderen Destinationen. Der Dänemark-Urlaub mit Hund soll ja aber ein echter Erfolg werden. Denn Urlaub hat man ja nicht so oft. Und den will man natürlich mit seinem vierbeinigen Freund vom ersten bis zum letzten Tag genießen!

Wie finde ich das geeignete Ferienhaus?

Die gute Nachricht zuerst: Alle großen Ferienhausanbieter in Dänemark bieten auch Häuser an, in denen Hundehaltung erlaubt ist. Jeder, der einen kleinen oder mittelgroßen Hund besitzt, kann von diesen Angeboten profitieren. Wer jedoch größere Hund sein Eigen nennt, sollte vorsichtshalber nachfragen, ob die so genannten XXL-Hunde gestattet sind. Man will ja schließlich keinen Ärger mit den Feriengästen aus den benachbarten Ferienhäusern.

Aber auch für die XXL-Hunde und ihre Besitzer ist gesorgt. Sie können oftmals in privaten Unterkünften untergebracht werden. Denn diese haben sich eben genau auf diese großen Hunde mit sämtlichen Ansprüchen eingestellt. Hier gibt es das XXL-Hundebett genauso selbstverständlich wie den großen, etwas höher umzäunten Garten.

Natürlich soll damit nicht gesagt werden, dass sich große Hunde nicht benehmen können oder wie die Primaballerina Sonderwünsche erfüllt werden müssten. Sie brauchen halt einfach nur ein wenig mehr Raum für sich. Das ist schon alles.

Die meisten XXL-Hunde-Besitzer lieben diese „Extra-Wurst“. Mit ihren Hunden sind sie in der regulären Ferienhausanlage ohnehin nicht so richtig untergebracht. Je nach Aufmachung findet man nämlich nicht einmal einen Zaun um die Häuser.

Egal welche Größe Ihr Hund hat – wenn Sie einen Zaun benötigen, um ihn auch einmal in aller Ruhe nach draußen lassen zu können – achten Sie auf die spezifische Angabe in der Beschreibung. Wenn Zweifel vorhanden sind, kontaktieren Sie den Vermieter, bevor Sie dieses Haus mieten.

Meer oder Wald?

Jeder Dänemark-Urlauber, auch die ohne Hund, müssen sich dieser Frage stellen. Soll es ans Meer oder ins Binnenland gehen? Richtig, in vielen Regionen am Meer ist es Ihnen möglich, sehr lange am Strand zu spazieren, ohne andere Menschen und / oder Hunde zu treffen. Gerade im Frühjahr bzw. im Herbst profitieren die Hundebesitzer von guten Angeboten an der gesamten, dänischen Küstenlinie.

Das Binnenland hat allerdings auch seine Vorteile. Lange kann man in den hiesigen Wäldern mit dem Hund am Stück wandern und nur wenigen Menschen begegnen. Entschleunigung in der Natur ist die Devise.

Leine oder nicht Leine, das ist hier die Frage

Für den Urlaub an der Küste gibt es diesbezüglich ganz klare Vorschriften:

  • Das Winterhalbjahr: In der Zeit zwischen Oktober und März ist es überhaupt kein Problem, seinen Hund auch ohne Leine am Strand und in den Dünen laufen zu lassen. Voraussetzung ist natürlich der funktionierende Rückruf. Denn auch in der Urlauber-armen Zeit sollte man stets bei Erscheinen anderer Menschen oder Tiere am Strand den Hund sofort zurückrufen und anleinen. Sicher ist sicher.
  • Das Sommerhalbjahr: Es ist exakt die Zeitspanne vom 1. April bis zum 30. September in der an jedem Strand des Landes Leinenpflicht herrscht. Ihr sollte unbedingt nachgekommen werden, da die Bussgelder, die hierfür ausgesprochen werden können, die Reisekasse sehr stark belasten können. Zudem wird in jedem Fall Anzeige erstattet.
  • Die blaue Flagge: Wird an einem Strandabschnitt in Dänemark die Blaue Flagge gehisst, so bedeutet dies, dass an diesem Strand grundsätzlich keine Hunde erlaubt sind. Lesen Sie also VOR dem Strandgang die Beschilderung durch oder fragen Sie vor Ort nach, wenn Sie sich nicht sicher sein sollten. Auch gegen dieses „Vergehen“ werden Anzeigen und Bussgelder verhängt.

Hat man sich für den Urlaub im Binnenland entschieden, so laden die langen, hunde- und menschenleeren Wälder natürlich dazu ein, den Hund von der Leine zu lassen. Dies ist aber nicht generell möglich, da eine grundsätzliche Leinenpflicht in Dänemarks Wäldern herrscht.

Dennoch gibt es Verständnis für den Bewegungsdrang der Vierbeiner. Deshalb wurden so genannte „Hundewälder“ eingerichtet. Sie heißen „hundeskove“, sind vollständig eingezäunt und wurde zudem auch entwildert, sodass grundsätzlich nichts passieren sollte.

Damit der Besuch eines „hundeskove“ zu einem Familienspaß wird, sind oftmals Picknicktische aufgestellt, Kinderspielplätze errichtet. Auch dem Hund soll es trotz der Option, sich mit anderen Hunden hier austoben zu können, nicht langweilig werden. So sind vielerorts Trainings- und Übungsgeräte für den Hund errichtet. So kann er sich an der Wippe, an den Slalomstangen oder auch auf dem Schwebebalken ausprobieren. Man darf nicht vergessen, dass man ja auch einmal alleine im „hundeskove“ sein könnte.

Um Missverständnissen entgegenzuwirken, sollte man die Hunde in der Ortschaft grundsätzlich angeleint lassen. Die Gesetzgebung in Bezug auf das Halten und Führen von Hunden, egal ob durch Einheimische oder Urlauber, ist sehr streng und sehr klar ausgedrückt. Um sich den Urlaub nicht mit einem Besuch auf der Wache oder mit Schlimmeren zu verderben, ist es angeraten, sich an die Vorschriften, insbesondere der Leinenpflicht, zu halten.

Hund an der Leinen in Dänemark
Die Leinenpflicht für Hunde in Dänemark sollte man ernst nehmen! | Foto: osons163 / Depositphotos.com

Wie gelangt man mit dem Hund nach Dänemark?

Die einfachste Variante ist das Überqueren der Grenze mit dem PKW. Selbstverständlich kann man aber auch mit der Fähre anreisen. Achten Sie hierbei bitte auf die Vorschriften auf der Fähre (Angeleint bleiben, nicht in den Shop oder in das Restaurant / die Cafeteria, kein kleines oder großes Geschäft machen (im Zweifelsfall eine Hundewindel anziehen – auch wenn es blöd aussieht.) Am besten wird der Hund vorher müde gemacht. Dann verschläft er die recht kurzen Überfahrten nach Dänemark).

Dürfen alle Hunde nach Dänemark einreisen?

Leider lautet die Antwort auf diese Frage „Nein“. Wie auch in Deutschland gibt es in Dänemark eine Liste mit Hunderassen, die unerwünscht sind. Hierzu gehört zum einen das Züchten, das Halten, aber auch die Einreise der Hunde zu Urlaubs- oder Besuchszwecken.

Selbst Hunde, die diesen Rassen nur ähnlich sehen, können von diesem Gesetz betroffen sein. Sicherlich wäre es möglich, mittels eines Herkunftsnachweis sowie eines Nachweises, wie hoch der genetische Anteil der betroffenen Hunderasse in diesem Mix enthalten ist. Folgende Hunderassen sind auf der Liste zu finden:

Auch Hunderassen, die Ähnlichkeit zu den Listenhunden besitzen, werden zum Teil häufig überprüft. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Tatra Schäferhund
  • Mastiff
  • Bullmastiff
  • Bordeauxdogge
  • Cao Fila de Sao Miguel
  • Dogo Canario
  • Iberische Dogge
  • Anatolsk Hirtenhund
  • Cane Corsa Italiano

Grundsätzlich empfiehlt es sich, neben dem Europäischen Impfnachweis auch die Abstammungspapiere mit sich zu führen. So können Sie Probleme bei der Einreise umgehen und Ihren Urlaub mit Vierbeiner sorgenfrei genießen. 

Weitere zu beachtende Vorschriften

Hunde sind grundsätzlich in Dänemark nicht in Restaurants erlaubt. Es gibt nur zwei Ausnahmen: Das Restaurant ist im Besitz einer entsprechenden Sondererlaubnis. Oder es handelt sich hierbei um einen zertifizierten Blindenhund. Man kann den Hund jedoch entweder sehr gut im Ferienhaus für ein paar Stunden alleine lassen oder die Küche im Fereienhaus nutzen und gemeinsam kochen.

Neben dem Mitführen des EU-Impfausweises und eventuell der Abstammungspapiere gilt aus Einreisevoraussetzung, dass der Hund gechippt ist und eine aktuelle Tollwutimpfung besitzt.

Auch wenn sich gerade der letzte Abschnitt bezüglich der Vorschriften ziemlich drastisch anhören, ist dies noch lange kein Grund, auf einen Hundeurlaub in Dänemark zu verzichten. Solange der Hund einen Chip besitzt, eine frische Impfung aufweist, alle Dokumente vorhanden sind, er stets an der Leine gehalten wird und vorsichtshalber einen Maulkorb trägt, kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen, nicht wahr?

Der gemeinsame Urlaub schweißt das Hunde-Mensch-Team wie üblich in neuen Situationen weiter zusammen. Schon deshalb sollte der Hund mitgenommen. Ein Tapetenwechsel wird auch ihm guttun. Urlaub vom Hundealltag eben!

FAQ

🐶 Kann jeder Hund problemlos nach Dänemark mitgenommen werden?

Nein, es gibt so genannte Listenhunde, die in Dänemark als potenziell gefährlich angesehen werden. Genauso gefährlich, aber nicht auf dieser Liste aufgeführt, werden Hunde eingestuft, die den Listenhunden sehr ähnlich sind.

🐶 Welche Dokumente muss ich mitführen?

Jeder Hund muss einen aktiven Chip besitzen, ein EU-Impfpass sowie eventuell den gesamten Abstammungsnachweis. Zudem kann der Hund neben auch mittels eines Tattos, eines Röntgenbilder oder ähnlichem einwandfrei identifiziert werden. Vermutlich werden Sie diese Unterlagen nicht benötigen. Falls doch, haben Sie sie auf jeden Fall bei sich.

🐶 Gibt es in Dänemark eine Leinenpflicht für Hunde?

Vom 1. April bis zum 30.September gibt es für Hunde eine generelle Leinenpflicht an den Stränden. Auch in den Wäldern ist die Leine der stete Begleiter. In speziellen Hundewäldern, in denen die Hunde ausgelassen mit ihren Artgenossen spielen und ihre Kräfte messen können.

🐶 Ferienhaus oder Hotel, was ist besser?

Diese Entscheidung ist sehr individuell. Beides ist vorhanden. Im Ferienhaus besitzen Sie eine gewisse Freiheit. Entscheiden Sie nach Ihrem Bauchgefühl. Bedenken Sie, dass der Hund auch eine angenehme Zeit verbringen soll.

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Letzte Änderung: 31. Mai 2024