Hunde bellen. Dieses Bellen gehört zum normalen Verhalten der Vierbeiner und dient der Verständigung. Im Zusammenleben mit den Menschen bellen Hunde gerne, um zu warnen oder eine Gefahr anzuzeigen.

Gelegentlich gerät allerdings das Gebell völlig aus dem Rahmen. Dann bellt der Hund bei jeder Gelegenheit und vor allem ohne ersichtlichen Grund. Mit der Zeit wird dieses Verhalten zur Gewohnheit und der Hund bellt beinahe unaufhörlich.

Das kann sowohl für den Hundehalter aber natürlich auch die Nachbarschaft zu einer enormen Nervenprobe werden. Folglich muss dem Vierbeiner die Bellerei abgewöhnt werden. Doch wie funktioniert das wohl am besten?

Warum bellt der Hund?

Bevor man dem Hund das übermäßige Bellen abgewöhnen kann, muss zuerst der Auslöser gefunden werden. Das bedeutet, der Hundehalter muss herausfinden, warum der Hund zu bellen begonnen hat und warum er dieses Verhalten derart übertreibt. Einige Hunderassen neigen dazu, viel zu bellen. Dazu zählen kleine Hunde wie der Spitz, der Chihuahua, der Yorkshire-Terrier aber auch so manche große Rasse wie etwa der deutsche Schäferhund.

Vor allem Hunde mit großem Bewegungsdrang oder auch Hüte- oder Herdenschutzhunde lieben es deutlich mehr zu bellen als so mancher andere. Darüber sollte man sich schon informieren, bevor man das Tier zu sich nimmt.

Zumeist leidet der Hund aber ganz einfach unter Langeweile. Gerade eben die oben genannten Hunde brauchen eine Aufgabe. Haben sie keine, beginnen sie sich anderweitig Luft zu machen. Das kann zu vermehrtem Bellen führen.

Dazu gehört es auch, wenn der Hund schlichtweg zu wenig Aufmerksamkeit erhält. Der Hund muss gut in seiner Familie integriert sein und auch entsprechend behandelt werden. Geht man nur zweimal täglich mit ihm vor die Tür, reicht das nicht aus. Ebenso bellen Hunde gerne, die ständig alleine gelassen werden.

Hund bellt

Ein Hund bellt: das ist nicht immer angenehm… | Foto: ValeriyVolkonskiy / Depositphotos.com

Häufiges Bellen kann viele Ursachen haben

Aus all dem folgert, dass das Tier häufig ganz einfach zu wenig Bewegung hat. Dies kann vor allem bei kleinen Hunden beobachtet werden. Sie sind viel zu oft nicht ausgelastet, weil ihnen einfach nicht zugetraut wird, dass sie sich selbst viel bewegen. Sie werden in Taschen getragen und dürfen gerade mal ihr Geschäft draußen verrichten.

Weitere Gründe für übermäßiges Bellen können auch Angst und Unsicherheit sein. Kommt etwa ein Fremder in die Nähe des Gartens oder gar in die Wohnung, kann dies beim Hund für Unsicherheit sorgen. Auch große Fahrzeuge wie Traktoren, Busse oder Lkws können beim Hund derartige Reaktionen hervorrufen.

Auch der Schutzinstinkt kann übermäßiges Bellen nach sich ziehen. Viele kennen es, wenn der Hund völlig ausrastet, wenn es an der Tür klingelt. Hier wird der Schutzinstinkt des Tieres angesprochen. Und zu guter Letzt kann dem Bellen auch ein gesundheitliches Problem zugrunde liegen. Hat der Hund etwa Schmerzen, neigt er ebenso zum Bellen.

Spaziergänge spannend gestalten

Wer seinem Hund dieses unangenehme Verhalten abgewöhnen möchte, sollte dies so rasch und so früh wie möglich machen. Je jünger der Hund ist, desto leichter fällt es. Die Prägephase des Hundes reicht etwa bis zur 20. Woche. Danach wird es schwierig und erfordert viel Geduld.

Zu allererst muss der Hund seinem Typ entsprechend gefordert werden, und zwar sowohl geistig als auch körperlich. Ist der Hund ausgeglichen und müde, wird er weniger bellen. Dazu sind lange Spaziergänge geeignet. Während dessen sollte immer wieder mit dem Hund getobt und gespielt werden, damit es nicht zu langweilig für den Vierbeiner wird. Hier nimmt man ganz einfach das Lieblingsspielzeug mit und macht zwischendurch Spielpausen. Oder man lässt den Hund in der Wiese Leckerlis suchen. Damit wird auch der Kopf trainiert.

Die Runde, die man geht, sollte immer wieder geändert werden. Dabei kann der Hund immer wieder Neuigkeiten riechen, was für ihn sehr spannend ist. Macht man das regelmäßig, wird er müde nach Hause zurückkehren und sich zu einem Schläfchen hinlegen. Dies ist besonders wichtig, wenn der Hund einige Zeit am Tag alleine bleiben muss.

Eine gute Möglichkeit ist auch Hundesport. Flyball, Agility oder Treibball macht vielen Vierbeinern Spaß und fordert sie. Dabei muss aber immer auf die rassespezifischen Eigenheiten geachtet werden. Ein Windhund ist kein geeigneter Langstreckenläufer und ein Neufundländer wird keine Freude am Agility finden. Zudem ist der falsche Sport für die Gesundheit des Hundes sehr schädlich.

Sozialkontakte sind für den Hund wichtig

Sozialkontakte sind für den Hund von großer Bedeutung. Schon der Welpe sollte möglichst viele Eindrücke sammeln können. Er muss Menschen, andere Tiere und auch den Straßenverkehr kennenlernen. Damit wird Angst und Unsicherheit vorgebeugt. Sie entstehen erst gar nicht. Hat der Hund schon Angst, muss trainiert werden. Hilfreiche Tipps erhalten Hundebesitzer online unter online-hundetraining.de.

Wichtig ist auch das Gehorsamkeitstraining. Der Hund sollte in jedem Fall die wichtigsten Kommandos lernen und auch beherrschen. Trainiert man diese immer wieder, fordert dies den Hund und kann helfen unangemessenes Verhalten abzutrainieren.

Richtig reagieren

Wichtig ist es in jedem Fall den Hund zu ignorieren, wenn er grundlos und übertrieben bellt. Reagiert der Halter mit Schimpfen, so erhält der Hund dadurch Aufmerksamkeit. Er fühlt sich bestätigt und wird wieder bellen. Das bedeutet, solange er bellt, wird er ignoriert. Hört er auf, beschäftigt man sich mit dem Tier. Er lernt damit, dass er Aufmerksamkeit erhält, sobald er ruhig ist.

Der Hund kann etwa auf seinen Platz oder in den Hundekorb geschickt werden. Dieses Verhalten muss aber trainiert werden. Je ruhiger und entspannter der Hundehalter dabei reagiert, desto besser ist es.

Gerade Hunde mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt haben ein feines Gespür für Nervosität. Wird der Halter nervös, bellt der Hund, weil er glaubt, sein Schutz ist notwendig.

Mit viel Geduld und Übung kann dem Hund auch das Kommando zum Bellen und zum Aufhören gegeben werden. Das erfordert allerdings viel Training und viel Geduld.

Erziehungshalsbänder nur als letzte Möglichkeit

Nur in besonders schwierigen Fällen kann ein Anti-Bell-Halsband helfen. Diese Halsbänder sollten allerdings wirklich nur im Ernstfall verwendet werden. Die Anwendung sollten sich Hundehalter stets von einem Profi erklären lassen.

Hundehalsbänder, die mit Strom funktionieren, sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz verboten. Alle Erziehungsbänder können bei falscher Handhabung mehr Schaden als Nutzen bringen. Als Hundehalter sollte man dies stets beachten, bevor man dazu greift.

 

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Letzte Änderung: 31. Mai 2024