Wir alle kennen das fröhliche und gleichzeitig mürrische Erscheinungsbild des Zwergschnautzers. Eine lange Zeit war er ein steter Begleiter älterer Menschen. Doch heute hat er sich einen Namen als Familien- und Begleithund gemacht. Dieser Hund ist nicht klein, naja, vielleicht äußerlich. Aber tief im Inneren ist er ein ganz Großer.

Charakter des Zwergschnautzer

Wer einen Hund mit Charakter sucht, ist beim Zwergschnautzer genau an der richtigen Adresse. Denn Charakter ist quasi sein zweiter Vorname. Beschrieben wird er als temperamentvoll, schneidig, mutig und frech. Doch ist er auch eigensinnig, treu, widerstandsfähig und ausdauernd. Zudem ist er ein lebhaftes Kerlchen sowie neugierig.

Achtung – wer denkt, dass er ungesehen an diesem Hund vorbeikäme, muss sich einen neuen Plan ausdenken. Denn dieser kleine Hund ist sehr aufmerksam und früher sogar als Wachhund auf Postkutschen, Transportwagen, aber auch auf den Höfen. So nutzt er diese Gabe auch heute noch und bewacht sein Territorium. Dies tut er lautstark und vehement, wenn man ihm diesbezüglich keine Grenzen setzt.

Der geschichtliche Hintergrund des Zwergschnautzer

Der Zwergschnautzer gehörte früher, gemeinsam mit dem Pinscher, zu den Arbeitshunden des einfachen Volkes, wie man es stets ausgedrückt hat. Sowohl auf den Höfen als auch auf Kutschen und Transportwagen haben sie Wache geschoben und auf das Hab und Gut der Menschen aufgepasst. Ganz selbstverständlich, aber auch selbstbewusst hat der Zwergschnautzer diesen Job übernommen.

Die gemeinsamen Vorfahren, die ihn mit dem Pinscher verbinden, waren sehr robust. Dieses Potenzial haben sie an den Zwergschnautzer in Gänze weitergegeben. Mit den englischen Terriern besteht übrigens kein Verwandschaftsverhältnis.

Gerne hat man ihm neben dem „Wachdienst“ auch die Aufgabe des Rattenfängers in den Ställen übergeben.

Innerhalb des letzten Jahrhunderts hat sich der Zwergschnautzer zu einem der beliebtesten Hunderassen in Deutschland emporgearbeitet. Hier wird er aber jetzt als Familien- und Begleithund von Singles und Familien allen Alters sowohl in der Stadt als auch auf dem Lande geliebt.

Während gerade bei den kleinen Hunderassen oftmals Mixe zu verzeichnen sind, ist dies bei dem Zwergschnautzer nicht der Fall.

Die Farben des Zwergschnautzer

Der Zwergschnautzer läuft mit gedeckten Farben durchs Leben: Weiß mit weißer Unterwolle, Pfeffersalz, Schwarz mit schwarzer Unterwolle, Schwarzsilber. Da das Fell kurz ist, sollte ein Kamm sowie eine mittelharte Bürste für die Fellpflege ausreichend sein. Im Fellwechsel ist darauf zu achten, dass sich die Unterwolle tatsächlich löst. Insbesondere bei den Senioren könnte dies ein Problem werden.

Welche Ansprüche stellt der Zwergschnautzer?

Die Pflege des Hundes ist denkbar einfach, denn sein kurzes Fell bedarf nur minimaler Pflege. Selbiges gilt für das Futter, da er sich mit jedem Futter arrangieren kann. Für diesen Hund ist die Verbindung zu seinem Besitzer elementar. Ist sie stimmig und erhält der Hund ausreichend Bewegung, intelligente Herausforderungen und Streicheleinheiten, kann ihn nichts dazu bewegen, sich seinen Besitzer in Frage zu stellen. Er wird ihm treu ergeben sein, sobald geklärt ist, dass der Mensch das heimische Rudel anführt.

Der Zwergschnautzer und seine Gesundheit

Dieser Hund ist ein Ausmaß an Gesundheit und Robustheit. Rassetypische Erkrankungen finden Sie hier nicht.

Vor- und Nachteile des Zwergschnautzer

Dieser Hund ist darauf bedacht, ein sehr enges Verhältnis zu seinem Menschen aufzubauen. Dadurch kann man sich sicher sein, dass er einen nur dann alleine lässt, wenn man es als Kommando verfasst. Ansonsten wird er sich stets in der direkten Nähe aufhalten. Zwar begibt er sich ab und an auf die Suche nach Nagern oder verfolgt Spinnen. Letztlich aber wird er sich an der Seite seines Besitzers halten, auf jedem Spaziergang. Denn ein Jagdtrieb ist nicht vorhanden.

Dennoch wird man feststellen können, dass er anderen Hunden gegenüber eher misstrauisch ist. So kann es durchaus vorkommen, dass er sich beim Treffen auf andere Hunde als Grummelkopf und Knodderbüddel erweist. Mit ein wenig Übung wird ihm dieses Grummeln aber auch abzugewöhnen sein.

Dieser Hund ist intelligent und möchte deshalb auch entsprechend gefordert werden. Gerne wird er sich auf dem Hundeplatz mit der richtigen Hundesportart hinter dem Ofen hervorlocken lassen. Schnüffelspiele, aber auch Intelligenzspiele für Hunde können ihm zu Hause die Zeit vertreiben. Wird ihm langweilig, könnte seine Tendenz zum Bewachen durchbrechen und ihn beschäftigen.

Besucher wie auch Passanten werden dann rigoros angemeldet. Achten Sie darauf, dass er sich nicht zum Kläffer entwickelt. Nicht jeder Nachbar wäre glücklich über eine derartige Entwicklung. Mit Training lässt sich aber auch dieses Problem lösen.

Wer denkt, dass dieser kleine Hund nicht viel Bewegung braucht, irrt. Denn seine Ausdauer ist nicht zu unterschätzen.

Der perfekte Mensch für einen Zwergschnautzer

Der perfekte Mensch für diese Hunderasse muss akzeptieren können, dass dieser Hund sehr anhänglich ist und sich stets an seine Hacken heften wird. Denn dieser Hund möchte keine Minute verpassen, die er mit seinem Besitzer bzw. seiner Familie zusammen sein könnte. Egal, ob das Spazierengehen, die Stunden in der Hundeschule oder das abendliche Fernsehen – er wird stets dabei sein wollen.

Lange Spaziergänge, viel Spielen und noch mehr Streicheleinheiten – doch Achtung, dieser Hund hat auch seinen eigenen Kopf. Ist der Besitzer nicht konsequent, wird dieser Hund zeigen, dass er auch die Führung übernehmen könnte, wenn man ihn nur ließe. Achten Sie trotz der täglichen Verpflichtungen darauf, dass der Hund ausreichend Auslauf erhält. Denn er ist sehr ausdauernd, sodass er mehr Bewegungsdrang besitzt, als man ihm zutraut.

Egal, ob Einzelperson oder Familie, dieser Hund ist auf jeden Fall ein Zugewinn für jeden Menschen. Selbst Senioren können dieser Hunderasse nicht wiederstehen.

Die Welpen des Zwergschnautzer kaufen

Wer dem Zwergschnautzer verfallen ist, entscheidet sich oftmals für die Anschaffung eines Welpen dieser Hunderasse. Damit man einen gesunden Welpen erhält, der aus einer guten Ahnenreihe stammt, sollte man sich einen seriösen Züchter suchen. Bitte kaufen Sie auf keinen Fall einen Hund von einem Vermehrer, also nicht aus dem Kofferraum bei einem „fliegenden“ Händler.

Lassen Sie sich vom Züchter über die Elterntiere, die Ahnenreihe der Welpen bzw. des angekündigten Wurfes informieren. Hier kann das Zeigen von Bildern, Erfahrungen von Besitzern anderer, älterer Welpen eine große Hilfe sein, um sich nicht nur für die Hunderasse, sondern auch den richtigen Welpen zu entscheiden. Vertrauen Sie auf den Spürsinn des Züchters. Er kennt seine Hunde, sowohl die Elterntiere als auch die Welpen, sodass er genau einschätzen kann, ob ein Welpe und ein Interessent zusammenpassen oder nicht.

Ein weiterer Vorteil, den nur ein guter Züchter bieten kann, ist das Rund-Um-Sorglos-Paket. Darunter kann man sich folgendes vorstellen: Kennenlernen der Welpen (mindestens 3 Termine vor der Übernahme), Informationen für die Zeit nach der Übernahme (welches Futter, wie ist in den ersten Nächten vorzugehen, Tipps für die ersten Wochen) und natürlich auch Kontakt nach der Eingewöhnungszeit. Vielfach entsteht zum Züchter eine lebenslange Freundschaft.

Zwergschnautzer-Welpen
Zwergschnautzer-Welpen | Foto: Elf+11 / Depositphotos.com

Erste Ausstattung für den Zwergschnautzer

Hundefutter für den Zwergschnautzer

Die Fütterung des Zwergschnautzers ist absolut problemlos. Das Futter sollte sehr hochwertig sein. Gerne kann er auch gebarft werden. Das frische Fleisch nimmt er gerne an.

Wie viel kostet ein Zwergschnautzer?

Davon ausgehend, dass der Zwergschnautzer von einem seriösen Züchter mit einer langjährigen, gesunden Zucht ausgewählt wird, ist davon auszugehen, dass Sie mindestens EURO 1.000,00 einplanen müssen. Natürlich ist letztlich die Abstammung, also die Zuchtlinie, die Ahnentafel, sowie die aktuelle Preislage auf dem Hundemarkt entscheidend, wie hoch der Preis für einen ganz bestimmten Welpen sein wird.

Sollten Ihnen auch ein ausgewachsener, älterer Hund recht sein, lohnt es sich, ab und an auf den Webseiten der Tierschutzvereine zu schauen, ob ein Zwergschnautzer dort aufgenommen wurde. Die Schutzgebühr beim Tierschutz ist mit Sicherheit günstiger als der Anschaffungspreis eines Welpen. Und wie immer können Sie sich der Dankbarkeit des Hundes, der aus dem Tierheim kommt, gewiss sein.

Woher kommt der Zwergschnautzer?

Seinen Ursprung findet der Zwergschnautzer im Süden Deutschlands. Dort wurde er als Stallhund gehalten und war dafür verantwortlich, die Nager und Kleintiere aus dem Stall fernzuhalten. Allerdings hat man ihn damals, bzw. zu Beginn der Zuchtaufzeichnungen, als rauhaarigen Zwergpinscher geführt. Erst später wurde er zu einer eigenen Hunderasse benannt, die beim FCI unter der Rubrik „Schnautzer und Pinscher“ geführt wird.

Wie alt wird der Zwergschnautzer?

Zwergschnautzer erreichen ein recht hohes Alter. Bevor Sie sich diesen Hund zulegen, bedenken Sie bitte, dass er 14 Jahre alt werden kann. Sie sind somit für einen wirklich langen Zeitraum Weggefährten. Allerdings ist eine seriöse Zucht und damit eine gute Gesundheit Voraussetzung dafür.

Wie groß und schwer wird der Zwergschnautzer?

Gemäß der Vorgaben des FCI ist die korrekte Größe des Zwergschnautzers mit 30 bis 35 Zentimetern aufgegeben. Dabei sollte er ein Gewicht von 4 bis 8 Kilogramm auf die Waage bringen.

Wie viele Welpen bekommt der Zwergschnautzer?

Jeder Wurf ist individuell. Der durchschnittliche Wurf des Zwergschnautzers aber bringt 4 bis 5 Welpen hervor.

Ist der Zwergschnautzer ein Jagdhund?

In früherer Zeit wurde der Zwergschnautzer als Mäusefänger in den Ställen der Höfe eingesetzt worden. Darin war er wirklich sehr gut – die Nager hatten nichts zu lachen. Allerdings ist der Zwergschnautzer bei Weitem kein Jagdhund. Für den Besitzer bedeutet dies, dass es auf Spaziergängen relativ ruhig und gelassen zugeht. Sicherlich grummelt er beizeiten gerne andere Hunde an. Das beeinträchtigt allerdings das Spaziervergnügen überhaupt nicht.

Ist der Zwergschnautzer ein Familienhund?

In der heutigen Zeit wird der Zwergschnautzer als Begleit- und Familienhund gehalten. Da er sehr anhänglich ist, ist er genau dort, wo auch seine Besitzer sind. Das bedeutet aber trotzdem, dass er beschäftigt werden möchte. Sicherlich benötigt er eine konsequente Erziehung. Ist diese aber gegeben, ist er ein wunderbarer Familienhund, der mit den Kindern ein Herz und eine Seele ist. Setzen Sie sich durch, damit der Hund Ihre Hausordnung anerkennt. Er könnte sonst seine eigene aufstellen.

Kann der Zwergschnautzer in einer (Stadt-)wohnung gehalten werden?

Seine Größe ist optimal für die Haltung in der Wohnung, aber auch in der Stadt. Da der Zwergschnautzer sich sehr an seine Besitzer hängt und sich für jede Aktivität mit diesem sehr freut, ist der Zwergschnautzer ein optimaler Stadthund. Bitte bedenken Sie aber auch, dass er trotz allem ein Hund ist, der einen individuellen Bewegungsbedarf hat. Diesem muss selbstverständlich auch in der Stadt nachgekommen werden. Gibt es ausreichend Auslaufflächen, Hundeplätze und Spazierwege, auf denen Hunde willkommen sind? Dann ist es kein Problem, den Zwergschnautzer in der Stadt zu halten.

FAQ

🐶 Wie groß wird der Zwergschnautzer?

Der Zwergschnautzer gehört zu den kleinen Hunderassen. Er ist für gewöhnlich zwischen 30 und 35 Zentimeter groß.

🐶 Kann der Zwergschnautzer in der Wohnung, insbesondere in der Stadtwohnung, gehalten werden?

Gerade seine geringe Größe macht ihn zu einem perfekten Kandidaten zum Halten in der Wohnung. Auch die Stadt ist für ihn kein Problem, da er sich weder von der Geschäftigkeit der Stadt, noch von den Ablenkungen durch die vielen Menschen, beeindrucken lässt. Die Wohnung an sich ist für ihn kein Problem, da er sich überall wohlfühlen wird, wo sein Besitzer auch ist. Denn an diesem hängt er ungemein.

🐶 Ist der Zwergschnautzer teuer in der Anschaffung?

Der Zwergschnautzer ist trotz seiner Größe kein günstiger Hund. Ein Welpe aus einer seriösen Zucht muss mit einem minimalen Preis von EURO 1.000,00 gerechnet werden. Die Ahnenreihe kann den Preis ebenso beeinflussen wie die Nachfrage. Es kann durchaus passieren, dass sie aufgrund der hohen Nachfrage auf eine Warteliste gesetzt werden.

🐶 Ist es ein Problem, wenn ein Zwergschnautzer mit Kindern in einer Familie zusammentrifft?

Der Zwergschnautzer ist ein perfekter Familienhund. Er orientiert sich an seinen Besitzern. Mit Kindern geht er vorsichtig und liebevoll um. Wachsen der Hund und das Kind gemeinsam auf, werden sie Kumpel fürs ganze Leben.

Kategorisiert als:

Hunderassen,

Letzte Änderung: 31. Mai 2024